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Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Stimme des Herzens

Stimme des Herzens - Whisper of the Heart
Originaltitel: Mimi wo Sumaseba
DVD, PAL
Studio Ghibli
Drehbuch: Hayao Miyazaki, Aoi Hiiragi
Universum Film GmbH
ca. 111 min
Ton: Deutsch und Japanisch, deutsche Untertitel
2007 erschienen
FSK: 12 Jahre
Mit Bonusmaterial
Preis: € 20, 95 (Special Edition)

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Die Leseratte Shizuku Tsukishima wird eines Tages durch eine Katze, der sie aus Neugier hinterher läuft, auf das Geschäft von Shiro Nishi, einem alten Restaurator, aufmerksam. Das Geschäft begeistert Shizuku durch die vielen nostalgisch und märchenhaft anmutenden Aus-lagen. Besonders „Der Baron“, eine vermenschlichte Katze, hat es ihr angetan. Diese Katze ist jedoch unverkäuflich. Shizuku erfährt, dass diese Katze für Shiro Nishi einen besonderen Schatz darstellt. In dem Geschäft trifft sie auch auf Seiji Amasawa, dem Enkel Nishis. Der Name kommt ihr bekannt vor, er ist ihr schon auf vielen Buchkarten ihrer ausgeliehenen Bü-cher begegnet. Trotz anfänglicher Antipathie verliebt sich Shizuku in Seiji. Sie erfährt, dass er Geigenbauer werden und um sein Talent in dieser Hinsicht zu prüfen für zwei Monate nach Italien fahren will. Shizuku, die bis dato nur in den Tag gelebt und durch das Lesen die Schule vernachlässigt hat, fragt sich plötzlich, was sie aus ihrem Leben machen will. Nach einigem Überlegen und einem Gespräch mit ihrer Freundin entschließt sie sich, sich genauso wie Seiji selbst zu prüfen und eine Geschichte zu schreiben. Die Hauptfigur soll „Der Baron“ sein. Dadurch vernachlässigt sie die Schule noch mehr, aber nach einem Gespräch mit ihren Eltern darf sie die Geschichte zu Ende schreiben. Sie gibt sie Nishi zu lesen, der sie ermuntert weiter zu schreiben. Als Seiji von Italien zurückkommt, macht er ihr einen Heiratsantrag.

Der Anime beruht auf dem gleichnamigen Manga von Aoi Hiiragi. Keiner der bisherigen Filme von Studio Ghibli (außer „Kikis kleiner Lieferservice“) war so offensichtlich auf das Thema Selbstfindung eines Menschen ausgelegt wie dieser. Shizuku hat Talent zum Schreiben, nutzt es aber bisher nur nebenbei, bis sie mit Seiji spricht und von seinen genauen Zu-kunftsvorstellungen beeindruckt ist. Ab diesem Zeitpunkt schwört sie sich, etwas aus ihrem Leben zu machen und ihr Talent zu nutzen. Diese Selbstfindung wird durch das Lied „Country Road“ unterstrichen, für das sie eine eigene Übersetzung schreibt. Diese Überset-zung verdeutlicht, dass Shizuku sich noch auf dem Weg zu sich befindet. Seiji, ihre Freundin, ihre Familie, Seijis Großvater und die Katze „Mond“ helfen ihr, ihren Weg zu entdecken. Der Originaltitel lautet übersetzt „Wenn man die Ohren spitzt“, wieder eine Anspielung auf das Thema Selbstfindung. Denn wenn man in sich hinein horcht und mit anderen spricht, kann man den eigenen Weg erkennen. Die Selbstfindung ist ein typisches Teenagerproblem, sodass sich Teenager gut mit der Hauptfigur identifizieren können. Ein weiteres Thema ist die Krea-tivität. Alle Hauptfiguren des Animes sind in irgendeiner Weise kreativ: Shizuku schreibt und liest (Lesen entwickelt die Hirnstruktur insgesamt und fördert Fantasie), Seiji baut Geigen, sein Großvater musiziert wie sein Enkel und restauriert. Mit Kreativität ist Fantasie verbun-den, die sich vor allem in der Geschichte widerspiegelt, die Shizuku schreibt. Einzelne Szenen der Geschichten durchdringen kurz Shizukus Realität. Die Idee des Barons als Hauptfigur einer Geschichte wird im Ghibli-Anime „Das Königreich der Katzen“ wieder aufgegriffen. Ghibli zitiert sich auch gern selbst. So ist auf der Standuhr, die Nishi repariert, für ein paar Sekunden „Porco Rosso“ zu lesen, eine Anspielung auf einen weiteren Ghibli-Film. Der Film, der im Gegensatz zu vielen anderen Ghibli-Animes eher auf Realismus aufbaut, ist in seiner Gangart sehr ruhig, also nichts für Action-Fans. Aber gerade der ruhige, eher realistische Sto-ryverlauf unterstützt das Thema Selbstfindung sehr gut.
Das Bonusmaterial enthält das Storyboard zum kompletten Film, Background Art zu „Die Geschichte des Barons“, original japanische TV-Spots und Trailer, und Trailer zu weiteren Ghibli-Filmen bei Universum. Die Hintergrundzeichnungen zu „Die Geschichte des Barons“ zeigen die verschiedenen Welten der Geschichte, die bunt, nostalgisch, zum Teil surrealistisch und insgesamt wie eine Traumwelt anmuten. Allerdings werden die Zeichnungen (wenn auch oft in einem anderen Kontext) immer wieder wiederholt. Der Soundtrack ist wie immer bei Animes von Ghibli sehr stimmungsvoll und die deutsche Synchronisation gelungen.

Bewertung:

 


© Ulrike Dansauer

 

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