Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Emma


Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Emma

Emma – Eine viktorianische Liebe
Originaltitel: Eikoku Koi Monogatari Emma
Anfang einer Animeserie, 3 Folgen
DVD, PAL
Studio Pierrot
Regie: Kobayashi Tsuneo
Tokyopop
75 min
Ton: Deutsch und Japanisch, Japanisch mit deutschen Untertiteln
2006 erschienen
FSK: ab 6 Jahren
Mit Bonusmaterial
Preis: 19, 99 Euro

Emma - Eine viktorianische Liebe, Vol. 01 Kaufen bei amazon.de

William Jones, ältester Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie im viktorianischen London, stattet seiner ehemalige Gouvernante einen Besuch ab und verliebt sich dabei sofort in deren introvertiertes Hausmädchen Emma. Er versucht von da an, Emma bei ihren Einkäufen zu begleiten, um etwas Zeit mit ihr zu verbringen. Die Geschenke, die er ihr machen will, lehnt Emma ab - nur ein Spitzentaschentuch nimmt sie von ihm an. Emma weiß, dass die Liebe zu einem Höhergestellten nicht standesgemäß ist, freut sich aber trotzdem auf die Treffen mit William. Auf einem Ball lernt William Eleanor Campbell kennen, die sich in ihn verliebt. Auch Emma bekommt einen neuen Verehrer: Hakim, Sohn einer indischen Königsfamilie und alter Schulfreund von William. Hakim gesteht Emma seine Liebe.

Sehr schöne, stille Romanze, natürlich gespickt mit Hindernissen. Standesschranken, Verehrer und Verehrerinnen, Sexualmoral und die zurückhaltende Art von William und Emma machen den Protagonisten das Leben nicht leicht. Wer Nostalgie, Biedermeiermöbel und Romanzen mag, wird hier bestens bedient. Insgesamt schöne, detailreiche Hintergründe und Kleiderentwürfe runden die Zeichnungen ab und vermitteln eine nostalgische Stimmung. Repräsentiert werden vor allem die Adels-, die wohlhabende Mittel- und die Unterschicht des viktorianischen Zeitalters, wobei es Emma als Vertreterin der Unterschicht besser getroffen hat als so manch anderer ihres Standes, da ihre Arbeitgeberin sie gut behandelt und ihr sogar Lesen und Schreiben beibringt. William, als Vertreter der wohlhabenden Mittelschicht, steht für eine Familie, die sich der Aristokratie annähert und deren Kinder auf Privatschulen geschickt werden. Er versucht, aus den Konventionen auszubrechen, fordert dabei aber vor allem den Widerstand seines strengen Vaters heraus. Eleanor Campbell vertritt den Adel. Ihre Familie strebt eine Verbindung mit Williams Familie an, um wieder an mehr Geld zu kommen. Insgesamt wird in den ersten Folgen des Animes ein friedliches Bild dieses Zeitalters vermittelt, das so nicht ganz mit den geschichtlichen Gegebenheiten übereinstimmt. Nur hier und da sieht man Vertreter der Unterschicht, denen es nicht so gut geht. Angesichts dessen, dass die Unterschicht den größten Teil der Bevölkerung in dieser Zeit ausmacht, ist das nicht sehr realistisch. Die Synchronisation und die Musik sind gut getroffen, einzig die deutsche Synchronsprecherin der Emma klingt etwas unnatürlich.
Insgesamt ein sehr gelungener Anime!
Das Bonusmaterial enthält eine Galerie, die vor allem die Arbeitsskizzen zeigt, Textless Opening und Ending (eigentlich überflüssig) und Infos (Tokyopop Website, Staff and Cast, deutsche Produktionscredits, Anime-Programm bei Tokyopop).

Bewertung:

 


© Ulrike Dansauer

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox