
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte


# 29: Der Senior (2)
Der neue Dauergegner bei „Jerry Cotton“ – Teil 2
Heute ist es endlich so weit – Band 2600 von „Jerry Cotton“ ist jetzt im Handel erhältlich. Zum Roman selbst gibt es in den nächsten Tagen einen Beitrag hier bei – jetzt ist erst einmal Teil 2 über den „Senior“ an der Reihe:
Wie schon in der vorletzten Jerry Cotton Kolumne („Der Senior, Teil 1“) gesagt, blieb es nicht bei zwei Cotton-Romanen mit dem „Senior“ als Dauergegenspieler. Nachdem Band 2566: „Waffen für Angola“ erschien, folgte wieder eine Pause – zwar nicht so lange, wie zwischen Band 2528: „Der Tod geht um auf Rikers Island“ und Band 2566: „Waffen für Angola“, dennoch ein unnatürlich langer Zeitraum im vergleich zu früheren Langzeitgegnern in der Jerry-Cotton-Serie.
Die nächste (mir bekannte) Erwähnung des Seniors findet in Band 2592: „Ein Schritt bis zum Abgrund“ statt. Ob es zwischen Band 2566 und Band 2592 noch einen Senior-Band gab, ist mir leider derzeit nicht bekannt – genauso wenig klar ist aber auch, ob es sich bei Band 2592 nun tatsächlich um einen Roman mit dem Senior handelt oder nicht. Sollte es tatsächlich so sein, markiert dieser Roman die bislang schwächste Episode des Seniors, zumindest meiner Meinung nach. Die erste wirkliche Erwähnung des neuen Dauergegners in diesem Roman findet übrigens erst nach weniger als etwa zwanzig Seiten vor Schluss des Romans statt – und selbst dort nur als (von Jerry Cotton mehr oder minder zusammenhanglos angestellte) Vermutung, man könne es theoretisch mit dem Senior zu tun haben; bestätigt wurde sie allerdings nicht wirklich – jedenfalls nicht in diesem Band.
Zum Romaninhalt selbst: Als ein auf den ersten Blick normaler Verkehrsunfall ins Krankenhaus von Massachusetts eingeliefert wird, spielen die Strahlungswarngerät verrückt – doch bald wird klar: Hier liegt kein Gerätefehler vor, der Mann ist wirklich mit Plutonium verseucht… also schaltet man (warum, wird nicht wirklich deutlich) das FBI New York ein. Jerry Cotton und Phil Decker werden darauf angesetzt, den Fall aufzuklären – was sich allerdings als schwerer als gedacht erweist, da Jerry zeitweise hart am Abgrund entlang geht.
Darüber, ob es eine gute Lösung ist, in jedem Senior-Roman einen Undercover-Job einzufügen, kann man geteilter Meinung sein – mehr dazu in der Rezension zu diesem Roman unter „Unter der Lupe – Rezis“.
Wer nun vermutet hat, dass sich der nächste Auftritt des Seniors wieder Dutzende Bände hinzieht, hat sich getäuscht – der nächste Band mit ihm erschien nämlich nur fünf Bände später mit Band 2597: „Das Spiel ist niemals aus“. Während mir persönlich der 2592er nicht allzu gut gefallen hat, macht dieses Heft wieder gut, was „Ein Schritt bis zum Abgrund“ falsch gemacht hat – denn in die Story rund um den Senior kommt Bewegung: Zwar beginnt der Band noch relativ verhalten mit dem Verschwinden mehrer Trucks mit wertvollem Metall – doch dann werden sowohl June Clark als auch Jerry und Phil vom Senior entführt und dieser erklärt dem FBI New York offen den Kampf, indem er Jerry und Phil auf seine Todesliste setzt.
Erstmals wird in diesem Roman auch ein ganz konkreter Verdacht geäußert: Was, wenn der Senior auch nur ein Befehlsempfänger ist? Was, wenn nicht er der Kopf einer Gangsterorganisation ist, sondern noch ganz andere Leute? Dazu würde auch die Argumentation des Jerry Cotton-Redakteurs Florian F. Marzin im kürzlich geführten Interview mit passen:
„Das Besondere an 2600 ist auch, dass darin eine neue Konstellationen auftauchen und der Grundstein zu einer Handlung gelegt wird, die sich über einen längeren Zeitraum hinziehen wird. (…) Der Senior ist ein Teil dieser neuen Konstellation.“
Übrigens, der „Senior“ ist trotz der geringen Anzahl an Bänden, in denen er bislang mitgespielt hat, bereits einer der Gegner, die die längste Zeit in der Serie mitgewirkt hatten – inzwischen mischt er seit gut 70 Bänden mit, und das, obwohl sich erst so wenige Romane um ihn drehten. Das liegt allerdings in erster Linie daran, dass zwischen dem 1., 2. und 3. Roman ein enormer Abstand lag.
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint morgen (18. April 2007)
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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