
Larry Brent

Die Geburtsstunde des Horror-Heftromans in Deutschland
23. Juli 1968 – ein für alle Freaks der Phantastik, insbesondere der vielen Horror-Romanhefte, bedeutender Tag
Ende der 60er Jahre schien es in Deutschland an der Zeit zu sein, im Genre Heftroman eine neue Idee ins Leben zu rufen. In den Lichtspieltheatern liefen seinerzeit viele Gruselfilme.
Um den zurückgehenden Absatzzahlen im Hause Zauberkreis entgegenzuwirken, bat der damalige Geschäftsführer des Verlages 1967 Jürgen Grasmück, ein Exposé für eine neue Serie mit gruseligem, unheimlichen Touch zu entwerfen. Grasmück ließ sich offenbar nicht lange bitten, denn am 23. Juli 1968 erschien im Zauberkreis-Verlag der Silber-Krimi 747 mit dem Untertitel Grusel-Krimi Nr.1 „Das Grauen schleicht durch Bonnards Haus“, geschrieben von Dan Shocker.
Das war die Geburtsstunde des Horror-Heftromans in Deutschland.
Held dieses Romans war der Agent Larry Brent, Mitglied der psychoanalytischen Spezialabteilung (PSA). Der den Codenamen X-Ray-3 trug.
Mit Larry Brent entstand zeitgleich auch der Name Dan Shocker, der vom Bonanza-Darsteller Dan Blocker hergeleitet wurde.
Da anfänglich Larry Brent in einer Krimi-Reihe erschien, mussten die Geschehnisse noch irgendwie wissenschaftlich erklärbar sein. Dämonen und Magie fanden erst später ihren Platz in der Serie und wurden nach und nach integriert.
Mit dem Gruselkrimi betrat man in Deutschland Neuland. In der Anfangsphase schrieb Dan Shocker in der Zauberkreis-Exklusiv Reihe einige Taschenbücher, um den Gruselkrimi zu testen und zu unterstützen. Diese ersten Geschichten im Taschenbuch „Sanatorium der Toten“ und „Herberge der 1000 Schrecken“ wurden, nachdem sie schon als Taschenbuch sehr erfolgreich waren, später noch im Heft nachgedruckt.
Mit dem ersten Grusel-Krimi begann nun eine neue Ära im Heftroman-Bereich und Larry Brent entwickelte ein wahres Eigenleben.
Der Grusel-Krimi als Subserie erhielt am 1.Dezember 1970 mit dem Silber-Krimi 870 ein eigenes Logo. Die knochige Krallenhand wurde später Bestandteil des eigenen Larry-Brent-Logos.
Die Romane von Dan Shocker verkauften sich sehr gut. Bald schon hatte der Autor mehr Freiheiten für die Serie und konnte mehr und mehr phantastische Themen einfließen lassen.
Am 26.12.1972 erschien der Silber-Grusel-Krimi Nr. 51 mit eigenständigem Titel und Logo. Larry Brent erschien nicht mehr im Rahmen des Silber-Krimis. Am 07.04.1981 endete mit Band 342 die Subserie Larry Brent im Silber-Grusel-Krimi und wurde ab dem 21.04.1981 als eigenständige Serie aufgelegt. Grund dafür war die enorme Beliebtheit des Autors Dan Shocker. Um die Silber-Grusel-Krimis, die von verschiedenen Autoren geschrieben wurden, nicht in unterschiedlicher Auflagenzahl drucken zu müssen, entschied man, Larry Brent herauszukoppeln und fortan als eigene Serie zu veröffentlichen. Es stellte sich allerdings für Dan Shocker als schwierig heraus, neben Macrabos nun auch noch regelmäßig Larry Brent Romane abzuliefern. Infolgedessen wurde entschieden, die Serie eigenständig ab Nr. 1 zu wiederholen.
Damit erschien „Das Grauen schleicht durch Bonnards Haus“ nochmals als eine denkwürdige Nummer 1 am 21.04.1981 als erster Roman der Serie Larry Brent, die zunächst zweiwöchentlich erschien.
© Anke Brandt
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