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Die Melancholie der Haruhi Suzumiya (Vol. 1)DVD, PAL Anime Virtual S.A. German Version Regie: Tatsuya Ishihara ca. 100 min Ton: Deutsch, Japanisch, deutsche und polnische Untertitel 2008 erschienen FSK: ab 12 Jahren Mit Bonusmaterial Preis: 24, 95 € Kyon, ein ganz normaler Oberschüler, der solchen obskuren Sachen wie Science-Fiction schon lange abgeschworen hat, sieht sich im neuen Schuljahr mit der merkwürdigen Schülerin Haruhi Suzumiya konfrontiert. Die behauptet nämlich vor der ganzen Klasse, sie würde sich nur mit Außerirdischen, Zeitreisenden und Menschen mit übernatürlichen Kräften abgeben – an allen anderen hätte sie kein Interesse. Kyon, der denkt, dass sie das unmöglich ernst meinen kann, wird schnell eines Besseren belehrt: Haruhi sagt nur das, was sie auch wirklich denkt. Bald darauf gründet sie die SOS-Brigade, einen Club, der sich mit übernatürlichen Phänomenen beschäftigt. Und da sie aus unerfindlichen Gründen an Kyon einen Narren gefressen hat, ist er ihr erstes, wenn auch unfreiwilliges Clubmitglied. Auch die anderen Clubmitglieder werden eher von Haruhi rekrutiert, als dass sie freiwillig eintreten, aber merkwürdigerweise macht ihnen das kaum etwas aus. Kyon, der sich nach dem Grund für diese seltsame Ergebenheit fragt, erhält von den anderen Clubmitgliedern noch viel seltsamere Antworten: Die eine ist eine Außerirdische, die das Phänomen Haruhi beobachten will, die andere eine Zeitreisende, die Haruhi für eine Anormalität im Zeitfluss verantwortlich macht, der dritte ein Mensch mit übernatürlichen Kräften, der Haruhi für eine Art Gott hält, die diese Welt, wenn auch unbewusst, gestaltet. Und alle sind sich einig, dass Kyon eine Art Schlüssel für Haruhi ist. Kurz gesagt: Kyon versteht die Welt nicht mehr, aber es scheint, als sei an den Behauptungen der anderen etwas dran … Wenn man diesen Film mit einem Wort beschreiben sollte, fällt mir spontan »schräg!« ein. Absolut sinnfrei und obskur, aber lustig (und nicht nur lustig, sondern sogar ironisch). Haruhi weigert sich so penetrant, ein normales (sprich: für sie langweiliges) Leben zu führen und hat so abstruse Ideen, dass sie dem Zuschauer wenn schon nicht ans Herz wächst, so doch gut unterhält. Kyon, der mit seiner ironisch-sachlich-kritischen Art den absoluten Gegenpol zu Haruhi darstellt, schafft so einen schönen Ausgleich und bietet dem Zuschauer eine Identifikationsmöglichkeit, denn der würde mit ziemlicher Sicherheit ebenso wie Kyon auf Haruhi reagieren. Überhaupt ist die Ironie in dem Anime wohltuend erfrischend, denn Themen wie Sex, süße Mädels, Magical Girls usw. werden durch den Kakao gezogen. Allerdings will der Titel so gar nicht zu der fröhlichen Serie passen, denn melancholisch ist Haruhi beileibe nicht. Das einzig Melancholische könnte sein, dass sie außer von ihren Clubmitgliedern von niemandem ernst genommen wird, auch nicht von Kyon – aber das gleicht ihr großes Selbstbewusstsein dreimal wieder aus.
© Ulrike Dansauer |