
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 9: Die Rache der First Lady
Ein heißer Flirt, Intrigen und ein Killer
„’Nimm mich’, hauchte sie und schenkte mir einen provozierenden Blick. (...) Verdammt, noch ehe mein Verstand begriff, was geschah, küsste ich diese begehrenswerte Frau, die nach menschlicher Wärme und Zärtlichkeit verlangte, küsste sie heiß und leidenschaftlich. Ich fühlte, wie sich ihr schlanker, gazellenhafter Körper an meinen drängte, wie ihre Hände zittern vor Lust über meine Kleider wanderten und begannen, sie mir vom Leib zu zerren...“
Jerry Cotton Band 2184 – „Mein heißer Flirt mit der First Lady“ (1999)
Klingt nach einer typischen Freundin von Jerry Cotton, wie wir sie zu diesem Zeitpunkt schon einige Male erleben durften, oder?
Weit gefehlt.
Die Frau, die da das heiße Verlangen nach Jerry Cotton spürte, ist nicht etwa irgendeine Frau, sondern die First Lady – Frau des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton!
Es ist gerade mal gut zehn Bände her, da hatte man es bei Jerry Cotton auf den damaligen Präsidenten der USA abgesehen – und zwar im Zweiteiler Band 2173: „Sex-Skandal im Weißen Haus“ und Band 2174: „Angriffsziel: Bagdad“. So war also zuerst der Präsident fällig, ging es jetzt der First Lady an den Kragen.
Das Ganze begann damit, dass sich die First Lady – natürlich entweder unbenannt oder namentlich verändert als „Chloe“ bezeichnet – unausgelastet fühlte und unausstehlich verhielt. Dies hat natürlich – unter anderem – seinen Grund darin, dass ihr Mann sie vor nicht allzu langer Zeit betrogen hat. Dann tauchte auf einmal ein Drohbrief auf, in dem man mit dem Tod der Präsidentenfrau drohte. Also ließ sich die First Lady zu Jerry Cotton bringen, um vor dem Killer geschützt zu werden – und es kommt zu einem Wiedersehen mit den Agents Slarsky und Little, die wir bereits im Zweiteiler von Band 2173 bis Band 2174 kennen lernen durften.
Doch dann findet Jerry Cotton heraus, wer hier wirklich Drohbriefe schreibt – und, wer hinter der First Lady wirklich her ist...
Autor dieses Romans ist Michael J. Parrish, der bis dato schon mit anderen Romanen auf sich aufmerksam gemacht hat – etwa dem Dreiteiler „Mein letzter Fall“ usw. und von dem wir in Zukunft noch einiges hören werden.
Wie auch der Präsidenten-Zweiteiler von Band 2173 bis Band 2174 löste dieser Roman zwiespältige Reaktionen unter den Lesern aus (da man ein paar Bände später um die Meinung der Leser bat, geriet auch dieser Roman ins Visier der Leserbriefe). Den einen gefiel der Roman wegen seiner Action und politischen Aktualität – die anderen fanden ihn nicht so gut, da man der Meinung war, der Sex-Skandal des ehemaligen US-Präsidenten wäre schon genug in den Medien breitgetreten worden, da wäre es nicht nötig gewesen, das auch noch bei Jerry Cotton auszubreiten.
Dieser Roman ist einer der wenigen, der trotz des Killers, der das erste Mal bei seiner Enttarnung in der Handlung namentlich erwähnt wird, bei mir nicht gänzlich in Ungnade gefallen ist. Das liegt einmal daran, dass der Roman actionreich und politisch aktuell war – und, dass in dem Roman noch jemand anders intrigiert (wenn der Roman auch nicht ganz an die Qualität des vorherigen Präsidenten-Zweiteilers herankam).
Ich will nicht vorweg greifen, doch: Der Titel der Kolumne in Verbindung mit oben stehendem Zitat hat schon seinen Grund...
Und dann ist da natürlich noch das Cover, das in diesem Fall eine wirkliche Augenweide ist. Das ist Jerry Cotton – wie er leibt und l(i)ebt! Das Bild des Weißen Hauses rundet das Ganze zudem noch schön ab.
Jerry Cotton Heftroman Band 2184: „Mein heißer Flirt mit der First Lady“ erscheint voraussichtlich am 5. Dezember 2006 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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