Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Solty Rei (Vol. 1 und 7)


Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Solty Rei (Vol. 1 und 7)

Solty Rei (Vol. 1 und 7)
DVD, PAL
OVA Films
Studio: Gonzo
ca. 120 min
Ton: Deutsch, Japanisch, deutsche Untertitel
2007 und 2008 erschienen
FSK: ab 16 Jahren
Mit Bonusmaterial
Preis: 19, 95 €




Inhalt DVD 1:
Ein rätselhaftes Mädchen rettet Roy Revant, einem Bounty-Hunter, das Leben, als er hinter Verbrechern her ist. Roy gewährt dem heimatlosen Mädchen als Dank eine Nacht Unterschlupf in seinem Appartement. Aber als sie am nächsten Morgen gehen soll, macht sie gerade das Gegenteil: Unbeirrt von Roys Versuchen sie loszuwerden, verfolgt sie den Hunter überall hin – und rettet ihm wieder das Leben. Schließlich gibt sich Roy geschlagen und nimmt das Mädchen bei sich auf. Da sie sich nicht an ihre Vergangenheit erinnern kann, nennt er sie Solty. Bei einem Gesundheitstest stellt man fest, dass Solty zu 100% ein Android ist. Das erklärt auch ihre übernatürlichen Kräfte, die sie unter anderem zur Rettung Roys eingesetzt hat. Aber diese Kräfte schaffen ihr nicht nur Freunde.

Inhalt DVD 7:
Kasha, die Tochter von Roys Chefin Miranda, erfährt kurz vor dem beliebten Dankesfest, dass sie nicht Mirandas leibliche Tochter ist. Sie hält zu Miranda als ihrer Mutter, interessiert sich aber dennoch für ihre Verwandten. Heimlich will sie zum Anwesen ihrer leiblichen Familie gehen und nimmt dabei Solty mit. Solty fragt sich indessen, was Glück bedeutet. Alle reden vor dem Fest vom Glücklichsein, aber sie hat keinerlei Ahnung, was dieses Wort beinhaltet. Die verschiedenen Erklärungen, z.B. dass Geld glücklich macht, verwirren sie eher, als dass sie ihr weiterhelfen. Kann ein Android überhaupt so etwas wie Glück empfinden?

Die Umschreibung der Macher, dass es in diesem Anime neben der Action v.a. um Beziehungen geht, trifft die Sache auf den Punkt. Abgesehen von der nicht wirklich einfachen Beziehung Roys zu Solty finden auch die freundschaftlichen Beziehungen z.B. Soltys zu Rose, geschwisterliche, kollegiale und tochter-mütterliche ihren Platz. Solty mag Roy von Anfang an und würde am liebsten bei ihm bleiben, aber Roy stellt sich quer. Der Ursprung dieser ablehnenden Haltung liegt in seiner Vergangenheit, denn beim »Blast Fall«, einer Katastrophe mit zahlreichen Todesopfern und Verstümmelten, verlor er seine Tochter. Seine Frau starb an einer schlimmen Krankheit. Seitdem fällt es ihm schwer, Beziehungen zuzulassen. Solty muss damit leben, dass ihre übermenschlichen Kräfte ihr eine Freundschaft kosten. Eine schlimme Vergangenheit als Beziehungskiller für Kerle und ein Mädel, das das hart gewordene Männerherz wieder erweicht, ist nicht neu. Auch die Fragen eines Androiden, was Gefühle sind und inwieweit er menschlich ist, kennt man schon. Trotzdem macht es Spaß zuzusehen, wie sich die Charas und das ganze Beziehungsgeflecht weiterentwickeln. Zu den Zeichnungen bleibt zu sagen, dass sie im Großen und Ganzen ok sind, wenn auch keine Glanzleistungen. Das trifft v.a. auf das Figurendesign zu, das leider sehr durchschnittlich geraten ist. Die Hintergründe dagegen sehen gut aus, allerdings fügt sich das Digitale nicht wirklich in die Zeichnungen ein (v.a. Autos, Motorräder, Kugeln, Mechas in Bewegung). Die Synchro ist in Ordnung, das Lied des Vorspanns allerdings wieder nicht, jedenfalls nicht, wenn man so wie ich eine Abneigung gegen quietschige Frauenstimmen hat. Der ruhige, melancholische Abspann und die Musik innerhalb des Animes passen dagegen wieder zur Stimmung. Ungewollt witzig wirkt der erste Auftritt von Rose, die zusammen mit ihren Brüdern einen Koffer mit rätselhaftem Inhalt stehlen will: Mit ihrem Sermon vor Solty und Roy erinnert sie (gewollt?) an die Bösewichte von Pokémon, die in jeder Folge einen ebenso langen wie ermüdenden Sermon vor ihrem unglaublicherweise unbeweglichen Publikum halten. Da fragt man sich bei Pokémon wie auch hier, warum die Helden die (reichlich vorhandene) Zeit nicht nutzen, um die Bösewichter platt zu machen. Die Extras beschränken sich in der ersten DVD auf ein Blanc Opening und Blanc Ending, sowie auf Charakterbeschreibungen im Inlay. Die siebte DVD dagegen wartet mit vielen Extras auf (leider gibt es dafür aber nur zwei anstatt vier Episoden):

1. »Solty, kann ich das?« beinhaltet neben einem Besuch in einem Merchandiseladen für Solty-Rei-Produkte und einem Besuch im Cure Maid Café (beides in Akihabara, dem berühmten Einkaufsviertel Tokyos) einen Bastelkurs mit der japanischen Synchronsprecherin von Solty Momoko Saito. Sie fertigt eine papierne Handpuppe Soltys an, die offenbar der japanischen DVD beigelegen hat. (Warum gibt es so was nicht auch bei uns?)
2. In der Talkrunde sprechen die japanischen Synchronsprecher über den Anime und ihre Gedanken zu Solty Rei.
3. Das Gonzo Festival zum Anlass des Erscheinens des Animes beinhaltet ein Interview mit den Machern und Synchronsprechern von Solty Rei und Einzelinterviews mit Momoko Saito und Tatsuhiro Suzuki, dem Synchronsprecher der Figur Andy.
Auffällig: Die Zeitangaben der beiden DVDs sind großteils unrealistisch großzügig bemessen. Ich komme summa summarum bei der ersten DVD nur auf etwas über 90 min, nicht auf die angegebenen 120 min (selbst mit Trailern und Blanc Opening und Ending nicht), bei der siebten DVD auf etwa 46 min für beide Episoden (angegeben sind ca. 60 min). Die ca. 60 min für die Extras auf DVD Nummer 7 stimmen dagegen wieder.

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

© by 2008
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox