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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 87: Der neue Captain
Band 2259: „Mein Feind saß im Police Department“

Ausgangspunkt der Handlung dieses Romans ist, dass sich Captain Hywood vom Morddezernat Manhattan Süd wegen seines Urlaubs aus dem Staub macht und nach Miami fliegt. Für diese Zeit ist sein vorläufiger Nachfolger Captain Howard Graigh. Ed Schulz, treuer Mitarbeiter von Hywoods Crew, muss den Mordfall an Deborrah King aufklären: Die geistig behinderte Fünfzehnjährige aus der Madison Street ist mit unzähligen Messerstichen brutal getötet worden. Doch noch während er die Ermittlungen aufnahm, wird Schulz der Fall vom neuen Captain entzogen …

Der hat nämlich beschlossen, dass nur Ellen King, Deborrahs ältere Schwester, die Mörderin sein konnte. Trotzdem ist Schulz nach wie vor von deren Unschuld überzeugt – und wendet sich verzweifelt an Jerry Cotton. Aus dieser kleinen Hilfe unter Kollegen entwickelte sich schnell der reinste Höllenjob – denn von da an wird Cotton von brutalen Schlägern bedroht. Und das sind ganz und gar keine Unbekannten …

So viele Vorteile und positive Seiten das Jerry-Cotton-Team, das die Romane im Bereich von Band 2000 bis 2500 produziert hat, auch hat: Trotzdem sind sie die reinsten Weltmeister im Spoilern. Was in dieser Zeit an wesentlichen Inhaltsteilen schon in der Vorschau vorweggenommen wurde, müsste wohl einen beachtlichen Stand erreicht haben. (Wobei man sich natürlich fragen kann, ob es besser ist, gute Romane zu spoilern oder von schlechten praktisch noch gar nichts zu wissen…)

Den Höhepunkt markieren da wohl die Stories, in denen schon Teile des Plots im Titel gespoilert werden – was das in diesem Falle ist, dürfte wohl kaum weiter schwer zu erraten sein. Wer hier seine Finger im Spiel hat, ist zwar kein gut gehütetes Abschlussgeheimnis, das sich erst in einem finalen Showdown offenbart, aber trotzdem: Hätte man sich diese Vorab-Info gespart, hätte es für so manchen Leser sicherlich mehr Überraschungen gegeben.

So bleibt immerhin noch die versöhnliche abschließende Wendung, denn eine Frage bleibt ja schließlich – obwohl man schon mit ziemlicher Sicherheit weiß, wer was macht – immer noch offen und führt den Roman zu einem recht zufrieden stellenden Ende.
Zusätzlich bleibt der Band allerdings nicht vor gewissen handwerklichen Mängeln verschont – z. B. ist mir Jerrys schroffes Verhalten in der 1. Szene zusammen mit bzw. gegenüber Ed Schulz auf Seite 11-14 bis heute unklar. (Und natürlich seine befremdliche Ungeduld, wo er doch kurz zuvor mit dem üblichen Papierkrieg beschäftigt ist, der ja nicht gerade für seine Kurzweile bekannt ist...)

Fazit: Im Gegensatz zu den letzten Romanen ist „Mein Feind saß im Police Department“ wegen des passablen Endes minimal besser, aber auch keine wirkliche Glanzleistung, sondern nur der übliche Durchschnitt. Aber dafür gibt es Grund zur Freude auf die nächste Woche: Dann startet nämlich ein vierbändiger roter Faden um June Clark, der für so manche Überraschungen gut ist – los geht’s mit Band 2260: „Der Tomahawk-Killer“.

Jerry Cotton Band 2259: „Mein Feind saß im Police Department“ erscheint heute 13. Mai 2008 als 2. Auflage zum Preis von 1,60 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 19. Mai 2008

© Martin Palm

 

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