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Der Tod als ewiger Begleiter - in memoriam

Wenn eine Serie seit über 2500 Ausgaben und somit seit annähernd 50 Jahren existiert, dann wird der Tod unweigerlich nicht nur im Handlungsrahmen sondern auch in der Realität zum ewigen Begleiter. Man kann den Tod geliebter Charaktere irgendwann genau so wenig verhindern oder hinauszögern wir den Tod jener, die Zeit, Liebe und Arbeit darin investiert haben, diese Charaktere erst zum Leben zu erwecken. Die Frage ist nie, ob es irgendwann passieren wird, sondern wann es geschehen wird und wie damit umgegangen wird.

Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg hat die Perry Rhodan Redaktion immer wieder gezeigt, dass es neben den Helden, mit denen die Serie Woche für Woche bevölkert wird, noch ganz andere Helden gibt. Schon dadurch, dass die Autoren bei der Serie nie im Hintergrund stehen mussten, sondern im Gegensatz zu vielen anderen Heftroman-Serien immer am Titelbild genannt wurden, zeigte man immer wieder den Stellenwert der Kreativen, die so ein Mammutwerk wir Perry Rhodan erst ermöglichen. Doch auch, oder gerade, im Falle des Todes eines der realen Helden der Serie hat die Redaktion und das gesamte Perry Rhodan Team immer wieder bewiesen, dass sie es verstehen, ihre Helden in Würde zu verabschieden.

Als im März 1984 der langjährige Autor, Exposé Autor und Verantwortlicher für die Silberbände (bis Band 19) Wilhelm Karl Voltz verstarb, erfuhr dieser am Titelbild des im August 1984 erschienenen Jubiläumsheftes 1200 als erster Perry Rhodan Autor eine Verabschiedung, die sich über die Jahre zu einer traurigen, aber zugleich schönen Tradition entwickelte.

So wurde nicht nur ein zweiseitiger Nachruf (in Ausgabe 1185) veröffentlicht, sondern Wilhelm Voltz wurde als erster Perry Rhodan-Autor im Titelbild verewigt.

Im Jahr 1991 verstarb mit Karl-Herbert Scheer der Erste der Perry Rhodan-Erfinder und Mitbegründer. So wie vor Wilhelm Voltz nahmen auch hier das Serien-Team und die Fans nicht nur in schriftlicher Form (Heft 1575) Abschied. Auch dieses Mal wurde der Verstorbene auf dem Titelbild einer Jubiläumsausgabe (1600) gewürdigt.

In gleicher Weise wurden in den folgenden Jahren weitere Autoren in die Perry Rhodan-Ahnengalerie aufgenommen.

Im Jahr 1993 verstarb Kurt Mahr, der ebenfalls zu den Autoren der ersten Stunde zählte, und läutete damit auch ein Jahrzehnt ein, in dem leider viel zu viele die Reihen des Perry Rhodan-Teams verlassen mussten. Der auch als »Physiker vom Dienst« bekannte Mahr wurde im Titelbild der Ausgabe 1700 auf jene große Reise verabschiedet, von der bis heute noch niemand zurückgekehrt ist.

Mit dem Tod von Johnny Bruck verlor die Serie im Jahr 1995 jenen Mann, der die Serie visuell so sehr geprägt hat wie kein anderer davor oder danach. Mit insgesamt 1797 Titelbildern hatte er die Serie seit der ersten Ausgabe begleitet und die Ideen und Visionen der Autoren bildlich umgesetzt. Er war der Erste, der den Charakteren wortwörtlich ein Gesicht gab. Dank ihm wurden Welten, Wesen, Schiffe und Raumschlachten nicht nur in den Köpfen der Leser, sondern auch in strahlenden Farben zur Realität. Und so wurde auch dieser ewige Begleiter Perry Rhodans mit der Ausgabe 1800 in die Reihen der Unsterblichen aufgenommen.

