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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 21: Die Stimme, die den Tod befiehlt
Jerry Cotton – im Visier eines gefährlichen Psycho-Killers

Zu Beginn der Roman-Kolumne von Jerry Cotton Band 2197: „RADIO-KILL – Die Stimme, die den Tod befahl“ eine kleine Frage zum Nachdenken: Welcher „dunkle Fleck“ aus Jerry Cottons Vergangenheit könnte so schrecklich sein, dass er ihn an den Rande des Wahnsinns bringt, fast schon in den Tod treiben könnte? Dass dieser besagte dunkle Fleck einer Person die Macht gibt, ihn regelrecht wahnsinnig zu machen?

Die Geschichte beginnt mit dem Tod eines bekannten Geschäftsmannes, Harvey Lester – oder vielmehr: Dem Umfall von Harvey Lester, denn allem Anschein nach handelte es sich dabei nicht um Mord. Besagter Mann war mit seinem Wagen von der Spur abgekommen, hatte eine Brückenbegrenzung durchbrochen, der Wagen war in den Fluss gestürzt und Lester in seinem Fahrzeug ertrunken. Soweit so gut. Auf Wunsch des damaligen New Yorker Bürgermeisters Rudolph Giuliani hin wurde der Fall vom FBI bearbeitet. Gut einen Monat zuvor wurde übrigens schon einmal auf Wunsch des Bürgermeisters das FBI eingeschaltet – und zwar in Band 2193: „Mörderische Illusionen“ (siehe die dazugehörige Kolumne Nr. 17). Großartige Erkenntnisse erlangt man jedoch nicht – schließlich war mit dem Fahrzeug an sich alles in Ordnung –, also landet der Fall im Archiv, die Ermittlungen waren beendet. Was dem Leser bereits klar ist – schließlich redet jemand nicht kurz vor seinem Tod mit seinem „schlechten Gewissen“ –, wird Jerry Cotton und Phil Decker einige Monate später klar, als sich ein weiterer mysteriöser Vorfall ereignet. Die Spur führt sie zu einem rätselhaften Radio-Mann – und schließlich gerät auch Jerry Cotton ins Fadenkreuz des Psycho-Killers...

Psycho-Mörder, die angeblich die Gabe oder Möglichkeit haben, Menschen durch Worte oder bestimmte Handlungen zu beeinflussen, von den Tätern gewünschte Dinge zu tun, haben in mir schon des Öfteren zwiespältige Gefühle ausgelöst. Gut ein halbes Jahr später erschien etwa bei den Jerry Cotton Heftromanen Band 2228: „Die Pforte des Todes“, der eine ähnliche Story bot, dabei allerdings nur mäßig an das Niveau von Band 2197 herankam. Auch der vor gut einem halben Jahr erschienene Band 2167: „Ring frei zum Attentat“ war da nicht viel besser – im Gegenteil. Anhand des Romans 2167 lässt sich das Besondere von Band 2197 festmachen: Während sich Nr. 2167 mit vielen, zum Teil relativ unwichtigen Details und Nebengeschichten aufhielt, geht es hier voll zur Sache. Natürlich ist es immer Ansichtssache, ob ein Psycho-Mörder, der seine Opfer durch Worte oder bestimmte Handlungen beeinflusst (und damit Erfolg hat), authentisch ist oder nicht – dieser ist es in meinen Augen schon, weswegen ich ihn nur Wärmstens empfehlen kann.

Der Autor dieses Romans versteht es übrigens, seinen Roman so spannend zu gestalten, dass die Tatsache, dass der Täter vor seiner Enttarnung nicht wirklich namentlich erwähnt wurde, zur Nebensache wird (und wer ab und an mal in meine Rezensionen schaut, wird wissen, dass ich auf diese Art von Serienkillern eher allergisch reagiere), denn in diesem Roman haben die Psychospiele und das Motiv des Killers eine viel entscheidendere Rolle. Natürlich kann man darüber streiten, ob der Zufall, dass sich just nachts auf dem Polizeirevier Pete Shane und Maren McLusky auf Seite 31 treffen, an den Haaren herbeigezogen ist oder an der Stelle passt; aber ansonsten gibt es aber keine weiteren Kritikpunkte zu dem Roman. Ein bisschen erinnert er mich an den ein paar Jahre später 2002 erschienenen Film „Nicht auflegen!“ – wenn auch auf andere Art und Weise (dort spielte sich das ganze innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums ab und es handelte sich auch nur um ein Opfer bzw. eine Person, die der Täter ins Visier genommen hat) hatte dort nämlich ebenfalls ein Psycho-Killer sein Opfer mit dessen Sünden konfrontiert, ähnlich wie der Killer in Band 2197.
Etwas für Lachmuskeln gab's im Innenteil des Romans auch noch: Das damals erschienene Buch "Jerry Cotton — George Nader und seine Filme" über die Jerry Cotton-Filme wurde im Mittelteil kurzerhand in "Jerry Cotton — George Nader und seine Familie" umgeändert."

Jerry Cotton Band 2197: „RADIO-KILL – Die Stimme, die den Tod befahl“ erscheint am 6. März 2007 als 2. Auflage zum Preis von 1,50 EUR

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am Montag, 5. März 2007 (Thema: Der Schlächter aus Serbien)

Bildquelle: Bastei-Verlag, Bergisch-Gladbach

© Martin Palm

 

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