
Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 24: Zwei Männer namens Cotton (2)
Teil 2: Nachwuchsförderung – Will Cottons erster Einsatz
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – so auch im Fall von Band 2200: „Zwei Männer namens Cotton“.
William Garrett, Ausbilder an der FBI-Akademie in Quantico hat mithilfe der Arbeit eines Privatdetektivs herausgefunden, dass ihn seine Frau betrügt. Er gerät darüber so in Rage, dass er seine Frau und ihren Liebhaber erschießt – und als er sich seiner Tat schließlich bewusst wird, tötet er auch noch sich selbst.
Soweit, so gut (oder schlecht). Doch dann beginnt das Mysteriöse: Auch in Los Angeles, wo Will Cotton als G-man arbeitet, dreht ein Beamter der Bundesbehörde FBI durch. Ein Agent des Field Offices in L. A. rastet aus, wird zum Amokläufer und schließlich kann ihn nur eins stoppen – eine Kugel von Will Cotton (mit diesem Ereignis hat man William „Will“ Cotton übrigens vorzüglich zu seinem Charakter passend in die Serie eingeführt). Bald geschieht auch in New York etwas Entsprechendes: Ein Special Agent des FBI District New York tötet sich selbst.
Durch diese Vorfälle alarmiert bildet Washington also kurzerhand ein Team von Experten, das die geheimnisvollen Fälle aufklären soll – und das besteht just aus Jerry Cotton, Phil Decker – und Neffe Will Cotton samt Dienstpartner Ken Badler. Doch bald darauf werden ihre Ermittlungen von höchster Stelle torpediert – und auch der Leichnam eines Opfers verschwindet plötzlich aus der Gerichtsmedizin. Schließlich müssen auch die FBI-Agenten einsehen, dass die Ereignisse um die Todesfälle nur die Spitze des Eisberges waren...
Dem „Cotton junior“ merkt man sofort an, dass von nun an ein frischer Wind durch die Cotton-Serie weht. Denn wie man es auch dreht und wendet, William „Will“ Cotton ist auf den ersten Blick das genaue Gegenteil von Onkel Jerry. Er kleidet sich wie ein zurückgebliebener Cowboy und hat Manieren wie eine Horde wilder Affen. Wie er trotzdem G-man werden konnte, wird dem Leser nicht wirklich klar – aber zumindest, warum: Sein Vorbild ist nämlich kein Geringerer als der Jerry Cotton.
Gewöhnungsbedürftig ist der „neue“ Cotton auf jeden Fall, denn bei wohl kaum einem anderen Thema waren die Stimmen der Cotton-Leser derart gespalten wie im Fall von Will Cotton – nicht mal bei dem vor gut einem halben Jahr erschienenen Präsidentenzweiteiler, der ja auch ein relativ geteiltes Leserecho zutage förderte (meine Meinung nach ohne Grund: Egal, ob nun politisch oder nicht, spannend waren die Heftromane 2173: „Sex-Skandal im Weißen Haus“ und 2174: „Angriffsziel: Bagdad“ auf jeden Fall – auch wenn selbst ich die Romantitelwahl von Band 2173 für ein wenig gewagt halte...). Zum Teil ging das sogar so weit, dass die Redaktion auf der im Mittelteil damals immer häufiger abgedruckten Leserseite sogar zwei Leserbriefe nacheinander veröffentlichte, in der je der eine Leser für und der andere gegen die Figur Will Cotton war. Hierbei war bereits deutlich zu merken, dass Leser der 1. Stunde Will Cotton häufig gegenüber deutlich abgeneigter waren als solche, die erst seit ein paar Jahren dabei waren.
Nächste Woche gibt’s den Inhalt zu Band 2201 und damit den letzten Teil zum Jubiläumsband 2200.
Jerry Cotton Band 2200: „Zwei Männer namens Cotton“ erscheint am Dienstag, 27. März 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR
Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 26. März 2007 (Thema: Die Verschwörung in den eigenen Reihen)
Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach
© Martin Palm
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