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| Leserbrief | Antwort |
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Florian Hilleberg (Ripper) schrieb in www.sinclairforum.de zu Quo Vadis, John Sinclair: Hier wird die ganze Serie in den Schmutz getreten und da fragt man sich wieso jemand einen Leitartikel über eine Serie schreibt, die er eigentlich gar nicht mag. Allein der Vorschlag A.F. Morland als Chef-Expose-Autor einzusetzen, gibt nur den persönlichen Geschmack des Leitartikel-Autors wieder.Die Ballard-Romane strotzen allzu oft vor klischee-beladenen Figuren, die Sätze sind teilweise abgehackt und nur aneinander gereihte Action-Szenen machen noch keinen guten Roman aus.Sinnlose Gewalt-Orgien, wie die Blutbestien-Romane oder auch Ghorra sind für jeden normalen Menschen eher Anlass zum Würgen.Sicher sind manche Dinge ärgerlich, aber laut Holger Kappel weiß der Verlag eh schon über die Problematik Bescheid und der Autor ignoriert sie. Wer die Serie nicht mehr lesen will soll es bleiben lassen. Die guten Romane kann man noch mal lesen, die schlechten soll man außen vor lassen. Irgendwelche Fehler jetzt ausmerzen zu wollen, würde vielmehr Verwirrung stiften.Was irgendein U-Boot vor 1000 und mehr Romanen betrifft: W.K. Giesa schrieb mal zu einer ähnlichen Problematik bei Zamorra, dass Neuleser eh nichts mehr damit anfangen könnten und alte Themen nicht mehr zum neuen Konzept passen würden.Ich für meinen Teil habe bereits die Taschenbücher mit Band 300 liegen lassen und warte die Romanheft-Entwicklung bis Band 1500 ab.Mein persönlicher Wunsch ist im Prinzip ein würdiger Abgang für Dracula II. mit dem bin ich in die Serie eingestiegen, also kann ich mit ihm auch aufhören.roßartige Veränderungen wird es vermutlich nicht geben, obwohl viele Ideen von Fans hervorragend bis genial sind. Aber Sir James sterben zu lassen und einen neuen Vorgesetzten einzubauen, der John und Suko vielleicht sogar Steine in den Weg legt, würde Jason Dark vermutlich zu viel Kraft kosten.Ich für meinen Teil sehe die einzige Chance etwas gegen die momentane Lage zu machen einfach in einem Boykott.Der Verlag ist nicht willens etwas zu unternehmen und Leserbriefe die Jason kritisieren werden entweder nicht weitergeleitet oder von ihm selber ignoriert. Ich glaube meine letzten zwei oder drei sind komplett untergegangen.Was den 1000er-Roman angeht ich fand den damals richtig gut. Allerdings zweifle ich mittlerweile daran, ob der heute auch so gut abschneiden würde. Seitdem ich Rezensionen zu den Sinclairs schreibe bin ich strenger und evtl. anspruchsvoller geworden. Außerdem hatte Sinclair auch einen großen Bonus und ich war schon froh, wenn sich in der Serie was tat und der Tod von Johns Eltern hat mich echt überrascht. Was mich schon immer störte war, dass ab der Zeit der Mobiltelefone in manchen Romane bis zu zehn Telefonate geführt wurden.
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Der ehemalige Chefredakteur antwortet: Ich mochte John Sinclair mal sehr gern. Das war in den Siebzigern und frühen achtziger Jahren. Und weil ich es im Grunde noch immer mögen möchte, äußere ich persönlich mich überhaupt darüber. Aber es gibt da noch mehr Gründe. Ich habe Jason Dark wirklich geschätzt. Einige Leserbriefe aus den späten Siebzigern und frühen Achtzigern würden das belegen, wenn Jason Dark sie denn veröffentlicht hätte. Und ich denke, auch das ich Autor und Serie mochte, lasse ich in dem Lei(d)tartikel durchblicken. Wenn ich nach meinem persönlichen Geschmack den Exposé- und Chef-Autoren ausgewählt hätte, wären die Namen Jürgen Grasmück, Horst Hübner, Kurt Luif, Rolf Micahel, Manfred Weinland und noch ein paar andere vor A. F. Morland gefallen (aber von diesen Herren will keiner so recht zu John Sinclair passen). Nein ich wählte den Namen nicht nach Vorliebe, sondern durchaus überlegt aus. A. F. Morlands Tony Ballard wirkte zum einen über Jahre hinweg wie Sinclair-Clon und war zum anderen über einen gewissen Zeitraum nur mäßig interessant, bis Fritz Tenkrat die Serie auf neue Wege führte, ohne dabei deren Geschichte zu verraten. Im Gegenteil er hat die Geschichte der Serie genutzt. Er hat Erfahrung, kann eine Serie führen und ist ein Freund Jason Darks. Das waren die Kriterien für die Auswahl Tenkrats, der zudem auch einer vielseitigsten, fleißigsten und guten Heftautoren ist. Und es ist ihm gelungen seine Serie zu entwickeln (Ob man damit einverstanden ist oder nicht, ist eine andere Sache, die wiederum Geschmackssache ist). Bei der Ballard-Serie gebe ich Dir, was die Zeit im Gespenster-Krimi angeht, recht. Auch für die frühre Phase der Serie geht das OK. Aber: Danach machte er eine gute Entwicklung (durchaus bewusst voller Klischees, aber immer voller Tempo und Action, auf keinen Fall jedoch so geschwätzig und langweilig wie es Jason Dark in John Sinclair macht. Ich erinnere mich an den Band 1000 der Sinclair-Serie, wo Jason Dark uns fast jeden Regentropfen beschreibt und John ewig rätselte, ob er nun in diese Kapelle gehen sollte oder nicht. Ich habe nach sieben (!) Seiten dieses Gewäschs das Heft entnervt in Ecke geschmissen. Dieses - wie Norbert Aichele es nannte - lesbare Kaugummi ist übel. Oder man könnte es auch Zeilenschinderei nennen. Und gerade weil auch die JOHN SINCLAIR-Serie voller Klischees strotzt, wäre eben Fritz Tenkrat der Richtige dafür, denn er kann damit umgehen. Aber wie er in dem Interview mit uns zu kund und zu wissen gab, ist er nicht einmal hypothetisch bereit, eine solche Möglichkeit ins Auge zu fassen oder zu diskutieren. Aber für John Sinclair gilt das nicht, weil nichts wirklich aufeinander aufbaut, sondern nur etwas mit dem gleichen Namen gelegentlich wieder auftaucht du irgend etwas macht. Und glaube nicht, dass nicht Leser und Fans ihn auf dieses U-Boot aufmerksam gemacht hätten (auch schon vor 20 Jahren). Einige gespannt, welche Handlung sich daraus ergeben könnten. Und Biblische Elemente spielen in JOHN SINCLAIR immer noch eine Rolle. Daher ist das U-Boot verwendbar, zumal es in alttestamentarischer Zeit vor Anker liegt. Zu dem ist das U-Boot (und nicht nur das) ein Hinweis darauf, wie lange Jason Dark bei John Sinclair schon schludert und ohne Konzept auch nicht von der Stelle kommt. Zwischen 1982 und 1990 war der Zauberspiegel voll von Rezis, die diese Konzeptlosigkeit monierten. Sicherlich kann man John Sinclair nicht mehr lesen und ignorieren und privat tue ich das im Grunde schon eine ganze Weile. Aber da wir nun ein Online-Zine sind (das zudem noch aus einem Sinclair-Forum und einem Fanclub der Serie hervorgegangen ist), kann man an JOHN SINCLAIR nicht vorbei und ich habe mich ihm auseinandergesetzt. Aber eben auch Meinungen von (oft frustrierten) Altfans (die mit der Serie durch dick und dünn gingen) aufgegriffen und verarbeitet. Diese kannst Du in aller Frustration und Enttäuschung im Archiv des alten Bastei-Forums zur Serie und im Sinclairforum nachlesen. Und ich leiste mir diese provozierende Meinung und einen ebensolchen Ton, um auch Reaktionen von noch interessierten oder gar begeisterten Lesern der Serie zu provozieren, die wir zumindest von Dir auch bekommen. Was einen Boykott betrifft: Wie willst Du die Masse der Leser erreichen? Nehmen wir – optimistisch - einmal an, Du könntest über das Bastei-Forum, das Sinclairforum, Geisterspiegel.de, Gruselromane.de und ein paar andere Portale 500 Nasen gewinnen, die Dir in einen Boykott folgen. Was denkst Du hätte das, bei roundabout 30.000 – 40.000 aufgelegten und vielleicht auch verkauften Romanen, für Auswirkungen auf die Serie? Welchen Nutzen hätte ein erfolgreicher Boykott, außer das die Serie eingestellt wird? Ein sinnloser Weg. Nein, es müssen Umwälzungen beim Autor und der Gestaltung der Serie erfolgen. Die Revolution bei Geisterjäger John Sinclair kann nur vom Verlag und Jason Dark ausgelöst werden, in dem letzterer sich zurückzieht und ersterer ein neues Autorenteam zusammenstellt. Dem Fan bleibt, was ihm immer blieb: Hilfloses Abwarten, Hoffen und Bangen. Mehr nicht. Fan sein ist manchmal schwer. HHVA |