
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 50: Die Millennium-Trilogie (1)
Teil 1: Jerry Cotton Band 2219: „Im Jahr 2000 stirbt New York!“
Natürlich gab und gibt es etliche andere Dauergegner in der „Jerry Cotton“-Serie, die sich über einen längeren Zeitraum behaupteten oder noch mal wieder zurückkehrten – dazu zählten bis zu Band 2209 z. B. Pedro Sanguinar, der für allerlei Chaos in der Serie sorgte, als er Pamela Westlake, Jerrys ehemalige Freundin, ermorden ließ und Cotton damit in ein tiefes seelisches Loch stürzte. Oder die Terroristen aus Band 2189: „Höllenflug“, mit denen es Cotton und Co später noch einmal zu tun haben sollten.
Auch danach gab es etliche Langzeitgegner – egal ob die „Domäne“, Jeff Patrick, Dr. Ewigkeit oder etwa einer der jüngsten Dauergegner – beispielsweise der „Senior“ und die Terrororganisation „ENA“. Allerdings schaffte es – bislang – kaum einer von ihnen, für so viel knisternde Spannung, Action und Dramatik zu sorgen, wie der High-Tech-Terrorist Jon Bent – die erste Begegnung zwischen ihm und Jerry Cotton fand in Band 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“ statt; die zweite folgte sogleich, und zwar direkt im Anschluss mit Band 2210: „Fluchtpunkt L.A.“ und auch in dem Taschenbuch 31 460: „Die Spezialisten“ spielt Bent eine – wenn auch nur sehr kleine, passive – Rolle.
Danach herrschte erst einmal Sendepause. In der Zeit von Band 2212 („Das Geheimnis der schwarzen Schlange“) bis Band 2215 („Alle jagten Jerry Cotton“) musste der regelmäßige Leser der Cotton-Romane für die Highlights der letzten Zeit erst einmal büßen und ziemlich langatmige Hefte hinnehmen (die selbst ich zum Teil nicht durchgehalten bzw. durchgelesen habe) – und selbst, nachdem es mit Band 2216 von Martin Barkawitz („Unser Einsatz in Berlin“) und dem Ausflug der G-men nach Berlin einen deutlichen Aufwärtstrend gab, folgten erst einmal zwei recht unterdurchschnittliche Romane (Band 2217: „Die letzte Fahrt im Jaguar“ und Band 2218: „Ich fuhr mit beim Todesrennen“), die von der Zerstörung des Jaguar E-Type handelten.
Wie bereits in der letzten Jerry-Cotton-Kolumne angesprochen – Michael J. Parrish ist einer meiner Favoriten unter den Jerry-Cotton-Autoren. Während ich mich von dem vorherigen Band 2218: „Ich fuhr mit beim Todesrennen“ arg enttäuscht sah, machte die so genannte Millennium-Trilogie, die darauf folgte, alle Enttäuschung wieder wett. Dieser Dreiteiler – der die Bände 2219 („Im Jahr 200 stirbt New York!“), 2220 („Ich und die Jünger des Untergangs“) und 2221 („Wir im Schlund der Hölle“) umfasste – erschien genau zur Jahrtausendwende (die Nummern 2219 und 2220 erschienen jeweils im Dezember 1999 und Band 2221 dann im Januar 2000) und genau darum dreht es sich auch inhaltlich.
Band 2219 verströmt echte Weltuntergangs-Stimmung: Durch ganz New York vor dem Jahrtausendwechsel ziehen selbst ernannte Prediger, die das Ende der Acht-Millionen-Stadt prophezeien, das in der Neujahrsnacht kommen solle. Unterdessen bearbeiten Jerry Cotton und Phil Decker einen anderen Fall: Ein Serienmörder geht in New York City um, der Geistliche auf brutalste Weise tötet. Die Spur für sie nach Sing-Sing, wo seit fünfzig Jahren ein Psycho-Killer namens LaStrade einsaß – und auch er spricht vom Weltuntergang. Gibt es eine Verbindung zu der mysteriösen Mordserie? Was hat das Ganze mit der Entführung eines Flugzeugs zu tun? Wer steckt dahinter? Und vor allem: warum?
Es gibt Cotton-Romane, die zu Recht mit Worten wie „Ein Fall, den ich nie vergessen werde“ oder „Noch mehr Action!“ untertitelt wurden – denn die Millennium-Trilogie gehört zweifelsohne zu den besten Cotton-Mehrteilern überhaupt und somit in die Hall of Fame der besten Cotton-Romane.
Die Action dieses Romans darf durchaus als atemberaubend bezeichnet werden. Die Prediger und die Gespräche mit dem Psycho-Killer LaStrade verströmen ihre ganz eigene Atmosphäre und bis über den Schluss des ersten Teils hinaus ist ziemlich unklar, wie alles miteinander zusammen hängt. Zum Ende hin wartete der Roman übrigens mit einer weiteren bösen Überraschung, die nun – aus heutiger Sicht – leider nicht mehr funktioniert (bedingt durch das Ende der Trilogie um Jubiläumsband 2500 in Band 2502: „12 gegen New York“ – wer die Romane gelesen hat, weiß möglicherweise, was ich damit meine…). Aus verschiedenen Gründen – um aber noch nichts vom Ende des ersten Teils zu verraten, schreibe ich dazu an dieser Stelle noch nichts Näheres.
Wie bei den meisten anderen 1. Auflagen auch, empfehle ich bei allen drei Bänden für Sammler und Fans den Nachkauf der 1. Auflagen (beispielsweise über den Versand-Shop Sammlerecke.de) – die Covers dieser Romane passen nicht nur besonders gut zum Roman, sondern sehen auch noch exzellent aus und fangen die Stimmung der Trilogie sehr gut ein, was man von den aktuellen Titelbildern der 2. Auflagen leider nicht behaupten kann.
Aber egal, in welcher Auflage man sie kauft: Hauptsache, man liest diese Romane, denn ansonsten verpasst man ein absolutes Highlight der Serie. Übrigens würde ich es (da Silvester ja noch nicht, anders als damals, unmittelbar bevorsteht) empfehlen, die Romane erst zu kaufen und sie dann hintereinander zu lesen – bei so viel Action, Spannung und Dramatik sollte man die Fortsetzungen besser am Stück lesen …
Jerry Cotton Band 2219: „Im Jahr 2000 stirbt New York!“ erscheint am 7. August 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 13. August 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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