Sie sind hier: Startseite - Romanhelden - Jerry Cotton - Der Schlächter aus Serbien


Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 22: Der Schlächter aus Serbien
Auslandseinsatz in Belgrad

Und wieder einmal ein Auslandseinsatz für Jerry Cotton und Phil Decker. Nachdem die G-men in letzter Zeit zahlreiche solche Einsätze zu erledigen hatten – etwa in Aspen (siehe Jerry Cotton Band 2156: „In Aspen ist die Hölle los“), Miami (siehe Band 2170: „Ich und die Millionen-Girls“), in der Schweiz (siehe Band 2177: „Eiskalter Zorn“) oder Uganda (siehe Band 2192: „Die Saat des Hasses“) –, ging es diesmal nach Belgrad, und zwar in Band 2198: „Unser Job in Belgrad“.

Unabhängig von der Haupthandlung dieses Romans beginnt Band 2198 mit der Zerschlagung eines Waffenhändlerrings. In einer der ersten Szenen wird Annie Geraldo sogleich in ihrer Paraderolle gezeigt: Die Latina-Agentin schwingt – mal wieder, zuvor z. B. in Jerry Cotton Band 2144: „Der Teufel, die Toten und wir“ – undercover den Mop (und entspricht dabei genau der Rolle, die Martin Barkawitz über Annie im Geisterspiegel-Interview angeführt hat. Zitat: „Soll vielleicht June Clark im Haus vom Mafiaboss die Böden wischen? Schon mal in den USA eine weiße Reinigungskraft gesehen?“). Dabei werden übrigens noch einige höchst interessante Neigungen Annies deutlich, etwa auf Seite 5: „Sie las höchstens mal einen Gruselroman von Stephen King oder Jason Dark“. In diesem und dem folgenden Cotton-Heft (Band 2199: „Flammen des Hasses“) werden auch ganz neue Dinge klar: Die Romane beliebter deutscher Romanheft-Autoren wie Jason Dark oder A. F. Morland werden durchaus auch in den USA gelesen. In Band 2199 (der passender Weise von Friedrich Tenkrat alias A. F. Morland stammt) steht nämlich ein Buch von A. F. Morland im Bücherschrank.

Nach Zerschlagung des Waffenhändlerrings geht es nach ca. 10 Seiten über zur eigentlichen Handlung des Romans. Milos Andric, berühmt und berüchtigt als „Schlächter von Srebrenica“, droht dem einstigen Multimillionär Theodore Palmer mit der Entführung seiner Tochter Julie Palmer, sollte dieser nicht zwei Millionen Dollar zahlen (wobei man schon fragen könnte, warum der „Schlächter“ nicht zuerst die Tochter entführt und dann das Lösegeld fordert...?). Auf den ersten Blick verliebt sich Jerry in sie – doch wie so oft sollte es nicht sein. Etwas läuft schief, nur wenige Seiten später wird ihre Leiche gefunden. Nun befürchtet man als treuer Leser bereits das Schlimmste: Wie im vor einiger Zeit erschienenen Band 2161: „GAME OVER – Das Spiel ist aus“ von Michael J. Parrish dreht Jerry erneut komplett durch, schmeißt seine Marke weg und will um jeden Preis Rache nehmen. So endete das Heft Gott sei dank nicht, dennoch lassen Jerry und Phil es sich nicht nehmen, den Verbrecher zur Strecke zu bringen und folgen ihm deswegen sogar bis nach Serbien...

Geschrieben wurde dieser Roman von Martin Barkawitz, der sich unter Cotton-Fans bereits einen Namen durch Romane wie die Annie-Geraldo-Trilogie (siehe dazu auch die Jerry Cotton Kolumnen 10-13) gemacht hat. Diese Art von Action-Roman zeichnet sich im Übrigen – ähnlich wie besagte Trilogie um Annie Geraldo – dadurch aus, dass der Schwerpunkt nicht bei Whodunit-Krimi-ähnlichen Überraschungsmomenten (á la „Es war nicht der Gärtner sondern der Butler...“) liegt, sondern dass der Roman durch ganz andere Dinge zu überraschen vermag (ähnlich einer bestimmten Szene in Band 2188: „In Spanish Harlem wirst du sterben“). In diesem Roman mischen nämlich mal wieder die Geheimdienste mit und sorgen ordentlich für Stimmung. Und eine Agentin des chinesischen Geheimdienstes verfolgt dabei ein ganz anderes Ziel, als man auf den ersten Blick denken mag...

Dieser Roman erscheint nächste Woche Dienstag als 2. Auflage – allerdings kann man nicht sicher sein, ob dieses Heft wirklich unter dem Titel „Unser Job in Belgrad erscheint“, dies nur als kleine Anmerkung. Denn nachdem man schon fast meinen konnte, dass sich die Jerry-Cotton-Redaktion nun langsam aber sicher auf die wirklich wichtigen Dinge beschränkt (da man den Titel von Band 2182: „ROUTE 66 – Straße zur Hölle“ in der 2. Auflage unverändert gelassen hat), ist dem doch nicht so – war wohl nur ein Versehen. Denn der Titel des morgen erscheinenden 2. Auflagen-Romans 2197: „RADIO-KILL – Die Stimme, die den Tod befahl“ wird um mehr als die Hälfte verkürzt (d. h., er wird nur unter dem Titel „Radio Kill“ erscheinen, was in dem Zusammenhang nicht nur bescheuert sondern unpassend klingt) – warum, ist nicht klar. Vielleicht sollte man daran denken, die störenden Titel künftig ganz abzuschaffen?

Jerry Cotton Band 2198: „Unser Job in Belgrad“ erscheint am Dienstag, 13. März 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 12. März 2007 (Thema: Mit dem Kopf durch die Wand)

Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

© Martin Palm

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox