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Leserbrief Antwort

Leserbrief von chriffie - 30. Juni 2008:

Ich habe mir gerade den Beitrag Mensch im Mittelalter durchgelesen und fand ihn insgesamt recht gut und knapp beschrieben.
Allerdings sind mir zwei Unsicherheiten aufgefallen.
In der Goldenen Bulle von 1356 hat der EB von Mainz den Vorsitz über das Wahlgremium. Die erste Stimme gibt der EB von Trier ab, die zweite der EB Köln, dann der König von Böhmen, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen und der Markgraf von Brandenburg. Die siebte Stimme hat der EB von Mainz. In den ersten dreißig Jahren etwas zählten die geistlichen Stimmen mehr als die der weltlichen, später dann herrschte die einfache Mehrheit.
Bei den weltlichen Herrschern ist die Primogenitur nicht nur ein Regal, sondern notwendig. Ansonsten hätte sich der Kreis der Kurfürsten drastisch vergrößert.

Die zweite Anmerkung:
Die Kurfürsten wurden geschaffen, um die Zahl der Wähler zu verringern. Bis 1356 waren etwa 350 Fürsten wahlberechtigt, darunter der König von Böhmen mit riesigen Ländereien und auch Reichsritter
mit zwei Dörfern. Die meisten kleinen Fürstentümer entstanden aufgrund der fränkischen Erbteilung, der man zwei, drei Sätze widmen sollte.
Das Kurfürstentum führte nicht nur zu einer privilegierten Schicht, sondern auch zu Wahlbetrug und Bestechungen.

Falls jemand jetzt stutzig geworden ist: Ja, ich habe Geschichte studiert und wurde darüber im Staatsexamen befragt.

Antwort auf den Leserbrief von chriffie zu »Der Mensch im Mittelalter«:

Moin Moin,

Zunächst einmal vielen Dank für Ihren Leserbrief, den ich mit großem Interesse zur Kenntnis genommen habe und als klasse Ergänzung zu dem Artikel »Adel und König« empfinde.

Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Artikel über »Adel und König« tatsächlich eine kleine Unsicherheit hatte. Wie Sie ja selber wissen, ist dieser Bereich extrem verzwickt und teilweise nicht leicht zu durchschauen. Also habe ich diesen Artikel zunächst meinen »Non-Historical-Testlesern« geschickt mit der Bitte, mir ihre Meinung zukommen zu lassen. Etwa zwei Drittel fanden, dass ich den Kurfürsten/Königswahl-Teil ruhig sehr knapp halten kann, weil es ja »Schulstoff« ist und somit jeder Bescheid wissen müsste.

Allerdings habe ich bei den Antworten meiner Testleser auch gemerkt, dass durchaus größeres Interesse an diesem Thema besteht und ich diesem Thema in dem Bereich »Der Mensch im Mittelalter« nicht gerecht werden kann. Daher hatte ich das Thema »Die Goldene Bulle von 1356 und die Kurfürsten« bereits auf meine Themen-Liste gesetzt. Genauso wie das »Frauen-Thema«, das, wie Sie sicherlich gemerkt haben, von mir ebenfalls nur gestreift wurde und die »Außenseiter im Mittelalter« (Juden, Zigeuner und Homosexuelle), die ich gar nicht erwähnt hatte. Diese Themen werde ich nach und nach abarbeiten und werde dort natürlich auf Ihre Kritikpunkte eingehen.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Sibilitz


 

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