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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 3: Der neue Cotton
Der Aufbruch in die Welt der Zyklen und roten Fäden

Widmen wir uns nun einmal der Zeit in der Cotton-Serie, die mir persönlich am besten gefällt: Der brandaktuellen Action-Zeit.
Der Einstand von Michael J. Parrish in die Jerry Cotton Serie begann gleich mit einem Action-Kracher, und zwar mit Band 2029 – „Party für Miss Liberty“. Am Unabhängigkeitstag bekommen es Jerry und Co mit einer Gruppe Terroristen zu tun, die damit drohte, die Freiheitsstatue in die Luft zu sprengen.
Jerry Cotton war zwar schon immer das Synonym für den modernen Kriminalroman, doch mit diesem Roman begann eine ganz neue Ära in der Jerry Cotton Serie.
Es folgten weitere Einzelromane von M. J. Parrish – und dann kam die Trilogie „Mein letzter Fall“, der 3-Teiler, der den meisten Cotton-Fans wohl noch immer gut in Erinnerung geblieben ist.
Weitere Mehrteiler folgten und das in immer kürzeren Abständen. Kurz nach Band 2161-2163 ging es mit Band 2173-2174 weiter, 2186-2188 usw. Jerry Cotton wurde aktueller denn je, bald hieß es auf immer mehr Covers „Der neue Cotton – brandaktuell“, „Cotton 2000 – so spannend, wie nie zuvor“ oder „Cotton 2000 – noch mehr Action“.
Mit Band 2200 tauchte auch noch ein Neffe von Jerry Cotton auf, namentlich Will Cotton, vom Charakter her ähnlich wie Annie Geraldo. Verschwörungstheorien wurden wieder mehr „in“ (laut Peter Thannisch durch den Erfolg der Mystery-Serie „Akte X“). Es gab Geschichten über Hightech-Terroristen und über die Geheimdienste. Gegner tauchten nicht nur in einem Roman auf und verschwanden wieder, sondern sannen nach Rache. Die Stories folgten nicht mehr nur dem ewigen Schwarz/Weiß-Muster (Gut und Böse sind klar getrennt) – es kamen Grautöne hinzu. Und auch wenn die Gegner wieder auftauchten folgten sie nicht dem Haudrauf-Muster (Beispiel: Ein Killer wird vom Racheengel engagiert, Cotton zu killen – so was klappt doch sowieso nicht, und irgendwann wirkte das auf mich auch nicht mehr besonders spannend) – Cotton wurde zum Psycho-Thriller (bemerkenswert z. B. wie Jon Bent als Todeskandidat es trotzdem noch schaffte, Jerry für seine Taten ein schlechtes Gewissen einzureden), den Dauergegnern ging es nicht nur darum, ihre besonderen Feinde (in dem Fall Jerry Cotton und Co) umzubringen, sondern auch, sie seelisch fertig zu machen oder ihren Ruf zu ruinieren (siehe Band 2455 – „Ich – der Mann mit der Bombe“).
Cotton wurde aktueller denn je, sodass sogar ein Anschlag auf das World Trade Center in Band 2317 („Das Genie, die Geiseln und wir“) quasi vorausgesehen wurde, denn obgleich der Roman erst kurz nach dem Terror-Anschlag aufs WTC erschien, wurde er doch Monate zuvor verfasst.

Besonders drei Gegner spielten Jerry Cotton immer wieder mit.
Einerseits die Domäne – sie war eine der gefährlichsten Gruppierungen des organisierten Verbrechens. Es gehörte zum Plan der Domäne, weite Teile der Wirtschaft und Gesellschaft zu unterwandern, indem führende Persönlichkeiten in Politik und Wirtschaft durch Doppelgänger ersetzt wurden. Der Organisation wurde im Heft 2374 – „Ich – und der falsche Mr. High“ schließlich zerschlagen (wobei noch immer offen ist, ob es nicht doch noch Erben der Domäne gibt).

Der andere Erzschurke war der Hightech-Terrorist Jon Bent. Dieser setzte Cotton und Co so stark zu, dass Jerry zeitweise sogar von Freund und Kollege Phil Decker Abschied nehmen musste und ihm ein neuer Partner zur Seite gestellt wurde. Schließlich entging Bent sogar der Todesstrafe – siehe Heft 2280: „Todesstrafe für Jon Bent“.

Doch auch, nachdem die Domäne zerschlagen war, sollte die Action kein Ende nehmen, denn ein neuer zukünftiger Dauergegner machte auf sich aufmerksam: Jeff Patrick. Zu dessen Zeit gab es u. a. den legendären Sarah Hunter-Zyklus, zu dem sogar eine Model-Search-Aktion gestartet wurde. Der Kampf gegen den ehemaligen CIA-Agenten Patrick, genannt Snake, forderte in Band 2502 „12 gegen New York“ auch ein Opfer in den Reihen der FBI-Agenten. Annie Geraldo starb an einer Kugel, die Patrick noch abschießen konnte, bevor er endgültig starb (ein Beitrag zu Annies Tod, siehe Jerry Cotton Kolumne 2).
Dieser Beitrag soll nur einen kleinen Überblick der Dinge verschaffen, die ich in den nächsten Kolumnen ausführlicher besprechen werde – die Zeit des „neuen“ Cottons, echte Highlights der Serie.

In der nächsten Kolumne auf geht es um den Dreiteiler „Mein letzter Fall“.

Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

© Martin Palm


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