
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 47: Berlin ist eine Reise wert…
Jerry Cotton Band 2216: „Unser Einsatz in Berlin“
Ab und an verschlägt es Jerry Cotton und seinen Kollegen Phil Decker auch mal nach Berlin. In den 1980ern gab es die so genannte Berlin-Trilogie (die, wenn mich nicht alles täuscht, die Romane 1359 bis 1361 umfasst), vor einigen Jahren ist der Sonderband „Tödlicher Engelsstaub“ erschienen, der ebenfalls in der deutschen Hauptstadt spielt, und als jüngster Roman der in Berlin spielenden Cotton-Krimis ist 2005 als Heftroman 2484 der Band „Wenn es Nacht wird in Berlin …“ von Lassiter-Autorin Corina Bomann erschienen.
Band 2216: „Unser Einsatz in Berlin, der von Jerry Cotton- und Professor Zamorra-Autor Martin Barkawitz geschrieben wurde (der zwar für Cotton nicht mehr schreibt, dafür aber in den Reihen „Action Zone“ und „Horror Zone“ des Ueberreuter-Verlags neuerdings vertreten ist) spielt ebenfalls in Berlin, wie der Titel unschwer erkennen lässt.
Das Ganze beginnt mit der Ermordung des Rentners Gerhard Mohr aus Berlin. Zuerst vermutet man einen simplen Raubmord – doch die Tatsache, dass bei dem Ermordeten eine Visitenkarte mit der Aufschrift „Wenn ich durch Gewaltanwendung getötet werde, sofort Rechtsanwalt Dr. Walter in Berlin benachrichtigen. Er kennt den Namen des Mörders“ gefunden wurde und besagter Rechtsanwalt bei einem wahren Blutbad regelrecht hingerichtet wurde, lässt die New Yorker Polizei einen genaueren Blick darauf werfen. Schließlich stoßen die G-men auf einen Geheimbund namens „Söhne der Schwarzen Sonne“ – doch ist diese Spur auch die Richtige?
Nach den Cotton-Heftromanen ab Band 2212: „Das Geheimnis der Schwarzen Schlange“ (siehe hierzu auch die entsprechende Jerry-Cotton-Kolumne) war meine Motivation, weitere Hefte zu lesen, erst einmal ziemlich geschwächt. Gut, dass bald darauf ein so guter Roman erschien – denn Band 2216 ist wirklich einsame Spitze. Nicht nur, dass die Story alleine schon wegen des für Cotton-Verhältnisse eher exotischeren Schauplatzes eine ganz eigene Stimmung aufbaut, auch der Kriminalfall ist nicht zu verachten – denn zum Ende hin finden Jerry Cotton und Phil Decker heraus, dass sie einen Verräter in den eigenen Reihen haben. Wie man diese Story gelöst hat, war übrigens auch wirklich ungewöhnlich originell (keine Ironie)!
Privatgeplänkel und Nebenhandlungen kommen hier übrigens auch nicht zu kurz – nicht zuletzt auch durch den Einsatz von Annie Geraldo, die hier auch (mal wieder) im Undercover-Einsatz ist. Dass sich da mal ein Leser auf einer Leserkontaktseite gewundert hatte, warum Jerry auf Seite 14 „gespannt auf Berlin“ war, obwohl es jene Berlin-Trilogie gab, fällt dabei kaum ins Gewicht und ist meiner Ansicht nach kein wirklicher Logikfehler (mir ist das damals beim Lesen nicht mal aufgefallen).
„Unser Einsatz in Berlin“ ist eine kreisrunde Sache, die ich nur wärmstens empfehlen kann. Im Übrigen auch ideal für die Urlaubs-Lektüre geeignet!
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 23. Juli 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
|