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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 80: Die teuflischen Brüder
Jerry Cotton Band 2249: „Der Mann, der zum Vollstrecker wurde“

Natürlich ist die Annahme, die möglicherweise aus diversen Lobpreisungen der aktuellen 2. Auflage hervorgehen könnte, dass es zu der Zeit von Peter Thannisch in der Jerry-Cotton-Serie NUR gute Romane gab, falsch. Auch hier gab es etliche schwarze Schafe, die man angesichts der vielen anderen guten Krimis am liebsten unter den Tisch kehren würde. Andererseits sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden und nicht jeder mag alle Themenbereiche, sodass von Zeit zu Zeit mal der ein oder andere Flop dabei war.

Keine Seltenheit war es da, dass auf herausragende Highlights eher schwächere Romane folgten. Hier machte auch der vor zwei Wochen erschienene Vierteiler „Der Tag, an dem Phil Decker starb“ keine Ausnahme, denn Band 2248: „Ich jagte den Agenten-Killer“ ist wirklich kein Beweis für die besten Tricks und Kniffe der Jerry-Cotton-Autoren. Anders als aktuell folgt auf eine solche Qualitätsschwankung in der aktuellen 2. Auflage jedoch sehr schnell eine Verbesserung – so auch im Fall des ab Dienstag, 11. März 2008 wieder erhältlichen Band 2249: „Der Mann, der zum Vollstrecker wurde“.

Jerry Cotton und Phil Decker haben es mal wieder mit Terroristen zu tun. Nicht, dass das was Neues wäre – vor knapp zwei Wochen mussten sie erst den High-Tech-Terroristen Jon Bent dingfest machen, der sich diesmal nicht mit einem (für seine Verhältnisse) lapidaren Geldgeschäft abgegeben hat, sondern vielmehr Rache an Jerry Cotton nehmen wollte. Doch diesmal haben es Cotton und Co. mit zwei islamistischen Terroristen zu tun: Eine Schriftstellerin und zwei Comic-Zeichner standen wegen ihrer angeblichen gotteslästerlichen Werke auf der Todesliste der Fanatiker. Ein islamischer Geistlicher hatte nämlich offen ein Todesurteil gegen sie ausgesprochen. Und Raphael, ein gläubiger Moslem, und sein Bruder sollten die Gotteslästerer bestrafen.

„Der Mann, der zum Vollstrecker wurde“ hält, was er verspricht: Ein temporeicher Action-Krimi, der mit jeder Menge Bombenstimmung – im wahrsten Sinne des Wortes – aufwartet und die Leser mitreißt. Zumal man dem Roman, ganz abgesehen von der Dramatik und Spannung, eine gewisse Aktualität nicht absprechen kann – auch so ein Punkt, den man inzwischen wohl weitgehend aus der Prioritätenliste für die aktuellen Cotton-Romane gestrichen zu haben scheint.

Ein gewisser schwarzer Humor kommt in dem Roman übrigens – zumindest streckenweise – auch nicht zu kurz: Die Comicreihe „Der Chef“ wird in dem Roman – obwohl sie im Krimi selbst Grund genug ist, zu töten – als ziemlich schräge, aber amüsant und dabei nichtsdestotrotz kritisch klingende Reihe beschrieben.
Kurzum: Ein Roman, der sein Geld wert ist – da schaut man doch gerne über das relativ klischeehafte Ende hinweg.

Jerry Cotton Band 2249: „Der Mann, der zum Vollstrecker wurde“ erscheint morgen, 4. März 2008 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 10. März 2008

© Martin Palm

 

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