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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

Jerry Cotton aktuell – Band 2690
Eiskalt und ohne Skrupel

Ich gebe es zu, ich gehöre zu all jenen (Frauen), die gern mehr Frauenpower und vor allem mehr weibliche Bösewichte in den »Männerromanen« hätte. Und ab und an erbarmen sich auch die Jerry-Cotton-Autoren und schenken uns solche Romane. Und wenn dann der Roman – wie im vorliegenden Fall – auch noch tatsächlich vielschichtig und spannend ist, ja dann ist die Welt in Ordnung für den Krimifan, weiblich wie männlich.

Dass der Gegner eine Frau ist, erfährt der Leser schon im ersten Satz. Die Frage, die bis kurz vor Schluss gestellt wird, ist nur, wer ist sie und was zum Teufel spielt Special Agent June Clark für ein Spiel? Gehört sie in Wirklichkeit zu den Bösen, wie schon einst Sidney Lomax? Oder wird mit ihr nur ein böses Spiel gespielt?

Um was geht es in Eiskalt und ohne Skrupel?
Um nichts anders als um ein eigentlich langweiliges und bei Jerry Cotton bereits ausgelutschtes Thema: Bewachung eines Zeugen.
In diesem Fall einer Zeugin. Und wer so wie ich denkt, nämlich dass uns der Autor hier mal wieder einen der Jerry-Cotton-Supermann, Zeugin verliebt sich in den Titelhelden und Jerry Cotton weiß alles von Anfang an Story beschert, der wird – wie ich auch – vollkommen überrascht.

Hester Kimball, die Zeugin, ist zwar hübsch aber auch eiskalt. Und sie wird nicht nur von unserem Duo Jerry Cotton und Phil Decker beschützt, sondern auch von dem gemischten Doppel June Clark und Blair Duvall.
Nachdem mehrere Anschläge auf Hester Kimball verübt werden, müssen sie und June Clark ganz überrascht alleine fliehen und June hat nicht die Möglichkeit sich mit ihren Kollegen oder ihrem Chef zu verständigen.
Unterdessen findet Phil Decker heraus, dass der Killer, der den anderen Zeugen zum Schweigen gebracht hatte, seiner Kollegin June Clark zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Umstände bringen es, dass sich der Verdacht gegen die FBI-Agentin verhärtet, auch wenn ihre Freunde und ihr Chef es nicht wirklich glauben.
Und so spielen Jerry, Phil und Blair ein gefährliches Spiel, um die Hintermänner und die Wahrheit herauszufinden, während June nicht nur um ihr Leben und das ihres Schützlings kämpfen muss, sondern auch um ihren guten Ruf.

Wie gesagt, Eiskalt und ohne Skrupel ist eine ungewöhnliche und vor allem spannende Neuauflage des alten Zeugen-Beschützer-Themas. Es ist ein spannender Roman. Auch wenn wir uns natürlich wie auch die Freunde nicht denken können, dass June Clark in Wirklichkeit eine Killerin der Mafia ist (auch wenn das natürlich seinen Reiz hätte). Allein die Art und Weise wie alle versuchen die Wahrheit zu ergründen ist herrlich zu lesen.

Ich gebe es aber zu: Nach 2/3 des Romans konnte nur noch eine Person der Verräter sein. Dass diese Person aber zugleich auch der Profikiller ist, hätte ich nicht gedacht. Aber schön zu sehen, dass die Jerry-Cotton-Autoren auch mich noch mit starken und guten Heftromanen beglücken können.

© Cornelia Sibilitz

 

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