
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 92: Die Verdammten von Block 13
Jetzt wieder erhältlich: Jerry Cotton Taschenbuch 443
 In dieser Woche geht es in der Jerry Cotton Kolumne mal um einen Bereich, der in den vergangenen Monaten leider etwas zu kurz gekommen ist, nämlich die Taschenbücher. Natürlich nicht den aktuellen, die ich wegen der großteils uninteressanten Themen und dem unansprechenden Design Marke Bahnhofstoilette schon aus Prinzip nicht mehr kaufe – und lese –, sondern den Taschenbüchern, die im Moment in den zweimonatlich erscheinenden Mehrfachbänden nachgedruckt werden.
Im Mai 2008 ist bei Bastei-Lübbe eine Taschenbuch-Zweitauflage mit den drei Romanen „Die verdammten von Block 13“, „’Nein, keine Überlebenden …’“ und „Kalt wie der Tod“ erschienen. Besonders erstgenannter Roman ist ein echtes Highlight der Cotton Taschenbuch-Serie, denn ähnlich wie in dem ebenfalls Ende der 1990er erschienen Mehrteiler um einen Sex-Skandal im Weißen Haus (siehe Jerry Cotton Band 2173 – 2174, siehe auch den Artikel „Im Namen des Präsidenten“) werden hier Verschwörungstheorien und Realität gekonnt mit einer super spannenden Mischung aus Action und Dramatik vermischt:
„Ness State Prison – dreizehn Stockwerke tief ragt das modernste Gefängnis der USA in die Erde. Wer einmal drin ist, kommt nie wieder raus. Doch dann geschieht das Unfassbare: Die Häftlinge revoltieren, nehmen Geiseln – unter ihnen der Präsident der Vereinigten Staaten, der sich von den hohen Sicherheitsmaßnahmen überzeugen wollte. Und ich – der G-man Jerry Cotton – muss hinab in die Tiefen der Hölle, um mein Land vor einer entsetzlichen Katastrophe zu bewahren …“ (Quelle: Bastei)
Was sich hier anhört wie pseudo-patriotisches Geschreibsel mittelprächtiger Heftromanautoren, entpuppt sich im Laufe des Romans zu einem echten Action-Spektakel á la „Stirb langsam“ und das, ohne allzu actionlastig daher zu kommen. Auch das Ende bzw. die Auflösung des Romans ist überaus lesenswert.
Nicht ganz so gelungen ist dagegen ein weiterer Roman in dem Dreifachband, nämlich Band 451: „Kalt wie der Tod“:
„’Operation Ewigkeit’ – das ist das teuflische Projekt, geboren aus nacktem Irrsinn und Größenwahn, das vielen unschuldigen Menschen das Leben kosten soll. Was verbirgt sich hinter „Operation Ewigkeit“? Wer lässt in der ganzen Welt begnadete Kunst-Genies entführen und hält sie an geheimen Orten gefangen? Die FBI Special Agents Jerry Cotton und Phil Decker setzen sich auf die Fährte gnadenloser Killer, und in einer uralten, längst in Vergessenheit geratenen Festungsanlage kommt es schließlich zum mörderischen Showdown …“
In diesem Krimi ist es im Prinzip genau umgekehrt: Während die Beschreibung von „Die Verdammten von Block 13“ wie schon oben angesprochen nicht gerade verheißungsvoll klingt, hört sich „Kalt wie der Tod“ doch nach einem echten Ausnahme-Thriller an. Doch Pustekuchen: Die hervorragende Ausgangssituation wurde durch viel zu viel langweiliges Füllmaterial ersetzt. Der Gangsterboss, der angehende FBI-Agent, der bei Jerry Cotton und Partner Phil quasi in die Lehre geht… na ja, Sie kennen das ja sicher, schon unzählige Male gelesen. Wenn nicht, lohnt es sich für Sie vielleicht, denn alleine schon wegen „Die Verdammten von Block 13“ sind die recht preiswerten 6 Euro für über 400 Seiten Lesespaß äußerst gut angelegt.
Fazit: „Die Verdammten von Block 13“ ist ein echter Burner, zu dem es nichts mehr hinzuzufügen gibt, aus „Kalt wie der Tod“ hätte man, wie bereits angesprochen, mehr machen können, aber trotzdem sind einige Stunden Unterhaltung auf jeden Fall garantiert.
Jerry Cotton Taschenbuch-2.-Auflage Band 31 9756: „Die Verdammten von Block 13 / ‚Nein, keine Überlebenden …’ / Kalt wie der Tod“ ist seit Mai 2008 zum Preis von 6,00 EUR im Buch- und Zeitschriftenhandel erhältlich
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 23. Juni 2008
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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