
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 64: Die Geisel des „Generals“
Band 2232: Jerry Cotton und der ehemalige KGB-Agent
Schon früher war es in der Cotton-Serie keine Seltenheit, dass auf der einen Seite einige schwächere Romane veröffentlicht wurden und dann wieder eine Reihe wirklich starker Romane nacheinander erschien. Nach der Millennium-Trilogie in Band 2219 – 2221 waren die Highlights in der Heftserie erst mal wieder etwas dünner gesät (vielleicht mit Ausnahme von Band 2229: „Der Starlet-Killer“); doch nachdem in Band 2231: „Das Siegel des Todes“ ein besonders starker Roman präsentiert wurde, folgte mit Band 2232: „Die Geisel des ‚Generals’“ ein ebenfalls sehr spannender Roman, der aus vielerlei Hinsicht eine Bedeutung für die Serie hat.
Eines Nachts erhält Jerry Cotton einen beunruhigenden Anruf von Brenda Foster, der Frau des New Yorker Staatsanwaltes Travis Foster, der obendrein auch noch ein sehr guter Freund von Jerry und Phil ist: Ihr Mann ist spurlos verschwunden. Das Ganze scheint mit dem mysteriösen Tod seines Nachbarn zusammenzuhängen. Nachdem der Staatsanwalt dem Todesfall nachgegangen war, hatte er einen anonymen Anruf erhalten, der ihn nach Brooklyn lockte – und seitdem hat Brenda nichts mehr von ihm gehört. Schließlich kommen Jerry Cotton und Phil Decker einem furchtbaren Verbrechen in Geheimdienstkreisen auf die Spur …
„Die Geisel des ‚Generals’“ bietet einen hoch spannenden, düster-unheimlichen Kriminalfall in der Geheimdienstszene in bester Cotton-Manier – er ist natürlich nicht ganz so stark, weist aber dennoch gewisse Ähnlichkeiten zu dem Meilenstein „Der Fuchs wird gejagt“ (in dem Mehrteiler „Mein letzter Fall“, Band 2161 – 2164) auf. Aus heutiger Sicht bemerkenswert übrigens, dass man mit diesem Fall problemlos große Spannung aufbauen kann, und das ganz ohne Serienkiller und Ähnliches – wenn man sich den aktuellen Buchmarkt anschaut, hat man so manches Mal den Eindruck, Spannung wäre inzwischen fast nur noch durch wahnsinnige Psychopathen und Vergleichbares möglich.
Ganz abgesehen vom actionreichen Fall mit allerlei Querverbindungen zu CIA und ehemaligen KGB-Agenten treffen Jerry Cotton und Phil Decker hier schließlich auf eine ganz besondere US-amerikanische Nachrichtendienstlerin, die Cotton-Fans, die die kommenden Abenteuer bereits kennen, keine Unbekannte sein dürfte: Lara King. Sofort darf sich Lara, sehr zum Leidwesen Phils, von ihrer besten Seite zeigen und sammelt dafür so manchen Sympathiepunkt bei den Lesern (wenn auch zunächst – aus verständlichen Gründen – nicht unbedingt bei Jerry und Phil).
Leider ist die CIA-Agentin – ähnlich wie Jerrys Neffe Will Cotton – inzwischen quasi komplett unter den Tisch gefallen (von einem knappen Erwähnung in Band 2566: „Waffen für Angola“ mal abgesehen, war ihr letzter richtiger Auftritt in dem Jubiläumsmehrteiler um Band 2500 – und der ist inzwischen schon über zwei Jahre alt), vermutlich weil sie zu den großartigen Figuren des neuen Cotton-Stils gehört(e) und deshalb den Lesern zu sympathisch geworden ist. Immerhin kann man wenigstens noch die alten Romane mit ihr genießen – in diesem Sinne eine klare Lese-Empfehlung für „Die Geisel des ‚Generals’“!
Jerry Cotton Band 2232: „Die Geisel des ‚Generals’“ erscheint morgen, 6. November 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 12. November 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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