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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 85: June Clarks Höllentrip
Band 2257 – June Clark in der Gewalt der Söldner-Crew

Nach der Lektüre von Jerry Cotton Heftroman-Band 2257: „June Clarks Höllentrip“ drängt sich einem förmlich der Vergleich mit einem Marathonläufer auf, der einen viel versprechenden Start hinlegt, eine zeitlang das angeschlagene Tempo hält – und dann etwa nach der Hälfte der Strecke immer mehr an Fahrt verliert. Dabei lässt sich der Roman doch eigentlich gar nicht mal so schlecht an, ganz im Gegenteil …

Schon am Anfang geht’s feurig los. Abdul Hamsa, ein international gesuchter Killer, sprengte den Waffenhändler Gene Pryor mitsamt seiner Luxuslimousine in die Luft, weil der auf der Todesliste von islamischen Fanatikern stand. Schließlich gelang es Phil Decker und Jerry Cotton aber doch, Hamsa hinter schwedische Gardinen zu bringen. Doch seine islamischen Kumpane beauftragten eine Söldner-Crew, angeführt von dem Terroristen Liam Pirri, damit, Hamsa wieder aus dem Gefängnis zu holen, indem sie ihn freipressten. Um dieses Ziel zu erreichen, nahmen sie sich drei Geiseln: Den Sohn eines Gangsterbosses und dessen Verlobte – und Jerry Cottons Kollegin, die FBI-Agentin June Clark…

Im Prinzip hat dieser Roman schon von vornherein den Heimvorteil, dass hier einmal mehr das Leben eines FBI-Ermittlers bedroht ist – das heißt, dass eine gewisse Grundspannung schon von vornherein vorhanden ist. Dieses Potenzial wird vom Autor auch relativ gut im Rahmen seiner Möglichkeiten genutzt, doch nach etwas mehr als der Hälfte von „June Clarks Höllentrip“ hat man das Gefühl, die Handlung ist festgefahren, da es weder vor- noch zurückgeht: June Clark & Co sind in der Gewalt der Söldner-Truppe und die guten Jungs vom FBI versuchen sie raus zu hauen. Jetzt müssen eigentlich nur noch die paar Seiten bis zum Schluss gefüllt werden und der Roman ist fertig.

Nebenbei spielt da auch noch der Mafioso Sam Brandon eine Rolle, auch wenn der Gangsterboss klischeehaft wie eh und je geschildert wird – schon gefühlte tausendmal gelesen, nichts Neues. Gut – ein Auftritt von V-Mann Hank Hogan zum Ende des Romans hin ist noch mal ein erfreuliches Erlebnis, aber alles in allem fehlte dem vorliegenden Band zum Ende hin einfach der rechte Schwung oder eine unerwartete Wendung, die dem Ganzen noch mal eine neue Richtung gäbe.

Fazit: Band 2257 ist guter Durchschnitt und für zwei angenehme Lesestündchen sicherlich empfehlenswert. Trotzdem hätte man aus der Ausgangs-Story durchaus mehr machen können – was in vergleichbarem Maße übrigens auch auf den 2.-Auflagen-Roman der kommenden Woche, „Das schärfste Girl der CIA“ (Band 2258), zutrifft …

Jerry Cotton Band 2257: „June Clarks Höllentrip“ erscheint morgen, 29. April 2008 als 2. Auflage zum Preis von 1,60 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 5. Mai 2008

© Martin Palm

 

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