
Gunters Dunkle Welten

Christoph Schwarz – Eine Serie entwickelt sich
Im Mai 2005 erschien mit Geister-Schocker Band 28 der erste Roman mit Christoph Schwarz in der Hauptrolle.
In Der Zombie von Landau wurden die beiden Polizisten Christoph und seine Kollegin Conny Blank zum ersten Mal in ihrem Leben mit dem Übersinnlichen konfrontiert.
Eine folgenschwere Begegnung, denn sie öffnete den beiden Protagonisten die Augen für eine Welt, die sie bislang nicht kannten.
In den Nachwehen dieses Abenteuers beschlossen beide, dem Beamtenleben Adieu zu sagen. Zu fantastisch war, was sie erlebt hatten und zu unglaublich die Möglichkeiten, welche sich ihnen plötzlich eröffneten.
Und damit komme ich zu mir. Denn so wie meine beiden Hauptdarsteller von der Thematik fasziniert waren, so sehr reizten mich die Möglichkeiten, die sich mit der Serie auftaten.
Als Grundthema sollten Sagen und Legenden aus Deutschland dienen. Also Geschichten, die bereits fest im Volksmund verankert sind.
Bereits in Band 1 der eigenständigen Serie, erschienen im Juni 2005, nahm ich mich darum einer der bekanntesten Sagengegenden Deutschlands an – dem Brocken im Harz.
Dieser ist spätestens seit Goethe eng mit Hexen und dem jährlich stattfindenden Hexentanz verbunden, und so entschied auch ich mich für einen Hexen-Roman – Die Brocken-Hexen legte den Grundstein der eigenständigen Serie und führte zudem einen weiteren Charakter ein, der Christoph zur Seite stehen sollte: den Geist Belinda Nolte.
Bei einer monatlichen Erscheinungsweise kamen auf diese Weise bereits im ersten Jahr acht Romane auf den Markt.
Band 2 – Das Keltengrab von Kirn – bewies dem Leser zudem, dass bei Christoph Schwarz nicht alles auf die aus Heftromanen bekannte Weise gelöst wird. Hier das Monster, da die magische Waffe und schon ist der Fall gelöst; auf diese Weise funktioniert die Serie nicht. Der Roman lehnte sich nicht direkt an eine Sage an, hatte aber einen geschichtsträchtigen Ort zu bieten; die Altburg in der Nähe von Kirn im Hunsrück.
Ebenfalls neu in Band 2 war das Auftauchen einer Person, die bereits ihre eigene Serie hatte. Jaqueline Berger erschien, um den Helden zur Seite zu stehen. Damit verschmolzen die beiden Serienwelten zu einer Einheit, der Kosmos wurde entsprechend groß.
Kein Wunder also, dass damit auch neuer Stoff in die Romane einfloss und Sagen oder Legenden etwas in den Hintergrund traten.
Bis Ende 2007 erschienen 32 Romane, davon 31 in der eigenständigen Serie. Die Handlung war dabei stets in den Monaten angesiedelt, in denen ein Band erschien – freuten sich die Leser auf das nahe Christfest, so bereiteten sich auch die Protagonisten der Serie auf Weihnachten vor.
Im Laufe der Zeit wurde das Themenspektrum der Serie breiter. Neben reinem Horror und Mystery kamen auch Fantasy und SF hinzu. Die Sagen traten dabei etwas in den Hintergrund, große Handlungsstränge dominierten nun Christoph Schwarz.
Hinzu kam, dass sich auch die Charaktere entwickelten. Neue Personen kamen hinzu, Freunde und Feinde schieden aus. Zudem wurde der Ruf nach mehr Christoph Schwarz laut. Vielen Lesern genügte ein Band pro Monat nicht mehr.
Ab Januar 2008 startete die Serie daher in neuem Gewand. Statt monatlicher Einzelbände waren es nun Dreierbände, die zweimonatlich erschienen. Gleichzeitig gewannen die Geschichten auch weiterhin an Dynamik, wurden umfangreicher, vielschichtiger.
