

UND ES FLIEGT DOCH!
Raumschiffdesign über 50 Jahre Perry Rhodan
Teil 1
Die Idee von Raumschiffen ist unweigerlich genau so wie die Science Fiction an sich. Trotz einiger, teils auch erfolgreicher, Versuche hat es bis heute niemand geschafft, in der Science Fiction interstellare Reisen ohne Raumschiffe zustande zu bringen. Mit Stargate wurde ein guter Ansatz geschaffen, diese eiserne Regel zu brechen, doch auch das konnte nicht lange durchgezogen werden und irgendwann durften dann ja sogar die SG Teams mit ziemlich hässlichen Pötten durchs All gurken.
Dass in einer Serie wie Perry Rhodan die Raumschiffe nicht wegzudenken sind, kann da nur als selbstverständlich bezeichnet werden. Und so durften die Leser in 50 Jahren viele intelligente, manche fantasievolle und das ein oder andere einfach obskure Raumschiffdesign miterleben. Und alles hatte einmal einen Anfang. Nimmt man es genau, war die STARDUST, jene Rakete, mit der Perry Rhodan und Reginald Bull in der Serie als erste Menschen den Mond erreichten, natürlich das allererste in den Romanen erwähnte Raumschiff. Da wir uns hier aber mit etwas langstreckentauglicheren Modellen befassen wollen, überspringen wir dies und gehen gleich zum ältesten Schiffstyp der Serie.
IST ES EIN FUSSBALL? IST ES EINE KANONENKUGEL?
NEIN – ES IST EIN ULTRASCHLACHTSCHIFF
Alles begann mit einem 500m durchmessenden Kugelraumschiff der Arkoniden. Durch einen technischen Defekt auf dem Mond gestrandet, gab die AETRON schon zu Beginn der Serie (Perry Rhodan 1 – Unternehmen Stardust) das zukünftige Design der wichtigsten Schiffe vor. Kugelrund mit einem Ringwulst um die Mitte. So stellte sich das erste extraterrestrische Design dar, das Perry Rhodan zu sehen bekam. Klingt auf den ersten Blick nicht gerade faszinierend. Mit dem Cover von Perry Rhodan Nummer 3 bekamen die Leser dann auch erstmals ein Kugelraumschiff (wenn auch nur ein 60m durchmessendes Beiboot) am Titelbild der Romane zu sehen.

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 3)
Zugegeben, beeindruckend sieht anders aus. Doch schon damals bewiesen die Schöpfer und Autoren der Serie, dass sie, bei aller Fantasie, immer auch im Realen verhaftet bleiben wollen. So gab und gibt es immer wissenschaftliche Erklärungen für alle technischen Gadgets, die in der Serie auftauchen. Und betrachtet man das Design eines Raumschiffes einmal aus rein physikalischer Sicht, ist ein Kugelraumschiff die sinnvollste denkbare Bauweise. Ein ideales Verhältnis von Oberfläche zu Volumen kombiniert mit den natürlichen statischen Vorteilen einer Kugel macht dieses Basisdesign zum Sinnvollsten, was sich Konstrukteure einfallen lassen können. Ob die Schöpfer der Serie solche physikalischen Überlegungen im Kopf hatten, als sie sich diese Raumschiffform einfallen ließen, werden wir wohl nicht mehr erfahren. Unbestritten ist jedoch, dass die Beschreibung, wie sich eines dieser Stahlgebirge auf einen Raumhafen herabsenkt, nur mehr als majestätisch bezeichnet werden kann.

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 39)
Über die Jahre hinweg wurden die Schiffe nach und nach immer größer. Schon in Perry Rhodan Roman 18 tauchte mit der STARDUST II das erste 800m durchmessende Großkampschiff auf. Doch auch dies sollte nicht lange das Ende der Fahnenstange sein. Im Heft Nummer 39 tauchte mit der VEAST'ARK (späterer terranischer Name TITAN) das erste Superschlachtschiff mit 1500 m Durchmesser auf. Ab hier war die Beschreibung als Stahlgebirge mehr als gerechtfertigt. Damit war dann aber auch für lange Zeit Schluss. Erst Jahre später wurden mit der ENTDECKERKLASSE und den ULTRASCHLACHTSCHIFFEN zwei neue Typen eingeführt, die mit 1800 m respektive 2500 m diese nochmals um Längen schlugen. Dabei ist es bis zum heutigen Tag auch geblieben. Auch wenn die Raumschiffe über die Jahre ihre Ringwulste verloren, so blieb die Basis des Kugelraumschiffes für Terraner, Arkoniden und Akonen immer gleich und ist heute wohl eines der markantesten Markenzeichen der Serie.

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 2067 – Gregor Paulmann & Christoph Anczykowski)
EROTIKSPIELZEUG IM ALL – DIE WALZENRAUMSCHIFFE GREIFEN AN
Als zweites Design, das sehr früh in der Serie eingeführt wurde und sich bis heute als Raumschiffstyp der unterschiedlichsten Rassen hält, durfte die Walze herhalten. Springer, Druuf, Maahks, Gaid und viele andere Völker haben in mehr als 2500 Romanen immer wieder auf dieses Design, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen, gesetzt. Physikalisch gesehen macht auch dieses Design Sinn und auch im Kopf des Lesers entsteht ohne lange Erklärungen schnell ein klares Bild. Wobei man sich doch manchmal fragt, welches Bild der eine oder andere Künstler im Kopf hatte, als er versuchte, ein Walzenraumschiff abzubilden.
Wirken die ersten Abbildungen noch wie klassische Raketen oder Torpedos …

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 495 – Bernard Stoessl)

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 847 – Christoph Anczykowski)
… fragt man sich hier schon, was für ein Objekt dem Zeichner Modell stand …

© Copyright VPM Verlag (Perry Rhodan 669)
Wie auch bei den Kugelraumschiffen finden sich die Walzenraumschiffe in allen erdenklichen Größenordnungen. Von 200 m langen »Winzlingen« der Gaids über die 2500 m Giganten der Maahks bis zu den rund 7000 m langen kobaltblauen Walzen der Kosmokraten finden sich alle Größen.
Beim nächsten Mal finden wir heraus, woher die BORG aus Star Trek ihr Raumschiffdesign haben und sehen uns OLD MAN einmal näher an.
Quellen:
Copyright © 2010 by Michael Hirtzy
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