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John Sinclair

1973 – John Sinclair schlüpft aus dem Ei

Nur ein Jahr, bevor Deutschland mit dem Gewinn der Fussball-Weltmeisterschaft vorübergehend in den Blickpunkt der Welt rückte, erblickte im unscheinbaren Bergisch-Gladbach etwas ganz anderes zum ersten Mal das Licht der selbigen: John Sinclair, Geisterjäger und Scotland Yard-Beamter von Beruf. Einst als ein wiederkehrender Held in der heute fast schon legendären Gespenster-Krimi-Reihe geplant, wurden seine Geschichten zur erfolgreichsten Horror-Heftserie der Welt – wobei zweifelhaft ist, ob das Heft außerhalb Deutschlands jemals solch einen Erfolg gehabt hat.
Angestachelt von Dan Shocker und seiner ebenso bekannten Serie Larry Brent, versuchte sich auch der Bastei-Verlag im Horror- und Gruselsektor und verschaffte sich damit neben Western und Krimis ein weiteres starkes Standbein. Auch der PSA-Agent – das sollte hier nicht unerwähnt bleiben – erlebt noch in heutiger Zeit weitere Abenteuer, allerdings bei einem anderen Verlag und neuen Autoren.
Unzweifelhaft ist ein Name fest mit dem Titel ‚John Sinclair’ verschweisst: Jason Dark. Zur damaligen Zeit war Helmut Rellergerd, der Mann, der sich hinter dem Pseudonym verbirgt, jedoch nur allenfalls Insidern bekannt. Einige Krimis, wie zur ‚Cliff Corner’- Serie standen auf seinem Konto, als Bastei ihm zu einem neuen Projekt heranzog, eben dem Gespenster-Krimi.
Am 13.7.1973, dem Tag, an dem Lon Chaney jun., ein beliebter Horrorfilm-Darsteller starb, an dem Richard Nixon geheime Gespräche aus dem Weißen Haus veröffentlicht und an dem der Schreiberling dieses Beitrages noch nicht einmal geplant war, war es endlich soweit: Der Gespenster-Krimi Nr. 1 – mit dem bereits erwähnten John Sinclair – erschien unter dem Titel ‚Die Nacht des Hexers’.
Angelehnt an den beliebten Film ‚Die Nacht der lebenden Toten’, dem eine wahre Sintflut eher minder als mehr gelungener Zombiestreifen folgen sollte und noch bis heute folgt, bekämpft Sinclair zum ersten Mal die Mächte der Finsternis. Professor Iwan Orgow, seines Zeichens Wissenschaftler und Okkultist, der auf Grund seiner abnormalen Tätigkeiten aus seiner Heimat fliehen musste, ist der erste Gegner des jungen Yard-Beamten. Orgow erweckt mit Hilfe des Mediums Lara eine Horde Zombies und lässt sie den kleinen Ort Middlesbury stürmen. Doch obwohl John Sinclair noch über keine seiner magischen Waffen wie das Kreuz, Silberkugeln oder den silbernen Dolch verfügt, gelingt es ihm, jedoch nicht ganz ohne Hilfe des landesansässigen Militärs, die Meute der untoten zurückzuschlagen. Im Zeichen seiner sicheren Niederlage begeht Orgow vor den Augen des Polizisten Selbstmord. Ein finsteres Racheschwur bleibt dennoch im Gedächtnis des Titelhelden haften: „Ich...komme...wieder.“
Dieser Satz allein könnte schon für das stehen, was dem Roman folgte. Der Gespenster-Krimi boomte, wurde zur vielleicht erfolgreichsten Reihe seiner Zeit.
Niemand ahnte damals allerdings, dass Orgow wirklich noch einmal zurückkehren würde. Wohl auch, weil ‚John Sinclair’ noch in seinen Kinderschuhen steckte. Wer hätte sschon vorhersehen können, dass der ‚Nacht des Hexers’ 49 weitere Gespenster-Krimis mit dem sympathischen Beamten folgen würden, dazu bis heute 1473 Hefte der eigenen Serie, 306 Taschenbücher, etwa 150 Hörspiele, zwei Paperpacks, ein Hardcover sowie unzählige Neuauflagen, Jubiläums-Bände und natürlich Fanartikel? Ich denke niemand, nicht einmal der Autor. Zu bedenken ist natürlich, dass insgesamt 55 Romane von Fremdautoren stammen, wovon wiederum sieben in der 4. Auflage gegen neue Geschichten von Jason Dark ausgetauscht wurden. Aber dies ist nur ein kleines Beiwerk.
Auch wenn sich viele alte Fans sich mit der Zeit von der Serie abgewandt haben, weil sie das alte Flair vermissten, gibt es noch immer eine große Leserschaft – und viele ‚Neue’, wie meine Wenigkeit, obwohl ich nun schon seit gut vier Jahren dabei bin.
Nun, für viele dürften die letzten Zeilen nicht neu sein, also was erwartet euch in der JS-Kolumne? Viele Handlungs- und Personenbeschreibungen, chronologisch von den Anfängen an behandelt – was nicht ausschließt, das auch mal etwas zwischengeworfen wird, eine Menge Subjektives und mindestens genauso viele Informationen.

© Dämonengeist

 

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