
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 27: Der Senior (1)
Teil 1: Der neue Dauergegner in der Jerry-Cotton-Serie
Auch, wenn es so mancher Stammleser (wie ich) nach einiger Zeit nicht mehr wird für möglich gehalten haben – es gibt doch noch einen Dauergegner in den aktuellen Jerry Cotton-Heften, der sich über etwas längere Zeit als ein Heft in der Handlung behauptet. Hierbei handelt es sich um den „Senior“, der allem Anschein nach auch im Jubiläumsband 2600: „Das Phantom“ (erscheint am 17. April 2007) mit vertreten sein wird, zumindest laut Angaben von Cotton-Lektor Florian Marzin im Forum des Bastei-Verlags (http://www.bastei.de/forum). In dieser Kolumne gibt es ein paar Erläuterungen zu den Anfängen des Seniors.
Als Jon Bent und Co. schon längst tot oder anderweitig aus der Serie ausgestiegen waren, hatte schließlich auch der ehemalige CIA-Agent Jeff Patrick – leider erst, nachdem er Annie Geraldo in Band 2502: „12 gegen New York“ töten könnte – das Zeitliche gesegnet. Nach langem, zähem Kampf verließ schlussendlich auch der letzte der früheren Dauergegner mit einem großen Knall die Cotton-Serie – und von da an herrschte erst einmal lange Zeit Funkstille. Erst nach gut einem halben Jahr meldete sich zaghaft ein neuer Langzeitgegner an – vorerst allerdings nur sehr zaghaft.
Mit Band 2528: „Der Tod geht um in Rikers Island“ hatte der Senior seinen ersten Auftritt. Nachdem in Rikers Island mehrere Häftlinge unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, werden Jerry Cotton und Phil Decker darauf angesetzt, die Todesfälle aufzuklären. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf einen mysteriösen Gangsterboss namens „Senior“. Doch trotz harter Ermittlungen entfloh er, ohne enttarnt oder gefasst zu werden. – So weit, so gut. Wer die Langzeitgegner vermisst hatte, hatte nun Grund zur Hoffnung. Doch daraus sollte vorerst nichts werden, denn die Zeit bis zum nächsten Roman mit diesem Gegenspieler dauerte verhältnismäßig sehr lange.
Wo Jon Bent und Co. gleich im nächsten Roman auftauchten (Bent hatte seinen ersten Auftritt in Band 2209: „Wir und der High-Tech-Killer“ und seinen zweiten in Band 2210: „Fluchtpunkt L. A.“) oder sogar mit einem Mehrteiler eingeführt wurden, hing die Story um den Senior erst einmal. Ein paar Bände vergingen, ein Dutzend, zwanzig, dreißig... ein halbes Jahr war vorüber und noch immer kein Zeichen vom Senior – schließlich wurde man als regelmäßiger Leser und Fan von Langzeitgegnern ungeduldig. Anstatt den noch offenen Handlungsstrang aufzulösen, schien es, als habe man die Story vergessen – vom „Senior“ hörte man weit und breit nichts.
Schließlich gab es doch, nach über einem halben Jahr, ein Wiedersehen mit dem noch immer nicht enttarnten Gegner aus Band 2528 – und zwar in Band 2566: „Waffen für Angola“. Wie schon der Titel verriet, ging es hierbei um den Waffenhandel. Als im Long Island Sound ein Frachter mit illegalen Waffen auftaucht, deutet alles auf einen großen Deal hin – und um die Hintermänner zur Strecke zu bringen, begibt sich Jerry Cotton undercover in Gefahr: Er schlüpft in die Rolle eines Top-Waffenhändlers.
Die grundsätzliche Story war nicht sehr neu, aber dass hierbei der Senior mitmischte und am Ende – was für ein Wunder, ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht damit gerechnet – trotz aller Bemühungen nicht mal die Identität des Gangsters enträtselt wurde, war schon sehr merkwürdig. Was natürlich auch positiv an dem Band auffiel: CIA-Agentin Lara King lässt endlich mal wieder von sich hören – in letzter Zeit war sie doch, ähnlich wie Will Cotton, arg in Vergessenheit geraten.
Allerdings sollte es nicht bei zwei Bänden bleiben: Im Bereich der 2590er-Bände, kurz vor dem großen Jubiläum, legt man noch mal zu und bringt neue Romane mit dem Senior. Dazu und zum Jubiläumsband 2600 (der in exakt einer Woche erscheint) mehr in den nächsten Cotton-Kolumnen.
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 16. April 2007
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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