
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte


# 31: Ein Rückblick (2)
Ein Nachruf – Teil 2
ACHTUNG, SPOILER!! DETAILS ZUM ENDE VON JERRY COTTON BAND 2599: „DIE VIGILANTEN VON NEW YORK“ SIND IN DIESEM BEITRAG ENTHALTEN – WER SICH ALSO NICHT SPANNUNG VERDERBEN WILL, SOLLTE DIESE KOLUMNE NOCH NICHT LESEN!!

Band 2599: „Die Vigilanten von New York“ endete mit einem großen Knall (mehr dazu in der gestrigen Cotton-Kolumne) – wieder einmal ist der Jaguar komplett zerstört worden. Handelte es sich beim ersten Mal in Band 2217: „Die letzte Fahrt im Jaguar“ noch um den bekannten „Original-Jaguar“, mit dem Jerry schon durch die Kino-Filme in den 1960ern gedüst ist – den E-type –, war diesmal sein Nachfolger an der Reihe: der Jaguar XKR, seit nicht einmal ganz vierhundert Heftromanen vertreten.
Langsam wird es bei „Jerry Cotton“ zur schlechten Gewohnheit, dass immer zu einem Jubiläumsband hin entscheidende Dinge aus dem Cotton-Kosmos getötet werden oder anderweitig von der Bildfläche verschwinden. Im Fall der Trilogie um Band 2500: „Großangriff aufs FBI!“ war das die puertoricanisch-stämmige FBI-Agentin Annie Geraldo, deren Tod noch immer vielen Lesern sauer aufstößt – und um Band 2600 herum war es diesmal der Jaguar XKR. Deswegen aus gegebenem Anlass in dieser Kolumne: Die Geschichte des Jaguars XKR (der Hintergrund des E-type wird bereits sehr ausführlich im 4-seitigen Special im Mittelteil des am Dienstag erschienenen Band 2600: „Das Phantom“ behandelt, sodass ich mich fürs Erste auf den XKR beschränke).
Eigentlich gehörte der Nachfolger des E-type nicht direkt Jerry Cotton – vielmehr handelte es sich dabei um ein Geschenk von Multimillionär George James Harding an das FBI; nur eben, dass Jerry der alleinige Fahrer des Wagens war. In „Die letzte Fahrt im Jaguar“ (ausführlich wird der Roman dann etwa eine Woche vor Neu-Veröffentlichung als 2. Auflage hier in der Jerry Cotton Kolumne besprochen. Lange dauert es bis dahin auch nicht mehr) hatte Cotton nämlich seinen Jaguar E-type in die Luft gesprengt, um die verwöhnte Tochter von George James Harding zu retten, Florence Harding – zu dumm, dass das Ganze nicht allzu viel genützt hatte, wenn man sich die Ereignisse aus Band 2235: „Das Phantom-Haus“ anschaut (dazu mehr, wenn Band 2235 in 2. Auflage erscheint). Darüber, ob diese Aktion nun nötig war oder nicht (geschweige denn, ob sie realistisch war), kann man geteilter Meinung sein – dennoch war es auf jeden Fall ein entscheidender Schritt in Richtung Modernität bei „Jerry Cotton“. Direkt an Band 2217 schloss sich übrigens das Taschenbuch 31 462: „Der Geldwäscher“ an – dort genießt Jerry auf den ersten Seiten das ungewohnte Fahrgefühl in vollen Zügen.
Seine erste Feuerprobe musste der Jaguar XKR direkt im Anschluss an Band 2217 bestehen, und zwar in Band 2218: „Ich fuhr mit beim Todesrennen“, geschrieben von Cotton Top-Autor Michael J. Parrish. Dort veranstaltete ein Unbekannter Wettrennen mit gestohlenen Sportwagen – deren Fahrer waren Junkies, zugedröhnt bis unter die Haarspitzen. Schließlich ging das sogar so weit, dass Jerry Cotton an dem Rennen teilnahm – gemeinsam mit dem neuen Jaguar XKR. Nach den Ereignissen rund um Band 2217 ging dann wieder alles zum Alltag über: Der Jaguar hatte seine erste Bewährungsprobe und das das Verbrechen eine erneute Schlappe hinter sich – und anschließend ging es äußerst spannend weiter mit der Millennium-Trilogie.
Im Jubiläumsjahr 2004 (zum 50-jährigen Erscheinen der Cotton-Serie) gab es für alle Fans vom Jaguar XKR übrigens noch eine kleine Poster-Aktion – ab und an erschienen auf den Umschlagsseiten Abbildungen des Jaguars (nette Aktion, für richtige Fans und vor allem Sammler allerdings eher ungeeignet: Wer verstümmelt sein Heft schließlich auf brutalste Art und Weise und reißt den Umschlag heraus? Das habe ich mich schon beim „Texas-Marshal“ gefragt – dort ist nämlich in jeder Ausgabe auf den Umschlagseiten ein Poster des jeweiligen Covers zu finden).
Man sieht – wie bei einem Serienkiller, dessen Drang zu töten immer größer wird –, die Abstände zwischen den Zerstörungen der Cotton-Wagen werden geringer. Wann wird sein nächstes Vehikel wohl verschrottet? Aber bevor wir uns die Frage stellen, dürfen wir erst einmal gespannt sein, ob und wie Jerrys neues Fahrzeug aussieht. Dazu mehr in den nächsten Cotton-Kolumnen (es ist zu hoffen, dass es im Folgeband 2600: „Das Phantom“ darauf eine zufrieden stellende Antwort gibt).
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint morgen (20. April 2007)
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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