
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte


# 30: Ein Nachruf (1)
Teil 1: Die Geschichte wiederholt sich
ACHTUNG, SPOILER! DETAILS ZUM ENDE VON JERRY COTTON BAND 2599: „DIE VIGILANTEN VON NEW YORK“ SIND IN DIESEM BEITRAG ENTHALTEN – WER SICH ALSO NICHT SPANNUNG VERDERBEN WILL, SOLLTE DIESE KOLUMNE NOCH NICHT LESEN!!

Eigentlich sollte man meinen, dass selbst hart gesottene Heftromanleser irgendwann nicht mehr allzu viel überraschen kann, schon gar nicht in Bezug auf die aktuellen Jerry-Cotton-Romane – doch dann gibt es wiederum die Momente, in denen einem vor Erstaunen schier der Mund offen steht.
Band 2599: „Die Vigilanten von New York“ begann als leise vor sich hinplätschernder Roman: Mal wieder übte jemand Selbstjustiz. Mal wieder wurden Jerry Cotton und Phil Decker damit beauftragt, die Gangster zu schnappen. Mal wieder dadurch alarmiert, dass Kollegen durch die Hand der Gangster starben. Doch die Sache endet diesmal mit einem großen Knall: Der Jaguar wird verschrottet! Damit hatte wohl niemand gerechnet und man kann durchaus sagen: Hiermit ist dem Team rund um die Jerry-Cotton-Heftromane ein wahrlich beispielloser Überraschungseffekt geglückt, den wohl kaum jemand wird erwartet haben, der nicht unmittelbar an der Produktion der aktuellen Romane beteiligt ist. Nun stellen sich natürlich einige Fragen: Wie geht es jetzt weiter? Wie sieht Jerry Cottons nächstes Gefährt aus? Wieder ein Jaguar? Oder doch eine andere Marke? Warum wurde der Jaguar so plötzlich gewechselt? Vor allen Dingen: Wer war dafür verantwortlich, dass sein Jaguar verschrottet wurde? Geklärt wurde die Frage noch nicht, jedenfalls nicht in Band 2599.
Es ist ja leider Gottes nicht das erste Mal, dass der Jaguar zerstört wurde – das erste und bis Band 2599 letzte Mal war das in Band 2217: „Die letzte Fahrt im Jaguar“, nur mit dem Unterschied, dass es damals keinen wirklichen Überraschungseffekt gab. Alleine schon wegen des Titels, der ja bereits alle wichtigen Fakten des Romans beinhaltete (da tat die Vorschau ein Übriges – für alle die, die es noch nicht verstanden hatten, wurde dort noch mal erklärt, dass jetzt wirklich die letzte Fahrt im E-type bevorstand). Eins haben leider beide Bände, in denen die Luxuswagen verschrottet wurde, gemeinsam: Sie gehören wahrlich nicht zu den besten Cotton-Romanen.
Die Story von Band 2599 ist fast so alt wie der Kriminalroman selbst: Die Justiz hat versagt und Opfer von Verbrechen tun sich zusammen, um dem Verbrechen auf ihre Art und Weise auf den Pelz zu rücken. Diese Idee ist an und für sich zwar alt, aber gar nicht mal so schlecht – wäre sie nur nicht so scheußlich erzählt. Es bleiben schlichtweg zu viele Fragen offen, die nicht ausreichend geklärt wurden oder die in dem Text untergegangen sind: Warum wurde Jane Landis getötet? Wieso wurden überhaupt die Kollegen von Jerry und Phil ermordet? Auch durch einen Überraschungseffekt bei der Auflösung der Täter vermag der Roman nicht wirklich zu punkten. Einen Pluspunkt muss man der Geschichte allerdings auf jeden Fall anrechnen: Erwarten konnte man das Ende wirklich nicht. Wer dachte, bei Heftromanen wäre alles vorhersehbar und ginge stets gut aus, sieht sich diesmal getäuscht.
Wieder einmal wiederholt sich die Geschichte – wenigstens wird der „Tod“ des Jaguars diesmal entsprechend gewürdigt: In Band 2600 gibt es ein vierseitiges Special rund um den Jaguar mit vielen interessanten Fakten.
Mehr zur Geschichte des Jaguars XKR morgen in der nächsten Jerry Cotton Kolumne, natürlich wie immer hier bei !
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint morgen (19. April 2007)
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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