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Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Paprika

Paprika
Regie: Satoshi Kon
Original: Papurika
DVD, Madhouse, Sony Pictures Entertainment, 87 min., 2007 erschienen.
FSK: Ab 12 Jahren
Ton: Deutsch, Japanisch, Englisch, Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch.
Bild: PAL, 16:9 Mit Bonusmaterial
Preis: 18, 95 Euro

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Um seinem Trauma auf die Spur zu kommen, bedient sich Detektiv Toshimi Konakawa einer neuen Traumtherapie, die von Doktor Kosaku Tokita und Doktor Atsuko Chiba entwickelt worden ist: dem DC Mini. Dieses Gerät ermöglicht es, die Träume aufzuzeichnen und anschließend zu analysieren. Allerdings gibt es einen Haken: Das Gerät ist noch nicht vollständig ausgereift. Das macht sich ein skrupelloser "Traumterrorist" zunutze. Er stiehlt den DC Mini und verbindet seinen Traum mit den Träumen anderer Menschen, um so die Herrschaft über die Traumwelt zu gewinnen. Nur Paprika, das Traum-Alter-Ego von Doktor Chiba, ist in der Lage, in den Traum einzudringen und den Terroristen unschädlich zu machen.

Der auf dem Roman von Yasutaka Tsutsui beruhende Anime spielt mit den Grenzen von Traum und Wirklichkeit, gerade gegen Ende, als der Traum die Realität einholt. Der Film wirft Fragen auf wie: Wo verläuft die Grenze zwischen Realität und Fantasie? Wie weit darf Technik gehen? Was ist technischer Fortschritt ohne Ethik? Inwieweit darf sich ein Mensch anmaßen, über das Wohl von anderen entscheiden zu wollen?
Die Figuren selbst erfahren eine Weiterentwicklung ihres Charakters. Detektiv Konakawa überwindet schließlich sein Trauma, und Doktor Chiba lernt ihrem Alter Ego zu vertrauen, das sich mit den intuitiven Träumen besser auskennt als die verkopfte Atsuko.
Die Traumwelt wird farblich anders in Szene gesetzt als die Realität und hebt sich so von der Wirklichkeit ab. Die Traumsequenzen haben entweder je Sequenz eine andere, vorherrschende Farbe oder die Farben sind viel intensiver und bunter als normal. Als es schließlich zum Showdown kommt, wechseln die bunten Farben zu einem düster-dunklen Graublau, um dann zu realitätsnahen Farben zurückzukehren. Der Film bietet sehr viele Details im Hintergrund, die die Handlung unterstützen, so unterhalten sich zum Beispiel Atsuko und ihr Chef im Auto über das Zusammenfließen der verschiedenen Träume. Im Hintergrund wird das Zusammenfließen als Regentropfen dargestellt, die sich an der Windschutzscheibe zu einem Rinnsal vereinen. Der Film eignet sich also auch zur Medienanalyse und zum Ethikunterricht.
Ein sehr psychologischer Anime, in dem aber auch der Spannungsfaktor nicht zu kurz kommt!

Das Bonusmaterial enthält ein Making Of (Interviews mit Satoshi Kon und dem Autor Yasutaka Tsutsui), eine Betrachtung über Träume mit Kon, Tsutsui und den beiden Synchronsprechern Megumi Hayashibara und Toru Furuya und erläutert durch ein Interview mit dem Art Director Nobutaka Ike die Bedeutung der Hintergrundfarben für den Film.

© Ulrike Dansauer

 

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