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| Leserbrief | Antwort |
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Leserbrief von Katja Kiwit vom 21. August 2006 Katja Kiwit schrieb Lob und Tadel: Hallo, erst mal ein ganz großes Lob an euch und euer Online-Magazin, ich lese hier beinahe täglich, es gibt so viel zu entdecken, das ist toll! Was mir nicht so gefällt ist wie manchmal über Jason Dark gesprochen wird. Ich war mal ein großer Sinclair-Fan (heute nicht mehr, meine Interessen haben sich in Richtung Bücher verlagert), und war oft bei ihm auf Autogrammstunden oder der Buchmesse oder auch Börsen. Er war immer sehr nett und freundlich und hat auch schon zu Zeiten, bevor es bekannt wurde durch das Lexikon (also offiziell bekannt) zugegeben, dass er am Anfang Co-Autoren hatte. Dass immer so über ihn hergezogen wird, finde ich nicht gut, zumal das meiste dieser Praktiken auf den Verlag zurückzuführen ist, Jason hat sich auch oft beklagt darüber, aber er konnte nichts machen, schließlich war das sein Arbeitgeber. Eine Frage habe ich aber auch. Mir ist nie ganz klar geworden, wie das mit Jason Dark war, ich hab da ihn auch nie wirklich ausgequetscht drüber: Man hört immer, er war damals fest angestellter Redakteur, hat während der Arbeitszeit die Sinclair-Romane geschrieben, und das war dann Teil seines Gehaltes, also hat er da keine extra Honorare für die Romane bekommen? Stimmt das? Vielleicht wisst ihr da ja was drüber. Vielen Dank und Grüße Katja |
Der ehemalige Chefredakteur antwortet: Zum ersten. Schönen Dank für das Lob. Wir werden uns bemühen uns noch zu verbessern. Und ich wünsche Dir auch weiterhin viel Spaß bei Zum zweiten Helmut Rellergerd, der Welt besser bekannt als Jason Dark, ist als Autor zweimal in den Fokus meiner Leitartikel geraten. Er ist nicht das zentrale Thema geworden, weil das mein Hobby ist, sondern weil sich aus seinen Äußerungen und Interviews Fragen auftun. Fragen, die von allgemeinem Interesse sind. Der Mensch Helmut Rellergerd spielt da keine Rolle, weil ich ihn kaum nahe genug kennen gelernt habe, um mir ein Urteil über seine menschlichen Qualitäten erlauben zu können. Es geht also bei den Leitartikeln nicht um den Menschen, sondern immer um den Schriftsteller. Es sind sein Stil und seine Fähigkeiten als Autor, die umstritten sind (wie auch der Wortwechsel mit Peter Thannisch zeigt). Allerdings glaubte ich immer herausgestellt zu haben, dass die Nichtnennung der Co-Autoren Verlagspolitik war. Das war nicht Helmut Rellergerds Initiative, denn es ist klassische Vorgehensweise bei Bastei. Jerry Cotton und Lassiter sind dafür Beispiele. Und bei seinen Auftritten auf Cons hat Helmut Rellergerd bis Mitte der Achtziger konsequent das Thema Co-Autoren im Verlagssinn kommentiert. Er blieb stets bei der These, es habe keine gegeben. Später verlor das Thema an Bedeutung, bis der Verlag für das Lexikon die Autoren schließlich sogar nannte. Wie schon Peter Thannisch gegenüber festgestellt, sind meine Leitartikel provozierend, um Reaktionen herauszukitzeln. Das wird zumindest auch so bleiben, solange ich die Leitartikel verfasse. Wie oft Jason Dark dabei noch eine Rolle spielt, hängt mehr oder minder von ihm und seinen Aktionen ab. Dazu kommt, dass er als eine der zentralen Figuren der Verehrung des Fandoms der Achtziger und umstrittener Autor auch in "AS TIME GOES BY" Erwähnung findet. Da musste ich feststellen, dass er mich aufgrund meiner Aktionen nicht mag (vgl. AS TIME GOES BY #2). Aber auch das Urteil basiert auf oberflächliche Begegnungen. Helmut Rellergerd und ich hatten nie die Gelegenheit, uns näher kennenzulernen. Ich will jedoch nicht ausschließen, dass Helmut Rellergerd diese Auseinandersetzung mit seinem Schaffen persönlich nahm. Das war und ist nicht beabsichtigt, kann aber vorkommen. Aber auch seinerzeit ging es mir immer um den Schriftsteller und sein Werk. Angriffe jenseits davon (also auf persönlicher Ebene) fanden nicht mein Wohlwollen (vgl. AS TIME GOES BY #18). Manchmal konnte er einem auch Leid tun (vgl. AS TIME GOES BY #8; Frage: Erkennst Du Dich da auch wieder?). Zum dritten: Was die Honorierung angeht: Vielleicht kann auch hier Peter Thannisch Licht ins Dunkel bringen, aber mein Kenntnisstand ist, dass Helmut Rellergerd sowohl fest angestellter Lektor bzw. Redakteur (er betreute Lassiter und Profesor Zamorra) war, als auch für die von ihm verfassten Romane natürlich das vereinbarte Honorar bekam. Im übrigen haben im Laufe der Zeit einige Bastei-Lektoren Romane verfasst (die Serie "Ritter Roland" Anfang der Achtziger Jahre wurde, so glaube ich, sogar komplett von Bastei-Redakteuren geschrieben). Und soweit ich weiß passierte das auch zu einem Gutteil während der Arbeitszeit. Auch die Romane dieser Herren sind natürlich honoriert worden. Melde Dich bei Gelegenheit wieder bei uns. Teil uns mit, wie wir uns machen. Und bitte: Spare nicht mit Tadel. Beste Grüße. HHVA |
| Nachtrag | Antwort |
Nachtrag von Katja Kiwit vom 22. August 2006 Hallo eine kurze Anmerkung habe ich noch. Leider besitze ich es nicht mehr, aber ich habe Jason Dark in den NEUNZIGERN mal einen Brief geschrieben und er schickte mir daraufhin ein Mansukript von Sinclair, und das war ein Durchschlag eines Manuskriptes das eindeutig auf einer mechanischen Maschine getippt wurde und es unterschied sich sehr deutlich vom Heft, und es waren auch handschriftliche Anmerkungen von JD drin. Es war auch nicht ganz eine Normseite, sondern fünf Zeilen mehr, aber eine Normseite ist auch keine Grundvoraussetzung. Nur mal als Anmerkung, ich bin sicher, dass es ein Durchschlag eines Original-MS war. Übrigens habe ich im Shocker Shop mal Kopien von LB-MS gekauft, und DAS waren auch keine Normseiten. |
Der ehemalige Chefredakteur antwortet: Jason Darks in den 80igern im Fandom verloste Skripte waren abgetippt, denn das Schriftbild entsprach eben einer Typenradmaschine. Daß Du ein Original gekriegt hast, freut mich. Liegt aber auch daran, daß das Fandom in Neunzigern schon tot und begraben war. Wenn Du das Skript und das dazugehörige Heft noch hast, mach doch bitte für den Geisterspiegel einen Vergleich. Das wäre mal was. |