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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 38: Der High-Tech-Terrorist
Ab 29. Mai 2007 wieder erhältlich: Der Auftaktband zum roten Faden um Jon Bent

„Der Mann, der im Dunkel seines mit Monitoren und Displays vollgestopften Arbeitszimmers saß, lächelte zuversichtlich. Er war davon überzeugt, dass seine Entwicklung funktionieren würde. Es war nur eine winzig kleine Erfindung – aber waren es nicht stets die kleinen Dinge gewesen, die das Leben der Menschen grundlegend verändert hatten? Diese Erfindung hingegen würde nicht das Leben der Menschen revolutionieren – sondern den Tod…“
Jerry Cotton Band 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“

Es gibt Romane, die sind so gut, dass man sie so schnell nicht wieder vergisst. Ein echtes Juwel in der Cotton-Serie – wie ich schon mehrfach in anderen Kolumnen, Rezensionen und Artikeln oder Foren angedeutet habe (inzwischen ziert mein Avatar im Forum des Bastei-Verlags sogar das Cover von Band 2209, wenn auch durch die Größen-Beschränkung arg zusammengequetscht) – sind die Romane um den wohl gefährlichsten Gegenspieler, den Jerry Cotton jemals hatte: Jon Bent.

Der 1. Roman mit Jon Bent – übrigens in sich abgeschlossen und kein Mehrteiler; auch wenn er direkt im nächsten Roman, Band 2210: „Fluchtpunkt L.A.“, wieder auftauchte – ist Nr. 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“. Der Cotton-Redaktion schien er bereits so gut gefallen zu haben, dass man in der Roman-Vorschau im vorhergehenden Band 2208 bereits den Hinweis „Diese Jerry-Cotton-Ausgabe dürfen Sie nicht verpassen!“ (ausnahmsweise mal kein üblicher Standardspruch aus der Vorschauseite) gesetzt hat. Solche Kommentare, die davon zeugen, dass speziell dieser Roman dem damaligen Cotton-Lektor Thannisch sehr gut gefallen haben muss, findet man heutzutage nun leider nicht mehr (die Vorschau zur morgen erscheinenden 2. Auflage ähnelt irgendwie eher einem Waschmittel-Werbespot).

Kurz zum Inhalt des Romans: In New York geschehen mehrere merkwürdige Terror-Anschläge, die eigentlich keine sind. Im Fall einer entgleisten U-Bahn werden Jerry Cotton und Phil Decker damit beauftragt, die mysteriösen Hintergründe des Unglücks aufzudecken – war es doch kein Unfall?

Diesmal stimmte der Rat der Redaktion aus dem vorherigen Band wirklich, denn diesen Roman sollte man tatsächlich auf keinen Fall verpassen, da etliche weitere Hefte, die künftig in der aktuellen 2. Auflage erscheinen, auf ihm aufbauen. Gleich auf der Rota-Seite – siehe oben einen Ausschnitt – geht es in Band 2209 zur Sache. Wer ist die geheimnisvolle Person, von der die Rede ist? Dem Leser der Vorschauseite aus Band 2208 ist dies bereits klar, allerdings hat die Cotton-Redaktion damit auch kein wesentliches Detail verraten – denn in den Romanen um Jon Bent steht nicht unbedingt im Vordergrund, wer nun der Drahtzieher ist (das ist ja von Anfang an bekannt), sondern vielmehr, was er sich für einen neuen Plan ausgedacht hat. Nebenbei macht außerdem einen Reiz vieler Bent-Romane aus: In Gestalt einer Person taucht er in fast jedem Heft aus. Nur ist die Frage: In welcher? Dieser Reiz fand zwar im ersten Roman nur eher schwach statt, wurde aber speziell zu dem Auftaktband zur Der-Tag-an-dem-Phil-Decker-starb-Trilogie (Band 2244: „Ich – der Ankläger“) immer stärker ausgeprägt. Die Spannung wird übrigens buchstäblich bis zur letzten Szene aufrecht erhalten, bis zum Schluss kann man sich bei Jon Bent nicht sicher sein, ob nicht doch noch irgendwo eine Falle lauert.

Wer die ersten drei Szenen des Romans, die einfach nötig für das weitere Romangeschen waren (meines Erachtens aber ein wenig spannender hätten gestaltet werden können), erst einmal gelesen hat, wird daraufhin belohnt. Sehr interessant ist auch die Aussage, die zwischen den Zeilen in dem Roman deutlich wird: Die Menschen darin interessieren sich nicht allzu sehr für die Wahrheit, sondern vielmehr für das, was sie hören wollen – und geben damit Menschen wie Jon Bent die Macht.

Dieser ist übrigens das erste Cotton-Heft, das bald (genauer gesagt: morgen) in 2. Auflage erscheint, bei dem ich an dieser Stelle nicht empfehlen würde, es in 1. Auflage zu kaufen (trotz hübschen Covers). Das ist auch der Grund, warum ich nach dem Lesen von Band 2209 in Erstauflage ziemlich sauer auf das Cotton-Team war. Der Grund ist ganz einfach: Die letzte Szene endet mitten im Satz. Dafür wurde zumindest die komplette letzte Szene in der Leserkontaktseite von Band 2222: „Phil und das Diamanten-Girl“ nachgereicht. Hoffen wir, dass wenigstens die 2. Auflage von Band 2209 komplett ist.

Zum Schluss noch ein Hinweis in eigener Sache: In den nächsten Tagen wird in unserem Bereich „Spannungswelten“ zusätzlich ein Artikel über Jon Bent erscheinen – nicht verpassen!
Kommentare zu Jerry Cotton allgemein (und natürlich auch zu anderen Krimis) und zu den Job-Bent-Romanen im Speziellen sind übrigens stets willkommen (schließlich interessiert mich ja auch, wie die Romane, die ich hier kommentiere, anderen Lesern so gefallen): Dazu einfach eine E-Mail an die Adresse martin.palm(at)geisterspiegel.de schicken oder im Forum posten!

Jerry Cotton Band 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“ erscheint am 29. Mai 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 4. Juni 2007

Bild- und Textquellen: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

© Martin Palm

 

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