
Perry Rhodan

von Uli Heise
Geleitzug ins Ungewisse
Da die ursprüngliche Einleitung von Horst Hermann von Allwörden „As Time Goes By 02 spezial“ zusammen mit dem Verfasser den verlassen hat, schreibe ich mir notgedrungen selbst ein paar Worte zum Geleit. Die werden nicht ganz zu dröhnend ausfallen wie die Ausführungen von HHVA.
Sollte die Überschrift bekannt vorkommen, hat das seine Richtigkeit. Es handelt sich um den Titel von Perry Rhodan Band 238, womit wir uns in der ersten Hälfte des berühmten MdI-Zyklus befinden. Und das soll auch der Schwerpunkt dieser Kolumne sein, natürlich nicht ausschließlich der MdI-Zyklus, aber der Anfang der Serie, genauer die Bände bis zum Beginn des Laren-Zyklus. Das sind nämlich die Romane, die ich mit Herzblut gelesen habe. In meinem überquellenden Bücherregal stehen zwar mittlerweile alle Hefte in erster Auflage bis zur aktuellen Nummer, aber die „Dinger“ lese ich seit vielen Jahren nur noch quer, um auf dem Laufenden zu bleiben.
Ach so, ich vergaß mich vorzustellen. Ich heiße Ulrich „Uli“ Heise und bin Jahrgang 1957. Ich habe in meinem Leben schon so einiges gemacht, die Einzelheiten mag jeder unter meiner Vorstellung als Mitarbeiter nachlesen. Zu Perry Rhodan kam ich um 1970/71 herum mit dem Roman „Die blauen Herrscher“, Band 208 von Kurt Brand, und zwar in der zweiten Auflage. Genau richtig zum Anfang des MdI-Zyklus. Schnell hatte ich auch mit dem „Aufbruch der MARCO POLO“ die erste Auflage entdeckt, die sich gerade mitten im Cappin-Zyklus befand. Dazu kamen noch sporadisch Hefte der sogenannten dritten Ausgabe, die sich irgendwo im Posbi-Zyklus bewegten. Als dann die blaue, „richtige“ dritte Auflage erschien, war mein Glück perfekt, da ich nun von Band 1 an lesen konnte. Und als I-Tüpfelchen gab es noch die Planetenromane, die Perry-Rhodan-Taschenbücher. Und selbstverständlich war ich Mitglied im Perry-Rhodan-Club „Halut“ – obwohl der Club konnte auch einen anderen Namen gehabt haben, da erinnere ich mich aus Scham nicht so genau.
Das ging so einige Jahre, bis ich für einige Zeit das Interesse an Perry und seinen Freunden verlor. Die Science-Fiction-Taschenbücher von Heyne, Ullstein und Goldmann füllten von nun an den spärlichen Platz in meinem Regal aus. Aber der „Schund“ gibt einen nicht so einfach frei. Einmal Rhodanianer, immer Rhodanianer. Die Liebe war zwar nicht mehr so tief, aber ganz auf die Sache verzichten, ging auch nicht. Heute verfolge ich die Serie immer noch mit Interesse, aber auch mit wohlwollendem Abstand, da sich mittlerweile zu viele Dinge wiederholen – die Serie kupfert kräftig aus ihren eigenen Anfängen ab, was nur legitim ist.
In dieser Kolumne möchte meinen Senf zu der Imperialen Phase der Serie abgeben. Das sind für mich die Hefte bis 650, wenn mit dem Auftauchen der Laren das Solare Imperium in Rente geschickt wird. Und ich behandele ausschließlich die ursprünglichen Hefte und nicht die Silberbände, die für diese frühe Phase oft unsäglich verstümmelt und geklittert wurden, damit sie politisch korrekter waren.
Davor waren wie eine Glocke dröhnende Kugelraumschiffe noch wie eine Glocke dröhnende Kugelraumschiffe, die im Salventakt ihrer überschweren Transformbreitseiten nach Feuerlee kränkten, während die Besatzungen trotz Kubikkilometern von Laderaum nur Synthogrütze auf den Teller bekamen. Das waren noch Zeiten!
|