Als im Jahr 1996 dann mit Peter Griese ein weiterer Autor verstarb, wurde auch er entsprechend verabschiedet und erhielt mit Heft 2046 die Ehre, dem Chronisten von ES, der Superintelligenz, die Perry Rhodan seit den Anfangsjahren begleitete, sein Gesicht zu verleihen.

Der im Jänner 2005 verstorbene Mitbegründer und Erfinder der Serie Clark Dalton (eigentlich Walter Ernsting), ist bis zum heutigen Tag der einzige Perry Rhodan Autor, der es zweimal auf das Titelbild der Serie geschafft hat. War es im Titelbild der Ausgabe 1007, um seinen sechzigsten Geburtstag zu feiern, konnten die Leser mit dem Finale des Sternenozean-Zyklus (Ausgabe 2299) Abschied vom letzten lebenden Perry Rhodan-Erfinder nehmen.

Ernst Vlcek schrieb bis ins Jahr 2004 Perry Rhodan-Romane und war für den Zeitraum von 1984 (Ausgabe 1211) bis 1999 (Ausgabe 1999) auch für die Exposés verantwortlich. Als er im Jahr 2008 verstarb, wurde auch er, obwohl er schon seit 4 Jahren nicht mehr aktiv an der Serie gearbeitet hatte, im Titelbild der Ausgabe 2452 verewigt.

Mit Heft 1328 aus dem Jahr 1987 stieß Robert Feldhoff zum Perry Rhodan-Team und war damit wohl einer der Jüngsten in der Autoren-Runde. Beginnend mit Ausgabe 1700 übernahm er gemeinsam mit Ernst Vlcek die Exposé-Arbeit. Mit dem Ende der Exposé-Arbeit von Ernst Vlcek übernahm Robert Feldhoff die Aufgabe der Erstellung der Rahmenhandlung ab Heft 2000. Bis zum Jahr 2008 verfasste Robert Feldhoff 100 Perry Rhodan Romane. Darunter 10 Romane, die den Beginn ganzer Zyklen oder großer Handlungsabschnitte beinhalteten. Er prägte die Serie somit nicht nur durch seine inhaltliche Tätigkeit als Exposé-Verantwortlicher, sondern indem er seine Ideen auch selbst an den Start brachte. Im Jahr 1996 vervollständigte er mit Heft 1827 auch einen Roman, den der damals verstorbene Peter Griese begonnen hatte, jedoch nicht mehr zum Abschluss bringen konnte. Weder damals, noch mit dem Erscheinen des Romans EVOLUX (Ausgabe 2450), der den Start in die 2. Hälfte des Negasphäre-Zyklus darstellte, hätte irgendjemand damit gerechnet, dass auch sein letzter Roman nicht vom ihm selbst beendet werden würde.

Am 17. August 2009 verstarb Robert Feldhoff im Alter von 47 Jahren. Unzählige Foreneinträge (auch im vom Verlag online gestellten Kondolenzbuch) zeigten die Bestürzung und die Anteilnahme der Fans. Und so erhielt Robert Feldhoff mit Heft 2538 jene letzte Ehre, die über die Jahrzehnte zur Tradition geworden war. Mit der Veröffentlichung seines letzten Romans, den er leider selbst nicht mehr fertigstellen konnte, wurde Robert Feldhoff sowohl literarisch als auch visuell als bis dato Letzter in die Reihe der Unsterblichen aufgenommen.

Die Macher hinter Perry Rhodan haben damit einmal mehr bewiesen, dass der Tod etwas Unausweichliches ist. Er ist furchtbar für alle, die davon betroffen sind. Er ist unfassbar für die Familien und Freunde. Unverständlich für all jene, die davon nicht direkt betroffen sind. Die Frage ist nicht das Ob, sondern nur das Wann. Und ob man von denen, die man berührt hat, fallen gelassen oder mit Stil und Würde verabschiedet wird. Die Perry Rhodan Serie hat es in fast 50 Jahren immer geschafft.

Quelle: Perrypedia – www.perrypedia.proc.org

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