
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 66: Das Phantom-Haus
Ein Mystery-Thriller der Extra-Klasse: Band 2235
In der Cotton-Serie gab es von Zeit zu Zeit einige überwiegend von Michael J. Parrish geschriebene Mystery-Thriller, die zu den besten Romanen ab Band 2000 zählen. Da gab es dann so herausragende Stories wie in Band 2140: „Soldaten-Ehre“, Band 2151: „Countdown zur Hölle“ (eine Art Science-Fiction-Mystery-Verschwörungs-Thriller) oder Band 2164: „Der Fuchs wird gejagt“ (einer der Meilensteine der Serie schlechthin). In letzter Zeit sind diese Highlights allerdings etwas in den Hintergrund getreten – nicht zuletzt, da Jon Bent neuerdings seit Band 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“ für Ärger sorgt. Im nächste Woche Dienstag, 27. November 2007 wieder als 2. Auflage erscheinenden Band 2235: „Das Phantom-Haus“ wurde jedoch mal wieder ein Mystery-Roman im Stil der oben genannten Hefte veröffentlicht – und das ist ein echter Thriller der Extra-Klasse, auf den sich das Warten lohnt:
Im Empire Plaza, einem Gebäude aus den dreißiger Jahren, verschwinden seit geraumer Zeit spurlos junge Frauen. Auch Florence Harding zählt zu den Opfern – die Tochter von Jerry Cottons Freund und Gönner George James Harding, dem der FBI-Agent seinen neuen (inzwischen wieder alten) Jaguar XKR verdankt. Er und sein Kollege Phil nehmen die Ermittlungen auf – und stoßen auf eine Spur des Grauens, die zurück in die tiefste Vergangenheit reicht: Seit über 70 Jahren scheint es im Empire Plaza zu spuken – ein Phantom geht umher und holt sich schöne junge Mädchen als Opfer. Schließlich stoßen Phil Decker und Jerry Cotton auf das furchtbare Geheimnis dieses Hauses …
Jerry Cotton und Phil Decker in einem unheimlichen Fall, in dem nichts ist wie es scheint – der Roman hält, was die Vorschau verspricht. Der Haken an der Sache ist übrigens gar nicht, wer der Serienkiller ist und warum er die Mädchen überhaupt ermordet – natürlich auch, aber nicht nur –, sondern vielmehr, was mit ihnen überhaupt geschehen ist und wie das alles mit diesem rätselhaften Gebäude zusammenhängt. Insofern hat „Das Phantom-Haus“ schon fast den Hauch eines so genannten Locked-Room-Mystery: In diesem Sub-Genres des Kriminalromans geschehen quasi unmögliche Dinge – beispielsweise ein Mörder, der in einen fensterlosen Raum flieht, anschließend allerdings spurlos verschwindet, ohne von jemandem bemerkt zu werden oder ähnliches (wie beispielsweise in Sebastian Fitzeks Bestseller „Die Therapie“).
All dies und noch ein paar Details am Rande erzeugen eine unglaubliche, düster-undurchschaubare Atmosphäre, die Autor Michael J. Parrish wirklich exzellent eingefangen hat. Da verzeiht man es doch gerne, dass das Motiv des Serienmörders nicht allzu gelungen ist – dafür gibt’s wenigstens einen Whodunit-Effekt, der allerdings aufgrund des relativ kleinen Kreises an Verdächtigen bei dem einen Leser mehr, bei dem anderen weniger geglückt sein mag.
Fazit: Ein erstklassiger Thriller, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte – zumal 1,50 € ein mehr als angemessener Preis im Vergleich zum Roman ist.
Jerry Cotton Band 2235: „Das Phantom-Haus“ erscheint in einer Woche am Dienstag, 27. November 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 26. November 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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