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Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Der Eroberer von Shamballa

Fullmetal Alchemist (der Film)
Der Eroberer von Shamballa
DVD, PAL
Panini Video
Studio: BONES, Aniplex
ca. 104 min
Ton: Deutsch, Japanisch, deutsche Untertitel
2008 erschienen
FSK: ab 16 Jahren
Mit ordentlichem Bonusmaterial (Deluxe Edition)
Preis: ca. 19, 95 €

Zwei Jahre nach den Ereignissen der TV-Folgen lebt Edward im München des Jahres 1923 und sehnt sich nach seiner Welt Amestris zurück. Zur gleichen Zeit sucht sein Bruder Alphonse nach einem Weg, Ed wieder nach Hause zu holen. Aber nicht nur Al versucht, die Barriere zwischen den Welten zu überwinden, sondern auch die hitlerfreundliche Thule-Gesellschaft mit Dietlinde Eckhart an der Spitze. Sie wollen die Kräfte der anderen Welt für den Aufstieg der Nazis nutzen. Zusammen mit Regisseur Fritz Lang will Ed die Thule-Gesellschaft aufhalten, um Amestris einen drohenden Krieg zu ersparen.

Da ich von Fullmetal Alchemist weder den Manga, noch die TV-Serie kannte, ging ich bei der Bestellung des Rezensionsexemplars nur vom Titel und den Zeichnungen aus und dachte, dass es wohl eher ein mittelmäßiger Anime werden würde. Weit gefehlt! Sowohl die Zeichnungen als auch die Story sind sehr gut, aber eins nach dem anderen. Die Figuren und v.a. die Hintergründe sind schön gestaltet und die Einbindung der 3D-Animationen gelungen. Die Story selbst gewinnt durch die Verbindung historische Ereignisse – Phantastik und einige ernste Szenen an Tiefgang, ohne langweilig zu sein. Eine solche Verbindung ist z.B. der Hitlerputsch 1923 und die Bemühungen der Thule-Gesellschaft, die sagenhafte Welt Shamballa, also Amestris, zu unterwerfen, um Hitler in seinen Machtbestrebungen zu unterstützen. Die Thule-Gesellschaft hat es in München um diese Zeit wirklich gegeben; sie bestand aus Intellektuellen und Reichen mit antisemitischer und rassistischer Gesinnung, der eine okkulte Ausrichtung nachgesagt wird. Auch Fritz Lang kennt der begeisterte Cineast von Filmen wie »Metropolis«, »Dr. Mabuse« und »Die Nibelungen«. Um es sinngemäß mit den Worten des japanischen Synchronsprechers von Roy, Toru Okawa, zu sagen: Es empfiehlt sich, die historischen Hintergründe zu recherchieren und sie dann mit dem Film zu vergleichen, um sich so einen besonderen Sehgenuss zu verschaffen. Die Story selbst ist auch ohne die TV-Serie oder den Manga zu verstehen, vermittelt aber die Lust, in diese einmal reinzuschauen. An der einfachen Menuführung und der Synchro gibt es auch nichts auszusetzen und an den DICKEN, FETTEN Extras schon gar nicht! Nicht nur, wie sonst, eine Galerie und japanische Kino- und TV-Trailer zählen zu den Extras, sondern ein 40-minütiges (!) Making of, eine 54-minütige (!) Talk Session mit dem Regisseur und den Synchronsprechern, sowie Audio-Kommentare des Regisseurs und der Synchronsprecher zum Film. Im Making of spricht der Regisseur über den Zeitdruck, die besonderen Probleme bei der Herstellung, über die Gedanken, die hinter den einzelnen Filmpostern und Trailern stecken usw. Das Gespräch wechselt zwischen Gruppendiskussion über den Film und Einzelgesprächen, die eher Alltägliches zum Thema haben, ab. Interessant sind auch die Trailer, denn je näher die Veröffentlichung des Films rückt(e), desto mehr Sekunden verwendete man für den Trailer und desto mehr Inhalt wurde preisgegeben. Wer jetzt noch über die Extras meckert, ist selbst schuld. Der Soundtrack ist (zumindest für Fans) anbetungswürdig, denn niemand Geringeres als L’Arc en Ciel steuerten Lieder zum Film bei. Einzig die Untertitel fand ich stellenweise nicht gut gelungen, denn weiße Untertitel auf hellem Grund sind nicht die intelligenteste aller Lösungen.

Bewertung:

 

 

© Ulrike Dansauer

 

© by 2008
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