Zu vielschichtig für manche Leser, wie Reaktionen zeigten. Denn auch wenn Christoph Schwarz niemals den Anspruch hatte, den Linien althergebrachter Heftromane zu folgen, fühlten sich einige Leser von der schieren Vielfalt an Themen sowie der Sammlung verschiedener Charaktere überfordert.
Grund genug, noch einmal am Konzept zu feilen.
Mit Band 3/2010 wurde beendet, was mit 01/2008 begann, denn ein einzelner, großer Roman brachte verschiedene Neuerungen und Umwälzungen für die Protagonisten:
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Christoph Schwarz wurde von einem mächtigen Gegner in eine Parallelwelt geschleudert; ohne Chance, von dort so rasch zu entkommen.
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Die verbliebenen Ermittler bildeten fixe Teams: In Frankfurt agieren Linda und Easy künftig gemeinsam, ebenso Suzanne und Conny. In Landau sind es Carmen und die Engländerin Jane Brewer.
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Jaqueline Berger agiert in den USA und in anderen Ländern im Auftrag von Star Gate.
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Nancy Higgins (aka Belinda Nolte) verließ die Welt, um sich endgültig den Amazonen anzuschließen.
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Sowohl in Frankfurt als auch in Landau arbeiten Operatoren, welche die Ermittler mit moderner Technik unterstützen und so zur Lösung der Fälle beitragen.
Aber auch die Serie selbst veränderte sich in einigen Punkten:
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Statt drei Romane mit etwa 150.000 Zeichen sind es künftig fünf Romane mit je etwa 90.000 Zeichen.
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Pro Band erhält jedes Team einen Auftrag. Diese befassen sich stets mit Sagen und Legenden aus Deutschland.
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Jaqueline Berger erhält pro Band einen Fall aus dem Bereich Horror und Mystery.
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Die Geschichte von Christoph Schwarz wird pro Band mit einer Geschichte fortgeschrieben.
Da Band 3/2010 einen Abschluss und Neubeginn darstellt, eignet er sich besonders gut, um neu in die Serie einzusteigen. Denn eines ist klar – auch im sechsten Jahr wird Christoph Schwarz mit spannenden, gruseligen und mystischen Romanen aufwarten, wie der folgende Auszug aus Band 3/2010 beweist:
Markus Heinz saß in seinem Zimmer und schaute fern. Er hatte sich den Premiere-Receiver seiner Eltern ausgeliehen, um Animes schauen zu können; die Lieblingsbeschäftigung des Siebzehnjährigen, der das Gymnasium in Landau besuchte. Er war zwar intelligent und hatte vor, nach bestandenem Abitur zu studieren. Er war aber auch ein wenig phlegmatisch.
Die meiste Zeit verbrachte der schlanke, hoch geschossene Junge in seinem Zimmer. Entweder er hockte vor der Glotze oder er saß vor seinem Computer und spielte irgendwelche Spiele, von denen seine Eltern noch nie gehört hatten. Ego-Shooter, aber auch Strategie- und Sportspiele.
Sport war gut, auch in seinen Augen.
Zumindest so lange, wie er ihn mit einem Gamepad in der Hand betreiben konnte und dafür nicht den bequemen Sessel verlassen musste.
Körperliche Anstrengung war ihm ein Gräuel.
Eigentlich, so hatte sein Vater konstatiert, hätte Markus rund und dick sein müssen. Nicht nur, dass sein Sohn Bewegung vermied, wo es nur ging. Nein, er stopfte auch große Mengen klebriger Schokolade in sich hinein; nur, um sie mit ein paar Liter Cola hinunterzuspülen.
Dass Markus dennoch rank und schlank war, hatte er einem erhöhten Stoffwechsel zu verdanken. Etwas, das in der männlichen Linie seiner Verwandtschaft häufig anzutreffen war.
Es war still im Haus. So still, dass Markus jedes Geräusch auffiel, das irgendwo entstand; sei es im Bad, in der Küche oder nebenan im Wohnzimmer.
