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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 13: Autor: Martin Barkawitz
Über den Autor der Annie-Geraldo-Trilogie

Nachdem ich mich in den letzten drei Jerry Cotton-Kolumnen mit der Annie-Geraldo-Trilogie befasst habe (siehe Jerry Cotton-Kolumne 10: „Die Annie-Geraldo-Trilogie“, 11: „Allein gegen alle“ und 12: „Kampf an allen Fronten“), gibt es jetzt ein wenig Hintergrund zum Autor des Dreiteilers: Martin Barkawitz.

Zeitgleich zum Erscheinen der Annie-Geraldo-Trilogie und der dazugehörigen Kolumnen gibt es übrigens außerdem ein Interview mit Martin Barkawitz, hier exklusiv im Geisterspiegel, ebenfalls zu finden in der Übersichtsseite der Kolumne oder unter „Interviews“. Dort gibt es viele Infos von Martin Barkawitz u. a. über seine Arbeit für Jerry Cotton.

Zum Anfang natürlich einmal ein paar grundsätzliche Informationen zu Martin Barkawitz selbst:
Er wurde am 22. Februar 1962 in Hamburg geboren. Nach Schulbesuch und kaufmännischer Berufsausbildung und diversen Jobs studierte er auf dem zweiten Bildungsweg an der Universität Osnabrück Literaturwissenschaft und Soziologie mit Hilfe eines Hochbegabten-Stipendiums der Friedrich-Ebert-Stiftung. Das Thema der Magisterarbeit war „John Sinclair“, die erfolgreichste deutschsprachige Gruselserie aller Zeiten.

Dadurch wurde auch das Interesse des Bastei-Verlags geweckt: Martin Barkawitz wurde zu einem Gespräch mit dem damaligen Cheflektor von Bastei, Rainer Delfs, eingeladen. Bei dieser Gelegenheit äußerte er außerdem seinen Wunsch, Heftromanautor zu werden. Rainer Delfs ermutigte ihn, es doch einmal mit „Jerry Cotton“ zu versuchen. Er schrieb mehrere Exposés; aus einem von ihnen wurde dann Band 2098: „Kugeln für die Country-Queen“, der 1997 in Cotton 1. Auflage erschien.
Dem sollten in den nächsten Monaten und Jahren noch etliche Cotton-Romane folgen, denn bereits in seinem ersten Roman für die erfolgreichste Krimiserie der Welt brachte Martin Barkawitz eine Figur ins Spiel, die in den nächsten Jahren immer mehr an Bedeutung und vor allem an Beliebtheit gewinnen sollte: Anna Maria „Annie“ Geraldo. Ihren ersten Auftritt hat sie übrigens auf Seite 24 der Erstauflage: „Die Kollegen Annie Geraldo und Dennis Shaunessy fuhren herum, entspannten sich aber sofort wieder, als sie mich sahen. Ich nickte ihnen zu.“
Neben „Kugeln für die Country-Queen“ folgten 1997 vier weitere Cotton-Romane, die den Anfang seiner langen Cotton-Karriere markieren sollten. Bislang sind von Martin Barkawitz genau 45 Jerry-Cotton-Romane erschienen; genauer gesagt 39 Heftromane und 6 Taschenbücher.
Nachdem 1998 zehn weitere JC-Hefte und ein Roman für „Mark Hellmann“ (Nr. 3: „Der Satansrächer von Greifswald“, erschienen unter dem Verlagspseudonym C. W. Bach) von ihm veröffentlicht wurden, weitete er 1999 sein Schaffen im Romanheftbereich weiter aus: Neben 11 Jerry Cotton Heftromanen erschienen von ihm außerdem sein erstes Jerry Cotton Taschenbuch (TB 31 454: „Der Königs-Killer“), 11 Mark Hellmann Romane (u. a. durfte er dort den letzten Band der Serie schreiben – Nr. 56: „Der Schattenkiller von Bamberg“) und sein erster Professor Zamorra-Roman (Nr. 647 – „Die Haut des Vampirs“, damals noch unter dem Verlagspseudonym Robert Lamont). Zu seiner Mitarbeit bei „Professor Zamorra“ kam es übrigens, weil der Verlag einem Co-Autor suchte (Näheres siehe dazu im Interview). 1999 wurde außerdem auch u. a. seine Annie-Geraldo-Trilogie veröffentlicht. Letztere gehört wohl bei der Cotton-Leserschaft zu den beliebtesten Romanen von Martin Barkawitz, da die Stimmen zu dem Mehrteiler überwiegend positiv ausfielen (jedenfalls die, die auf den Leserseiten abgedruckt wurden).
In den folgenden Jahren schrieb er dann noch an weiteren Romanserien und -reihen unterschiedlichster Genres mit, wie z. B. Grusel-Schocker, Irrlicht, Lassiter, Mitternachts-Roman, Torn, Heimatglocken, Jack Slade, Special Force One und Texas-Marshal.
Nach seinem Ausstieg aus der Gruselromanserie „Professor Zamorra“ bekam er dann vom Omnia-Verlag das Angebot, die Krimiserie „Kripo Hamburg“ zu schreiben. Die gesamte Taschenheft-Serie wurde ausschließlich von Martin Barkawitz von 2004 bis 2006 unter dem Pseudonym Carla Jensen geschrieben und erreichte zwölf Ausgaben.
Seit 1999 schreibt er außerdem regelmäßig Geschichten für Romanmagazine und Zeitschriften wie „Wahre Geschichten“ usw.
Insgesamt wurden bisher über 130 Heftromane und 1000 Wahre Geschichten unter diversen Pseudonymen (wie z. B. Jack Slade, Jerry Cotton, Roger Clement, Robert Lamont, Carla Jensen, William Scott u. v. a. m.) von ihm veröffentlicht.

