
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 12: Kampf an allen Fronten (3)
Teil 3 der Annie-Geraldo-Trilogie: „In Spanish Harlem wirst du sterben“
 Der finale Teil der Annie-Geraldo-Trilogie, Band 2188: „In Spanish Harlem wirst du sterben“, ist in meinen Augen nicht nur der beste Roman der Annie-Geraldo-Trilogie, sondern einer der besten Heftromane überhaupt von Martin Barkawitz – dabei beginnt der Roman relativ unspektakulär mit einer Geschichte, die eigentlich nichts Ungewöhnliches ist.
Schutzgeld-Erpresser terrorisieren die Geschäftsläden von Spanish Harlem und auch das Geschäft von Julia Estrada gerät in ihr Visier – eine Freundin von Annie Geraldo.
Zeitgleich läuft das durch die Geschehnisse in Band 2186: „Der Cop, der eine Schlange liebte“ entstandene interne FBI-Ermittlungsverfahren gegen Latina-Agentin Annie Geraldo. Doch nicht einmal da läuft alles glatt, denn Annie hat verschlafen und erscheint deshalb zu spät vor dem Untersuchungsausschuss.
Jerry Cotton und Phil Decker sind derzeit in den Fall von Schutzgelderpressung verwickelt – und dann kommt die Horror-Meldung: Annie Geraldos Familie in Spanish Harlem ist in die Fänge der Schutzgelderpresser geraten, da Paco Geraldo, jüngster Spross der Geraldo-Familie Zeuge einer Misshandlung der Schutzgelderpresser wurde – und von da an beginnt ein Kampf an allen Fronten, denn nun müssen Jerry Cotton und Phil Decker nicht nur um Annies Zukunft bangen und die Schutzgelderpresser jagen, sondern auch ein Geiseldrama verhindern...
Wie ich schon mehrfach an verschiedenen Stellen angedeutet habe sind es nicht nur die spannenden Ermittlungen und die Action, die diese Romane für mich so besonders und lesenswert machen – sondern auch das Drumherum, denn trotz aller Spannung, Action, Ermittlungen und so weiter, kommt auch hier das von mir so heiß geliebte Privatgeplänkel nicht zu kurz.
Eine wirklich geniale Szene gibt es beispielsweise auf Seite 22 (wobei die Seitenverteilung in der 2. Auflage etwas anders sein dürfte, z. B. durch die fehlenden Mittelteil-Seiten „Cotton aktuell“), die mir mindestens genauso gut gefiel wie der Roman selbst und die Martin Barkawitz wirklich exzellent gelungen ist. Worum genau sich diese Szene dreht, verrate ich an dieser Stelle nicht, da ich wirklich niemandem den Spaß daran oder vielmehr: den Moment der Überraschung nehmen möchte (es sei nur so viel gesagt: Phil ist der Auslöser für das Besondere dieser Szene und wirft damit Jerry derart aus der Bahn, dass der, während er einen Wagen lenkt, fast das Lenkrad des Fahrzeugs verrissen hätte) – das macht in meinen Augen den besonderen Charme, das gewisse Etwas, das Salz in der Romansuppe aus.
Und es wird außerdem noch eine Überraschung der Besonderen Art für die Leute geben, die die letzten Cotton-Romane gelesen haben – vor allem, wer Band 2178: „Man nannte ihn El Toro“ von Martin Barkawitz gelesen hat.
Übrigens wurde dieser Roman zu alledem durch ein perfekt zum Roman passendes Cover (Annie Geraldo trug im Roman genau die Kleidung wie auf dem Titelbild und vom Aussehen her käme das auch hin) und einen schönen Leserbrief in der Heftmitte ergänzt, nachdem man im letzten Heft ja bereits zu Leserbriefen aufgefordert hatte.
Fazit: Zu der gesamten Annie-Geraldo-Trilogie kann man schlussendlich nur sagen, dass der Autor sich von Band zu Band gesteigert hat: Heft 2186 war gut, 2187 besser und 2188 sehr gut.
Jerry Cotton Band 2188: „In Spanish Harlem wirst du sterben“ (3. Teil) erscheint voraussichtlich am 2. Januar 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am 2. Januar 2007 (Thema: Martin Barkawitz, Autor der Annie-Geraldo-Trilogie)
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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