Seine Eltern waren einkaufen. Er hatte darauf verzichtet, an diesem wöchentlichen Event teilzunehmen. Stattdessen fiel ihm die Aufgabe zu, die Einkäufe aus der Familienkutsche zu holen und in die diversen Regale oder in den Kühlschrank zu räumen. Die Arbeitsaufteilung funktionierte, auch wenn er seinen 18. Geburtstag herbeisehnte.
Der Tag, an dem er endlich volljährig wurde und damit dem Oberkommando seiner Eltern entschlüpfen konnte.
So zumindest bildete er es sich ein.
Die Folge seiner bevorzugten Serie ging zu Ende, nun stand Werbung auf dem Programm. Zwar unterbrach der Pay-TV-Sender die Filme oder Folgen einer Serie nicht, auf Reklame verzichtete man dennoch nicht. Sie wurde lediglich zwischen den einzelnen Sendungen gezeigt.
Markus rief den elektronischen Programmführer auf. Sehr gut, dachte er, noch drei Folgen. Zeit genug, um mir eine frische Flasche Cola aus der Küche zu holen. Und ein Päckchen dieser wirklich leckeren Honigwaffeln …
Er stemmte sich aus dem schon älteren, abgewetzten Sessel in die Höhe, streckte seine steif gewordenen Glieder und gähnte. Das stundenlange Glotzen hatte ihn ermüdet.
Auf dem Weg in die Küche stellte er zufrieden fest, dass dieser Tag in aller Ruhe zu Ende gehen würde; abgesehen von der kurzen Unterbrechung, welche die Rückkehr seiner Eltern bringen würde.
Er nahm sich die Waffeln und auch die Cola aus dem Kühlschrank, warf einen Blick auf den Speiseplan, den seine Mutter ausgearbeitet und mit einem Magneten an den Kühlschrank geheftet hatte, und wandte sich gerade um, als er eine Bewegung wahrnahm.
Unsicher ließ er seinen Blick schweifen.
Er war alleine zu Hause, abgesehen vielleicht von Sammy, dem kleinen Mischlingsrüden. Doch der war zu klein, als dass er der Grund für die von ihm wahrgenommene Bewegung hätte sein können.
»Hallo?«, fragte er in die leere Küche hinein, schalt sich jedoch selbst einen Narren.
Da war niemand.
Mit einem unwirschen Kopfschütteln verließ er die Küche und ging über den schmalen Flur in Richtung seines Zimmers, als ein lautes, schmerzerfülltes Winseln aus dem Wohnzimmer erklang.
Erschrocken wirbelte Markus herum und eilte in den großen Raum. Die Ikea-Möbel lagen im Licht der Nachmittagssonne, die durch die breiten Fenster fiel.
Wieder winselte der Hund, kläglicher nun. Dann erklang ein wütendes Bellen, und kurz darauf schoss Sammy an Markus vorbei.
Nur flüchtig konnte der Jugendliche sehen, dass der Hund den Schwanz zwischen den Beinen eingeklemmt hatte. Zudem glaubte er, einen blutig-nassen Fleck auf dem Fell des Tieres wahrgenommen zu haben.
Was zur Hölle war hier los?
Sein Blick huschte in die Runde. Er sah die Möbel, die Glasscheiben der Fenster und den flauschigen, rot-gelb-schwarzen Teppich, den seine Eltern aus dem letzten Urlaub in Marokko mitgebracht hatten.
Er war zu Hause geblieben, die Hitze und die Fremde eines afrikanischen Landes hatten ihn davon abgehalten, sie zu begleiten.
Die Bilder an den Wänden zeigten die typischen, toten Szenen einer Familie. Angefangen bei der Hochzeit seiner Eltern über seine Einschulung bis hin zu einem Kurztrip nach Berlin, den sie wenige Monate zuvor unternommen hatten.
