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Jerry Cotton

Jerry Cotton

Der G-man, der die Welt bewegte

Jerry Cotton aktuell: Band 2687
»Ein simpler Plan« = ein simpler Roman?

Wie in letzter Zeit öfter, erwies sich der Roman besser als die Vorschau. Die fand ich eher nichtssagend:
Jerry und Phil sollen die Killer zweier Geldeintreiber fassen, die in ihrem Beisein ausgeschaltet wurden. So nebenbei erfährt der Leser dann auch von der wundersamen Nichtverletzung der Protagonisten.
Mal ehrlich, interessiert das irgendjemanden in der Vorschau?
Zum Abschluss wird noch ein »Spießrutenlauf der ganz besonderen Art« angekündigt.

Zugegeben, dieser letzte Satz hat mich doch kurz überlegen lassen, was wohl auf Jerry und Co. wartet, aber meine Fingernägel hat es mich dieses Mal nicht gekostet. Die Spannung war also erträglich, tendierte sozusagen gen null. Nach dieser Vorschau war der Roman nur dazu geeignet, die Sammlung vollständig zu halten.

Nun aber zum Roman:
Der erste Eindruck des Covers: Okay! Passend zur Vorschau hatte ich das Gefühl schon das Killerkommando zu sehen.
Der Roman selber startet mit der detaillierteren Erzählung der durch die Vorschau bekannten Fakten und somit erwartungsgemäß sehr actionreich. Anschließend geht es dann ziemlich schnell in ruhigere Bahnen, als die Ermittlungsroutine greift.
Erfreulich dabei: June und Blair kommen ins Spiel. Für mich erfahrungsgemäß der Garant für einen guten Roman. Rech schnell kristallisiert sich für den aufmerksamen Leser das altbekannte Prinzip »getrennt marschieren, gemeinsam zuschlagen« heraus. Zwei Teams, Jerry und Phil sowie June und Blair, folgen getrennten Fährten, die aber doch irgendwie zusammenzugehören scheinen.

Dann kommt plötzlich, und für den Leser nicht nachvollziehbar, ein komplett neuer Handlungsstrang hinzu. Erst einige Seiten weiter erfahren die Ermittler - und somit auch der Leser - den Zusammenhang. Was als mysteriöser Doppelmord an Kriminellen begann, wird abrupt zur Ermittlung gegen einen korrupten Cop und der »Spießrutenlauf« beginnt. Trotz aller Hindernisse laufen ab diesem Zeitpunkt alle Fäden zusammen und der Knoten löst sich immer weiter.

»Ein simpler Plan« ist alles andere als einfach gestrickt. Der Roman lebt von seinem Tempowechseln, dem Humor und - welche Freude das erleben zu dürfen - dem Teamwork.
Liebe Leser, Sie haben durchaus richtig gelesen, ich habe Teamwork geschrieben.
Absolut genial fand ich die Ergebnisse von Teamarbeit und Alleingängen, denn auch die gab es in diesem Roman, gegenüberzustellen. Aber DAS Highlight schlechthin für mich sind die Seiten 53 bis 56. Das war Kino im Kopf. Ich habe mitgefiebert und musste gleichzeitig doch so manches Mal herrlich lachen, vor allem wenn es um Junes Fahrkünste ging. Jerry, wann lernt ihr Jungs endlich, dass wir Frauen auch Auto fahren können.

Der Roman nährt doch meinen leisen Verdacht, dass der Autor ein Autonarr ist. Nicht nur, dass wieder einige liebevolle Details zu Jerrys rotem Liebling eingeflochten wurden, bin ich über was gestolpert: Einer der Gangster fährt einen Mercedes und ein anderer heißt McLaren. Erinnert mich irgendwie an die Formel 1. Aber vielleicht interpretiere ich da auch zu viel rein und das Ganze war nur Zufall.

Nach »Ein simpler Plan« freue ich mich jedenfalls auf nächste Woche. Vielleicht erlebe ich wieder eine angenehme Überraschung.

© Petra Herrmann

 

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