Abgesehen vom Geisterspiegel-Interview mit Martin Barkawitz habe ich ihm per E-Mail noch ein paar weitere nähere Fragen zum Hintergrund der Annie-Geraldo-Trilogie gestellt, die es exklusiv hier in der Jerry-Cotton-Kolumne gibt:

Wie bist du auf die Idee der Annie-Geraldo-Trilogie gekommen?

MB: Zu der Zeit war ja noch Peter Thannisch Cotton-Lektor. Er hat die Autoren dazu angeregt, Nebenfiguren wie Zeerookah, Joe Brandenburg oder eben Annie Geraldo in den Mittelpunkt eines Romans oder eben einer Trilogie zu stellen. Es ist wohl so gewesen, dass die Leser sehr positiv reagiert haben, wenn eine Nebenfigur sich sehr menschlich zeigen darf und in emotionale Abgründe gestürzt wird wie Joe Brandenburg angesichts der Drogensucht seiner Tochter. Die Grundidee, dass Annie ihren Geliebten verliert, habe ich dann gemeinsam mit Peter Thannisch auf die drei Romane „verteilt“, wobei wir versucht haben, die Spannung bis zur letzten Zeile des dritten Bandes aufrechtzuerhalten. Das ist uns wohl auch gelungen, wenn man an die positiven Reaktionen der Leser denkt.

Gab es aufgrund der immer größer werdenden Beliebtheit von Annie Geraldo einen speziellen Verlagsauftrag, diese Trilogie zu schreiben?

MB: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Es war so, dass Peter Thannisch sehr engen Kontakt zu den Cotton-Autoren gehalten hat. Ich glaube mich zu erinnern, dass der Vorschlag von ihm stammte, eine Trilogie zu machen. Auf jeden Fall ist es so gewesen, dass wir ständig versucht haben, die Serie noch besser zu machen und uns zu überlegen, was die Leser wollen. So etwas geht natürlich nur in ständigem Austausch zwischen Autoren und Lektorat. Deshalb kann ich dir bei vielen Romanen überhaupt nicht mehr sagen, ob die Grundidee nun von mir stammte oder von Peter Thannisch. Ich finde das auch zweitrangig. Hauptsache, den Lesern gefällt das Produkt. Auf jeden Fall dürfte Annie Geraldos Beliebtheit dazu beigetragen haben, ihr in der Serie einen größeren Platz einzuräumen.

Woher nimmst du im Allgemeinen deine Ideen?

MB: Aus der Welt um mich herum. Das beinhaltet sowohl die wirkliche Welt als auch Meldungen in den Medien, Filme etc. Konkretes Beispiel: Die Ermordung dieser jungen Türkin in Berlin durch ihre drei fanatischen Brüder. Aus dieser Grundidee habe ich einen Western gemacht, nämlich Texas-Marshal Nr. 110: „Sektenkiller“. Da sind die Brüder allerdings keine Islamisten, sondern Mitglieder einer durchgeknallten Sekte, von denen gab es ja im Wilden Westen genug. Weiterer Unterschied zur Realität: Bei mir geht die Geschichte gut aus, d.h. Bill Waco rettet die junge Frau und ihr Kind vor den blutrünstigen Fanatikern.

Heinz Werner Höber hat mal gesagt, er könne jeden Tag die Zeitung aufschlagen und hätte das Rohmaterial für mindestens drei Cotton-Romane. Also, an Ideen herrscht kein Mangel.

Eine Bibliographie seiner bisher erschienen Romanhefte, ein Interview und eine Biographie gibt es auf der Homepage des Autors: http://www.barkawitz.de.vu.

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am 8. Januar 2007 (Thema: Höllenflug)

© Martin Palm

 

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