Aber nichts von alledem konnte den Hund in Panik versetzt haben. Und doch war Sammy nicht zurückgekehrt. Im Gegenteil, er winselte irgendwo hinter Markus. Wahrscheinlich in der Duschwanne im Bad. Dorthin zog sich der Hund stets zurück, wenn Ärger dräute.
Der Siebzehnjährige fuhr sich durch sein struppiges blondes Haar und ließ den Blick ein letztes Mal schweifen.
Hier war nichts.
Er wandte sich um – und erstarrte, als er links von sich, an der Wand, einen Schemen wahrnahm. Einen Schatten mit annähernd menschlicher Gestalt, der regungslos auf der Tapete zu kleben schien.
»Was zum Geier …«, entfuhr es Markus. Er kniff die Augen zusammen, um den Schemen besser erkennen zu können.
Nicht mein Schatten, ganz eindeutig.
Er wirbelte herum, denn wenn dies nicht sein Schatten war, dann musste sich entgegen aller Wahrscheinlichkeit eine zweite Person im Raum aufhalten.
Aber da war immer noch keiner.
Als sich Markus erneut dem Schemen zuwenden wollte, war dieser verschwunden. Die Tapete zeigte lediglich ihr beiges Raufasermuster, sonst nichts.
»Mutter? Vater? Scheiße, was ist hier los?«, rief er laut. Für einen Moment kam ihm der Gedanke, dass ihn sein alter Herr wieder einmal auf den Arm nehmen wollte. Sein Vater war ein echter Witzbold.
Keine Reaktion.
»Verdammt, das ist …«
Ein glühend-scharfer Schmerz raste über seinen Rücken und schnitt ihm das Wort ab. Markus stieß einen Schrei aus und sackte zu Boden. Er spürte, dass die Kraft von einer Sekunde auf die andere aus ihm wich.
Er drehte den Kopf, während er versuchte, mit den Händen nach der Ursache für den Schmerz zu tasten.
Schon erwischte ihn eine zweite Attacke; diesmal auf der Brust. Die Kleidung wurde zerfetzt, Haut, Fleisch und Muskeln aufgerissen.
Doch diesmal sah Markus seinen Peiniger. Vor ihm, keinen Meter entfernt, erhob sich eine schwarze Gestalt.
»Deine Seele wird mich nähren«, grollte der Unheimliche, ehe er ausholte und zuschlug. Seine Hand wurde zu einer langen, dünnen Peitsche, die über Markus‘ Gesicht zischte.
Der Siebzehnjährige schrie gequält auf. Aus Wange und Mund spritzte Blut, seine Nase war zum Teil abgetrennt, das linke Auge zerstört worden.
Noch nie in seinem Leben hatte Markus derart leiden müssen.
»Was soll das?«, brüllte er den Schemen an. »Lass doch …«
Abermals schlug der Unheimliche zu. Diesmal traf seine Peitschenhand die Kehle des Jungen.
Etwas an seinem Hals wurde aufgerissen, das konnte Markus spüren. Ihm wurde schwarz vor Augen, die Schmerzen wichen ebenso in den Hintergrund wie die Laute, die an sein Ohr drangen. Das Plätschern von Blut, sein Röcheln und das schabende Geräusch, das seine unkontrolliert zuckenden Glieder auf dem Teppich verursachten.
Eine Antwort auf seine zuvor gestellte Frage erhielt er nicht. Während sein Bewusstsein in die Dunkelheit glitt, nahm er einen letzten, alles verzehrenden Schmerz wahr. Etwas durchbohrte seine Brust mit unwiderstehlicher Kraft. Dann ein Ruck, und er war tot.
Markus Heinz hatte nicht mehr realisiert, dass ihm der Schemen das Herz aus dem Leib gerissen hatte, um es zu verzehren. Er hatte auch nicht mehr gesehen, dass der Unheimliche verschwand, ohne die geringste Spur zu hinterlassen und ohne ein Fenster oder eine Tür zu öffnen.
