
Gunters Dunkle Welten

Rückblick auf Chris Schwarz und Jaqueline Berger
Teil 1: Die Mutter aller Serien – Jaqueline Berger
Es war einmal ...
So beginnen bekanntliche Märchen. Und auch ich möchte meine kleine Artikelserie zu den beiden Serien Christoph Schwarz und Jaqueline Berger auf diese Art beginnen. Obwohl die Entstehung einer neuen Mystery-Serie sicherlich kein Märchen ist. Aber zumindest kommt ein Happy-End vor, und das rechtfertigt wohl diese Einleitung.
Im Jahr 1999 kam mir die Idee, eine Geister-Jäger-Geschichte zu schreiben. Zum einen, weil ich damals ein Fan von John Sinclair war, zum anderen weil mich das Thema faszinierte. So kam es, dass ich eine taffe Geisterjägerin namens Jaqueline Berger kreierte. Eine ehemalige Abenteuer-Archäologin, die nun im Dienste der Bundesrepublik steht und gegen das Übernatürliche ankämpft. Ich schrieb sofort zwei Romane – Band 1 mit dem Titel „Höllische Spiele“ sowie Band 2 mit dem Titel „Der Mörder“. Beide schickte ich an die Heftromanverlage und beide kamen zurück. Es war die Zeit, als Horror eingestellt wurde und man nicht noch eine neue Serie starten wollte.
Daher ließ ich die Serie liegen, auf meine Chance hoffend.
Diese kam einige Jahre später. Durch Zufall wurde ich auf die Möglichkeit aufmerksam, Bücher auch als eBooks verlegen zu können. Etwas, das ich dank meiner Webdesignerin-und-Programmiererin-Ehefrau auch selbst hätte realisieren können – nicht aber wollte. Daher schrieb ich einen der bekanntesten eBook-Verlage an und erhielt auch eine recht positive Antwort. Man sei bereit, die Serie ins Programm aufzunehmen. Natürlich sei der Verdienst nicht sehr hoch. Aber man könne mir doch eine kleine Summe bieten.
Wie klein diese Summe war, die man mir bot möchte ich an dieser Stelle auf Rücksicht diesem Verleger gegenüber verschweigen. Es reicht zu erwähnen, dass mich die Mail an jener Stelle aus dem Stuhl hob. Auf meine Frage, warum ich als Autor so wenig bekommen sollte erfuhr ich, wie viel Arbeit doch so ein Verleger habe und wie einfach es hingegen für den Autor sei, einen Roman zu schreiben.
Ich entschloss mich, den armen Mann zu entlasten und ihm meine Serie nicht anzuvertrauen.
Nicht sehr viel besser erging es mir mit dem zweiten, neu gegründeten Verlag. Zwar sollte hier das Honorar ungleich höher ausfallen. Doch leider schaffte es der Verlag nicht, Termine einzuhalten (etwas, worauf ich in meinem zweiten Teil noch eindringlich zu sprechen kommen werde – Termintreue ...) Fast ein halbes Jahr gab ich diesem Verlag Zeit, die Serie zu bringen.
Vergebens.
Mein Angebot, ihn auf der Buchmesse in Frankfurt im Zuge meiner Romanpräsentation „Der Kelch von Avalon“ zu erwähnen schlug er aus, die Titelbilder musste ich mir selbst besorgen ... kurz, es war ein fruchtloser Versuch, dort auch nur einen Zeh auf den Boden zu kommen. Ich weiß nicht einmal, was aus diesem Verlag wurde da ich ihn nach dem Schlusspunkt nicht weiter in Evidenz hielt.
Zutiefst frustriert, mit Verzweiflung im Herzen und Selbstmordgedanken im Kopf, schon mit einem Bein aus dem Fenster ragend und die Schlinge um den Hals, wandte ich mich einem dritten Verleger zu – Peter Hopf von VPH. Und siehe – meine Gebete wurden erhört.
Ich konnte die Schlinge abnehmen, denn nicht nur, dass er bereit war meine Serie aufzunehmen – er bot mir auch ein angemessenes Honorar und ließ die Titelbilder entfernen, sorgte für ein Lektorat ... All das, was man von einem seriösen Verlag erwarten darf.
Er erhielt von mir umgehend Band 1 und Band 2 der Serie sowie in den folgenden Wochen und Monaten weitere Romane.
Da inzwischen einige Jahre ins Land gegangen waren, hatte sich mein Stil geändert, aber auch die Idee, die hinter der Serie steckte. Vom x-ten Geisterjäger zu etwas Neuem, zu etwas Anderem. Das war nun meine Devise. Wenn schon, denn schon.
So kam es, dass meine Protagonistin schon mit Band 3 und 4, die als Doppelband zu sehen sind, neue Wege ging. Der Vorteil war, dass mir Peter Hopf von Anfang an freie Hand gab. Ich konnte (und kann) meine Serie völlig frei und ohne Rücksicht auf Konventionen entwickeln.
Als Band 1 schließlich im Spätsommer 2004 erschien, war ich mir sicher, wirklich etwas Neues verwirklicht zu haben. Nun galt es nur noch eine Hürde zu nehmen – die Gunst der Leser. Würde die Serie angenommen werden und sich in die Reihe derer einordnen, die zu den guten, ja zu den Top-Serien des Verlages zählen, oder würde sie untergehen wie die Titanic auf ihrer Jungfernfahrt?
Die Gunst der Leser war mir holt, wie man heute nach nach über 20 Romanen und einem ständigen Platz in den Top-5 des Verlages sagen kann. So hatte meine kleine Odyssee ein glückliches Ende gefunden, JB war in einen sicheren Hafen gesegelt. Doch blieb sie dort nicht lange, denn es drängte mich nach Höherem.
Aber davon mehr in meinem nächsten Artikel: Rückblick auf Chris Schwarz und Jaqueline Berger – Teil 2: Eine Plaidte der besonderen Art. Oder – warum ich heute weniger Haare auf dem Kopf habe, als noch im Herbst 2004.
Mit SCHWARZen Grüßen
Ihr G. Arentzen
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