
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 45: Grün im Gesicht
Neuigkeiten von der Neuauflage der Jerry-Cotton-Taschenbücher
Was macht man, wenn etwas gut läuft oder sich bewährt hat? Genau! Man ändert es. Das hat man sich beim Bastei-Verlag in Bergisch-Gladbach wohl auch gedacht und nachdem man die Heftserie vom Äußeren her inzwischen auf exzellente Art und Weise verschandelt hat, nimmt man nun die Taschenbücher ins Visier. Natürlich nicht mit denselben Methoden wie bei den Heften, das wäre ja zu einfach … Nein, hier will man richtig Rundumschlag machen – der Leser könnte ja auf die Idee kommen, ein Jerry-Cotton-Taschenbuch zu kaufen, weil’s so hübsch aussieht.
Bei Bastei hat man sich jetzt nämlich was ganz Besonderes ausgedacht, um die Covers der Jerry-Cotton-Taschenbücher zu verpest- äh… verschönern. Frei nach dem Motto „Hauptsache man verändert etwas – egal, was; egal, ob es danach besser ist“ hat man sich also hingesetzt und nicht nur die TB-Covers, sondern auch den Romantitel-Schriftzug der TBs verändert.
Was dabei herausgekommen ist, ist ein verunglimpfter Schriftzug, der so schlimm aussieht wie ein billiges Comicheftchen und bei der wahrscheinlich selbst Micky Maus grün im Gesicht geworden wäre. Nicht nur, dass man die Taschenbuch-Titelbilder jetzt durch mehr oder weniger scheußliche Film-Covers ersetzt und stattdessen die exzellenten Agentur-Fotos abgesetzt hat – auch da hat man nun herumgewerkelt.
Aber nicht, dass das schon alles wäre. Wenn man etwas anpackt, macht man es nämlich ganz oder gar nicht. Schriftarten sind schließlich subjektiv – Geschmackssache –, aber die Zählschwierigkeiten, die man bei der Neuauflage der JC-Taschenbücher, die seit Jahren zum Preis von 6 Euro in Dreifachbänden zusammengefasst alle zwei Monate veröffentlicht wird zu haben scheint, nicht. Ein kurzer Rückblick: Im April erschienen die Bände 439 – 441 in Taschenbuch-Neuauflage. Was kommt also nach 441?
Nicht nur Deutschlands Schüler (oder Lehrer) haben extreme Mathematik-Schwierigkeiten – auch beim Bastei-Verlag scheint man die zu haben. Wer dachte, nach Band 441 käme nun etwas Profan-Langweiliges wie etwa Nummer 442, hat in die Ecke gedacht. Denn im Juni sind – natürlich ebenfalls im neuen Design Marke Brechmittel – die drei Bände 101 („Sein Name war Capello“), 124 („Tod im Frisco-Express“) und 128 („Der Schinder“) wieder veröffentlicht worden.
Danach geht’s – weil’s so schön war – munter weiter mit den Ausflügen in die Vergangenheit (mit der Neuauflage der 400er-Bände scheint’s das wohl erst mal für die nächsten Monate gewesen zu sein). Da es unmöglich zu sein scheint, die Bände zumindest annähernd in der richtigen Reihenfolge zu publizieren – man könnte ja Band 101 und 102 in einem Band veröffentlichen –, folgen danach Band 102 („Die Rache des Gesteinigten“), 155 („Gangsterhölle Mexiko“), und Band 107: „Silver-Jet ins Jenseits“. Ein Gutes hat das Durcheinander, das man bei Bastei – frei nach dem Sprichwort „Zu viele Köche verderben den Brei“ – da veranstaltet, wenigstens: Mit „Silver-Jet ins Jenseits“ kommt im August 2007 das erste Cotton-Taschenbuch von Top-Autor Horst Friedrichs noch einmal zum Abdruck. Trotzdem schafft man es so mal wieder, einem die nach dem grandiosen Jubiläumsband 2600 entstandene Freude an der JC-Serie so richtig zu versauen.
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 9. Juli 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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