II
»Scheiße«, knurrte Hauptkommissar Andreas Dietrich, während sein Blick über den Tatort glitt. Er ignorierte die wimmernden Laute von Anna Heinz, die in der Küche saß und inzwischen ein Beruhigungsmittel erhalten hatte.
Er ignorierte auch das fassungslose Gestammel von Erich Heinz, der neben seiner Frau hockte und immer wieder betonte, das alles nicht zu verstehen.
Dietrich schnaubte in sich hinein. Er verstand es selbst nicht. Wie sollten es da die Eltern des Opfers verstehen?
Seit wenigen Tagen war er Kriminal-Hauptkommissar. Webber, sein Kollege und Vorgänger in dieser Position, hatte sich nach Ludwigshafen versetzen lassen.
Kaum in Amt und Würden und schon so ein Mist. Das ist doch … Wäre es das erste Opfer gewesen, das auf solch grauenvolle Weise ums Leben gekommen war, Dietrich hätte sich nichts dabei gedacht.
Aber dem war nicht so.
Markus Heinz war das dritte Opfer binnen einer Woche. Wie bei den anderen Toten fehlten auch hier Spuren eines Einbruchs, eines Kampfs oder auch nur der geringste Hinweis auf den Täter. Keine Fußspuren, keine Fingerabdrücke. Nicht einmal Fasern von der Kleidung des Mörders. So, als habe sich der Tote selbst gerichtet – wie auch immer.
Eine Überlegung, die völlig hirnrissig erschien in Anbetracht der Verletzungen. Dies war der Tatort eines Mordes, das wusste Dietrich. Was er nicht wusste, war, wie der Täter ins Haus gelangt sein konnte, und mit welcher Waffe er seine Opfer tötete.
Der Gerichtsmediziner hatte nur spekulieren können. Ein Nylonseil vielleicht, vom Mörder wie eine Peitsche benutzt.
Oder zumindest etwas in diese Richtung.
Genau hatte es der Gerichtsmediziner auch nach den bisherigen Obduktionen nicht sagen können. Zumal die Waffe keine Fasern, Moleküle oder Ähnliches zurückgelassen hatte, das von einem der modernen Analysecomputer hätte gefunden werden können.
»Was zur Hölle soll diese Scheiße nur?«, fragte Beatrice Richter, Dietrichs neue Assistentin. »Das ist das dritte Opfer und noch immer tappen wir im Dunklen.«
»Ein Serientäter, das dürfte inzwischen klar sein. Das gleiche Vorgehen in allen Fällen.«
»Aber die Opfer sind ganz unterschiedlich. Eine Hausfrau von vierzig Jahren hat nichts mit einem Siebzehnjährigen oder dem Rentner zu tun, den es zuerst erwischt hat.«
Dem konnte Dietrich nicht widersprechen. Sie hatten es mit einem organisierten Täter zu tun. Einer, der genau wusste, wie er vorgehen musste, um keinerlei Spuren zu hinterlassen.
Aber waren nicht gerade diese Täter dafür bekannt, dass sie einen ganz bestimmten Opfertyp bevorzugten?
Kam es dem Mörder nur auf die Tat an, nicht aber auf das Opfer? Oder trieb ihn etwas ganz anderes an? War es einer dieser Spinner, die sich mit der Polizei messen wollten?
»Ich weiß es auch nicht. Fahren wir zurück, ich möchte mit ein paar Experten sprechen. Mal sehen, was das LKA von der Sache hält.«
Beatrice Richter nickte, während sie ihrem neuen Chef zur Haustür folgte. Noch immer waren die Eltern des jüngsten Opfers kaum ansprechbar. Dieser Schock würde sie noch Jahre begleiten, dessen war sich die Kripobeamtin sicher.
So, wie sie der Anblick der bisherigen Leichen in diesem Fall ebenfalls noch lange verfolgen würde.
Copyright © 2011 by Gunter Arentzen
Dieser Artikel erschien bereits im Romantruhe-Magazin und wurde uns freundlicherweise von Joachim Otto für den Geisterspiegel zur Verfügung gestellt.
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