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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

# 18: Aktuelles aus der 1. Auflage
Über die neuen Jerry Cotton-Heftromane

Lang, lang ist’s her, dass ich meine letzte Jerry Cotton Heftroman-1.-Auflage gelesen habe – zumindest kommt es mir so vor. Denn wenn man seit Jahren gewohnt ist, jede Woche den neuen Cotton-Roman zu lesen, kommt einem die Zeit, in der man keine neue Hefte mehr liest, mitunter sehr lang vor.
Wie dem auch sei – aus mehreren Gründen habe ich mich dazu entschlossen, dem guten alten Heftroman-Jerry mal wieder einen Besuch abzustatten. Heute werden zu diesen Romanen übrigens auch ausführlichere Rezensionen erscheinen (siehe dazu hier im Geisterspiegel „Background -> Unter der Lupe – Rezis -> Jerry Cotton“).

Das letzte Jerry Cotton Heft in 1. Auflage, das ich gelesen habe, war Nummer 2574: „Skrupellos“ – ein Roman, den nicht nur ich als verwirrend und überladen empfunden habe, sondern zu meiner Freude auch mein Rezi-Kollege Sascha „Andro“ Vennemann (siehe beide Rezensionen hier im Geisterspiegel).
Wer meine bisherigen Rezensionen zu der 1. Auflage verfolgt hat, wird bereits bemerkt haben, dass es für meine Begriffe einige Dinge bei den letzten Heften zu beanstanden gab. Ich, der durch die qualitativ hochwertigen Romane der Zeit, in der Peter Thannisch noch Cotton-Heftredakteur war (siehe unter „Interviews – Im Gespräch mit...“ ein Interview mit Peter Thannisch über seine Arbeit als Lektor im Allgemeinen und für Jerry Cotton im Speziellen), verwöhnt war, tat und tue mich mit vielen aktuellen Romanen schwer. Natürlich gab es auch zu der Zeit von Peter Thannisch ab und an mal einen Roman, der mir weniger gut gefiel, aber insgesamt gesehen war ein nicht so gutes Heft eher die Ausnahme – doch inzwischen ist die Ausnahme zur Regel geworden.
Zwar gab und gibt es auch jetzt noch gute Romane – und in dem Fall beziehe ich mich damit besonders auf die Krimis von Christian Schwarz und die Hefte des mir leider unbekannten Autors der Senior-Romane –, doch die Action, wie man sie von der Zeit Peter Thannischs gewohnt war, hat eben enorm nachgelassen – so enorm, dass ich es zum Anlass genommen habe, erst einmal nur noch die Taschenbücher zu lesen. Die haben nämlich noch ihre gewohnt gute Qualität, werden allerdings auch noch von Peter Thannisch betreut.

Vom Inhaltlichen abgesehen gibt es auch allgemein in der Heftserie eine Veränderungen, die natürlich auch ihre „Vorzüge“ haben: Etwa werden dort neuerdings, vermutlich dem Retro-Trend folgend, wieder Filmcovers verwendet – genau, Filmcovers wie es sie bis Ende der Achtziger auf den Cotton-Covers zu bewundern gab (Modernität ist das A und O einer gut laufenden Romanserie). Und als wäre das noch nicht genug, legt man noch einen drauf und schreibt, vermutlich sehr zur Freude jedes Jerry Cotton lesenden Englisch-Lehrers, die Begriffe „Mrs.“ und „Mr.“ aus. Da die Lautschrift von „Mrs.“ „Missis“ ist, ist das natürlich von der Logik her unverzichtbar, da „Mrs.“ ausgeschrieben nämlich „Mistress“ heißt. Aber so viel nur zu den aktuellen Verbesserungen.

Da, wie gesagt, Band 2574: „Skrupellos“ der letzte von mir gelesene neue Cotton-Heftroman war, las ich als nächstes die darauf folgende Nummer 2575: „Geld und falsche Götzen“. Ein Kommentar vorweg an dieser Stelle zu Band 2575: Den Romantitel, das Cover bzw. Titelbild und die Vorschau dieses Romans (siehe Jerry Cotton Heft 2574) derart abstoßend und langweilig zu gestalten (sodass selbst ein Waschmittelwerbespot aus den 1960ern interessanter ist), grenzt schon wirklich an Kunst – aber die Vorschau muss ja nicht unbedingt repräsentativ für den Roman sein, denn selbst zur Zeit Peter Thannischs gab es einige Vorschauen (da war es dann der umgekehrte Fall), die einen hoch spannenden Roman versprachen – und dann war’s doch eine Ausnahme und die Vorschau versprach mehr als der Roman hielt.
Inzwischen habe ich auch noch ein paar Ausgaben übersprungen und – mehr durch Zufall – Band 2579: „Easy Killer“ und den kürzlich erschienenen Band 2589: „Tennessee Waltz“ gelesen.

Die Rezensionen zu den drei Cotton-Heften gibt es ab heute unter „Background -> Unter der Lupe – Rezis -> Krimi & Thriller -> Jerry Cotton -> Heftromane“.

Die Direkt-Links zu den Rezensionen:

Band 2575: „Geld und falsche Götzen“

Band 2579: „Easy Killer“

Band 2589: „Tennessee Waltz“

Die nächste Jerry Cotton Kolumne erscheint am 12. Februar 2007 (Thema: Der meistgejagte Mann der Welt)

© Martin Palm

 

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