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Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Flag 2

Flag 2
DVD, PAL
OVA
Regie: Kazuo Terada
Ca. 100 Minuten
Ton: Deutsch, Japanisch; Japanisch mit deutschen Untertiteln
FSK: ab 16 Jahren
2008 erschienen
Mit Bonusmaterial
Preis: 19,95 €

Im nordindischen Uddiyana tobt seit Jahren ein heftiger Bürgerkrieg. Eine Flagge wird zum Symbol für den Frieden. Das Sondereinsatzkommando SDC soll die Flagge, die von Extremisten gestohlen wurde, wieder zurückholen. Die Fotografin Saeko wird die Mission dokumentieren. Der Versuch, die Flagge zurückzubekommen, schlägt allerdings fehl und die Truppe verliert einen ihrer hochmodernen Kampfroboter der Reihe HAVWC. Bei einem Luftangriff der UNF-Streitkräfte auf die Stadt, in der die Flagge gestohlen wurde, bleibt umstritten, da bei diesem Angriff sehr viele Zivilisten getötet worden sind. Zu allem Überfluss haben die Extremisten inzwischen einen eigenen Kampfroboter, den XR-2. Saeko, die von den Kämpfen zunächst einmal genug hat, gönnt sich eine Verschnaufpause bei Nomaden in einem Jurtendorf.

Sehr guter Anime. Nicht nur viele Anspielungen auf die Fehler von UN-Truppen im Einsatz, sondern auch auf den »Krieg gegen den Terror« sowie die Greuel und den Alltag eines Krieges werden verarbeitet. Auch die Animation ist gelungen: Die 3-D-Sequenzen fügen sich gut in den Anime ein. Die Story wird im Rückblick erzählt. Dazu benutzt das Animationsteam eine neue Idee: Der Film setzt sich nämlich aus Fotos und Videosequenzen zusammen. Das schafft zum einen eine zusätzliche Distanz durch die Barriere der aufnehmenden Kamera, auf der anderen Seite durch die Nahaufnahmen aber auch wieder mehr Unmittelbarkeit und Vermittlung von Emotionen. Außerdem gut: Nicht nur der Krieg wird dokumentiert, sondern auch der Alltag der Einsatztruppe und der Bevölkerung. Die Truppe und die Journalisten machen sich ihre Gedanken zu ihrem Einsatz. Der Journalist, der die Geschichte erzählt, kommentiert die Tage nach dem Bombenabwurf mit den Worten: »Bomben können den Überlebenswillen der Menschen nicht zerstören.« Eine Soldatin des Sondereinsatztrupps meint zu ihrem Soldatenleben: »Ein Kämpfer, der stur Befehlen folgt, ist nicht in der Lage zu bestehen.« Möglicherweise ist das eine Kritik an der Ausbildung der amerikanischen Soldaten. Und es erinnert an das, was deutschen Soldaten beigebracht wird, nämlich das Denken eben nicht völlig abzuschalten. Auch bemerkenswert die Wortwahl: Im Einsatz sind die gegnerischen Menschen »Vitalfunktionen«. Damit entmenschlicht man sie. Bei den Journalisten dagegen wird nach wie vor von »Menschen« gesprochen. Auch gut: Die Truppe ist gemischtgeschlechtlich, wobei das Kommando eine Frau innehat. Ähnliches gilt für die Gruppe der Kriegs-Journalisten, die ebenfalls gemischtgeschlechtlich ist. Damit werden Rollenklischees ausgehebelt. An Extras gibt es leider nur Charabeschreibungen im Inlay und ein textloses Opening und Ending. Der Soundtrack und die Synchro sind in Ordnung. Zu der Serie ist bei OVA noch ein Movie (Flag – The Movie«) erschienen, der die wichtigsten Szenen der Serie zusammenfasst.

Bewertung:


Mehr Infos zu dem Anime gibt es bei www.funpool.net

© Ulrike Dansauer

 

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