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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 53: Phil und das Diamanten-Girl
Jerry Cotton Band 2222: Jerry Cotton und Königin Elisabeth II.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in der Jerry-Cotton-Heftserie, dass nach einem oder mehreren außergewöhnlich starken Roman(en) ein schwacher folgt. Daran hat sich in den letzten Jahren nur unwesentlich etwas geändert; das war damals nicht anders als heute – nach dem Mehrteiler „Mein letzter Fall“ folgte beispielsweise der recht schwache Band 2165: „Der Satan von Chinwatown“, ein klassischer 08/15-Mafia-Roman. Eine Ausnahme waren da jüngst etwa Romane wie Band 2601: „Die Eremitage-Connection“, der auf den Jubiläumsband 2600 folgte. Einen Tiefpunkt mit schwachen Romanen bildete wohl in der Vergangenheit Band 2212: „Das Geheimnis der Schwarzen Schlange“, der nach den drei sehr starken Romanen um Jon Bent und einen Undercover-Einsatz im ehemaligen Ostblock erschien.

Ganz so schlimm wie besagter Band 2212 ist Schnapszahl-Band 2222: „Phil und das Diamanten-Girl“ nicht, aber eine Ausnahme bildet er leider auch nicht. Kurz zum Inhalt des Romans: Elisabeth die Zweite, Königin von England, befindet sich auf Staatsbesuch in New York. Und wer soll da am besten den Bodyguard spielen, wenn nicht Jerry Cotton? Auf das Leben der britischen Königin hatte man es auch nicht abgesehen, sondern auf einen ungemein wertvollen Diamanten, den sie bei sich trug. Mit Raffinesse und geballter krimineller Energie gehen die Räuber vor - und schließlich ist es ausgerechnet Phil Decker, der dabei mächtig aufs Kreuz gelegt wird …

So richtige Spannung will bei dem Roman nicht wirklich aufkommen. Dass besagter Diamant von Elisabeth der Zweiten am Ende nicht in den Händen der Räuber bleibt ist von Anfang an genauso klar wie, dass das Titel gebende „Diamanten-Girl“ in der Sache mit drin hängt (und, dass natürlich mal wieder Phil am Ende der Gelackmeierte ist). Wer Letzteres nicht schon durch Titel (und den damaligen Untertitel, „So wurde mein Partner aufs Kreuz gelegt“) herausfand, las es spätestens in der Vorschau – denn dadurch, dass diese damals noch wesentlich länger als heute war, wurde darin nahezu der gesamte Roman gespoilert. Aber selbst wenn man Vorschau und Titel ignoriert, will sich da keine große Spannung einstellen – von verblüffenden Wendungen mal ganz abgesehen. Davon abgesehen hält sich der Autor teilweise mit viel zu vielen Nebensächlichkeiten auf, die den Roman an mancher Stelle unnötig aufblähen.

Die Spannung der besonders starken Millennium-Trilogie hat man somit leider nicht gehalten. Aber wie gesagt, das war schon damals wie heute so: Nach den Highlights folgte erst mal eine Durststrecke – die sich diesmal leider noch ein wenig länger hin ziehen sollte. Wer einfach mal für zwei Stündchen abschalten will, ist mit „Phil und das Diamanten-Girl“ durchaus gut bedient – wer aber jene dramatisch-atemberaubende Action der letzten drei Romane erwartet, wird von dem Roman wohl eher enttäuscht sein.

Jerry Cotton Band 2222: „Phil und das Diamanten-Girl“ erscheint am 28. August 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 3. September 2007

Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

© Martin Palm

 

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