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Larry Brent & Macabros

Larry Brent ( Teil 2) - Das große Seriensterben

Als ich irgendwann in den frühen Herbsttagen des Jahres 1985 in meine Bahnhofsbuchhandlung ging, um mir wie immer den allerneusten Larry Brent-Roman zu kaufen, war es nicht mehr so wie früher.
Etwas hatte sich verändert. Ich fand den Roman nicht mehr, den ich sonst alle 14 Tage an der üblichen Stelle vorfand.
Zum allerersten Mal musste ich die nette Verkäuferin nach dem neusten Larry Brent fragen. Sie wusste sofort, was ich meinte und zeigte mir einen neuen Platz für die Romane, aber auch ganz neue Romane. Zumindest äußerlich hatten sie sich verändert. Es war nicht mehr wie sonst das dreigeteilte Titelbild zu sehen, mit dem schwarzen Kasten oben, dem gelben Titel unten, und dem tollen Bild in der Mitte. Nein, es war ein durchgehendes Titelbild, mit dem Schriftzug Larry Brent direkt auf dem Cover oben. Und auch der Titel “Die Pestgärten des Dr. Tschang Fu” prangte mitten auf dem Cover. Ohne allerdings die tolle Lonati-Zeichnung gänzlich zu entstellen.
Es war der Band 162 der eigenen Serie. Ich wusste nicht recht was ich davon halten sollte. Zum einen gefiel mir das neue Design, zum Anderen war es doch sehr befremdlich.
Ich schaute daheim ins innere des Hefts. Auch hier hatte sich einiges verändert. Auf der ersten Seite stand jetzt der Autorenname Dan Shocker. Nicht mehr auf dem Cover. Auf der vierten Seite wurden die Hauptpersonen kurz vorgestellt. Tja, das kam mir doch bekannt vor. Bekannt vom Dämonenkiller. Und ein Blick ins Impressum, bewies es. Larry Brent erschien nun nicht mehr im Zauberkreis-Verlag, sondern im Pabel-Verlag. Und der Zauberkreis-Verlag war nur noch eine kleine Abteilung des Pabel-Verlag.
Das gleiche geschah mit Macabros, und mit dem Silber-Grusel-Krimi, der fortan nur noch Grusel-Krimi hieß.

So viele Serien liefen seinerzeit bei Zauberkreis. Butler Parker, Ron Kelly, und alle waren nun Pabel zugeordnet.
Ich habe damals nie damit gerechnet, das dies der Anfang vom Ende des Heftromans war. Zumindest was den Gruselsektor anbetraf, war Pabel ein sinkendes Schiff.
Einzig der Bastei-Verlag hielt an seinem Programm unbeirrt fest. John Sinclair, Professor Zamorra und Tony Ballard machten den Gladbachern offensichtlich viel Freude. Dennoch musste Bastei sein Flaggschiff, den Gespenster-Krimi 1985 nach 597 Bänden einfach einstellen. Diese Reihe hatte sich totgelaufen. Aus ihr gingen Helden hervor wie John Sinclair und Tony Ballard, aber am Ende war da nichts mehr, was die Reihe hätte am Leben halten können. Selbst die eingekoppelte Damona King, die von der eigenen Serie in den Gespenster-Krimi ging, konnte die Reihe zwar noch etwas halten, aber am Ende half auch diese Heldin nicht mehr.

1986 passierte dann ein Unglück, dem viele weitere kleinere folgen sollten. Der Redakteur der Gruselserien bei Pabel kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben. In einer Art Krisensitzung wurden alle Serien eingestellt, die unter seiner Regie liefen. Zunächst Macabros und Ron Kelly. Doch ohne in einer finanziellen Not gewesen zu sein, kurze Zeit später auch Larry Brent.
Damit verabschiedete sich der bis dato erfolgreichste Serienheld des Horrorheftromans von der Bühne. Und zwar mit Band 192 der eigenen Serie.

Es gab fortan viele Versuche Larry Brent wieder neu zu starten. Zum Beispiel vom City-Kurier-Verlag, aber auch Zaubermond versuchte es 1994, also bereits acht Jahre nach der Einstellung sein Glück. Ein richtiges Comeback gelang Larry Brent nie. Dennoch hat der BLITZ-Verlag es geschafft 1998 die Serie in Buchform weiterzuführen. Mit anderen Autoren.
Ebenfalls Ende der Achtziger Jahre verabschiedete sich auch Tony Ballard von der Heftromanbühne. Allerdings auf eigenen Wunsch des Autors. Sein Comeback, und hier ist es wirklich eines, feierte er 2005 im Zaubermond-Verlag.

Es gab in den 90er Jahren etliche Versuche den Horrorheftromanmarkt wieder anzukurbeln. Der Erfolg fiel mäßig aus. Bastei brachte 1989 die Serie Dämonenland, die einen bunten Querschnitt der besten Horrorromane aus zwanzig Jahren lieferte. Irgendwann folgte Vampira, die Anti-Heldin, und nicht zuletzt Mark Hellmann, der Mann aus dem Osten.
Alles waren Versuche von Bastei. Pabel existierte längst nur noch in Form von Perry Rhodan und dem Landser.

Es ist schon komisch. Genau wie Larry Brent 1968 den Horrorheftroman aus der Taufe gehoben hatte, genauso schien er der Auslöser für das Ende so vieler Horrorserien gewesen zu sein.

© by S. Gewalt

 

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