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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 93: Der Feuerteufel
Band 2265: „Wenn nachts die Flammen lodern“

Romane um Brandstifter kann man wahrlich nicht zu den Stärken der Jerry-Cotton-Serie zählen – und das, obwohl sich aus dieser Thematik doch so viel machen ließe, wie die US-amerikanische Profiler-Serie „Criminal Minds“ in der Episode „Feuerprobe“ bewies. Bis auf eine Ausnahme sind die meisten Feuerteufel-Romane ab Band 2000, die ich gelesen habe, durchweg langweilig, unspannend oder in ihrer Auflösung vollkommen unbefriedigend – kurz und bündig also unterdurchschnittlich.

Schlimmstes Beispiel ist hierfür sicherlich Band 2545: „Flammenspur durch New York“, einer der mit Abstand schlechtesten Cotton-Romane, die jemals veröffentlicht wurden – aber auch alte Hasen wie Martin Barkawitz haben mit Romanen wie „Wir jagten den Feuerteufel“ (Band 2180) keine herausragenden Krimis abgeliefert. Selbst die wohl positivste Ausnahme – Band 2503: „… morgen brennt die ganze Stadt!“; ein Roman von Allround-Autor A. F. Morland alias Fritz Tenkrat – kommt nur allzu durchschnittlich daher.

Irgendwo im schlechten Mittelfeld liegt hier der morgen als 2. Auflage erscheinende Roman „Wenn nachts die Flammen lodern“ (Band 2265). Wie am Titel unschwer zu erkennen ist, dreht sich in diesem Roman alles um Feuer. Doch so heiß der Titel auch klingen mag, so kalt ist der Roman selbst:

„Rob und Craig Glenn waren zwei skrupellose Killer-Brüder. Menschenleben zählten für sie nichts. Phil und ich hatten Kopf und Kragen riskiert, um die grausamen Kaltmacher zu schnappen und dingfest zu machen, doch kaum hatten wir es geschafft, wurden Rob und Craig von Unbekannten befreit. Ein gewissenloser Geschäftemacher wollte das Killerpaar in seine Dienste stellen. Im Auftrag von Versicherungsbetrügern ließ er für viele Dollars deren Fabriken und Mietshäuser abfackeln. Keine Zeugen durfte es dabei geben, und für diesen feurigen Job waren die eiskalten Glenn-Brüder genau das richtige Gespann. Doch unerbittlich jagten Phil und ich die Feuerteufel-Bande, ihre verbrannten Opfer immer vor Augen. Und bald standen wir den höllischen Brüdern wieder mit gezückten Pistolen gegenüber…“

So uninteressant wie die Vorschau schon klingt, ist der Roman im Endeffekt auch, denn im Prinzip sind die wesentlichen Handlungselemente damit schon beschrieben: Eine Story, dünner als Butterbrot und ohne jegliche Überraschungen trifft auf monoton gestaltete Hauptfiguren – viel mehr gibt’s dazu eigentlich nicht mehr zu sagen. Ein Roman für den Mülleimer, für den jedes weitere Wort eine Verschwendung ist.

Jerry Cotton Band 2265: „Wenn nachts die Flammen lodern“ erscheint morgen, 24. Juni 2008 als 2. Auflage zum Preis von 1,60 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 7. Juli 2008

© Martin Palm

 

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