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Filmrezensionen Zeichentrick/Anime - Black Lagoon

Black Lagoon
Black Lagoon Sammelbox (Episoden 1-12)
Anime
2008 A.V. Vision Germany
Regie: Sunao Katabuchi
300 min
Ton: Deutsch, Japanisch; deutsche und polnische Untertitel
FSK: ab 16 Jahren
Extras: Booklet
Preis: 65,95 €

Der brave Büroangestellte Rokuro Okajima wird auf dem Weg nach Borneo von Piraten gekidnappt, weil er eine hochbrisante Diskette bei sich trägt. Entgegen seiner Annahme tut seine Firma nichts, um ihn zu befreien. Da Rokuro mittlerweile einen recht guten Draht zu seinen Entführern hat, beschließt er kurzerhand, sein vorheriges Leben über Bord zu werfen und es gegen das eines Piraten einzutauschen. Außerdem nennt er sich von nun an »Rock«. Ab jetzt arbeitet er mit der rabiaten Revy, dem hünenhaften Anführer Dutch und dem Computercrack Benny zusammen und erledigt mit ihnen auch Aufträge für die russische Mafia, die von der autoritären Balalaika angeführt wird. Dabei muss sich die Truppe nicht nur gegen missgünstige andere Piraten, sondern auch gegen Neo-Nazis und die kolumbianische Mafia behaupten.

Hmja. Niveau sieht anders aus. Wer allerdings auf seichte Stories, reichlich Schimpfwörter, viel Geballer und noch mehr Testosteron steht, der ist mit diesem Anime gut bedient. Aber schauen wir uns das doch einmal genauer an. Vom Frauenbild her ist bei solchen Animes mal wieder gar nichts zu erwarten. Die Frauen sind jung, sexy und absolut unpassend für ihren Job gekleidet (wenn man die paar Fetzen überhaupt »Kleidung« schimpfen darf). Frauentyp hier: Kühl und (vermeintlich) erotisch, kaputt und (vermeintlich) erotisch, schießwütig und (vermeintlich) erotisch (nach dem Muster Girls and Guns). Aber immerhin: Sie können sich wehren. Die Männer kommen (auch typisch) vielfältiger, wenn nicht unbedingt hübsch oder gar schön daher. Da gibt’s einen Mucki-Schrank (Dutch), einen gammeligen, langhaarigen PC-Freak (Benny) und einen recht hübschen und erfrischend normal gebauten jungen Mann (Rokuro). Nervtötend cool sind sie (außer Rokuro, der es aber dummerweise den anderen nachmachen will) alle, leider auch die Frauen. Die Folgen selbst wirken aufgrund der Seichtheit an manchen Stellen arg unrealistisch, z.B. wenn deutsche Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg sich die Zeit mit einem Spiel vertreiben, das verdächtig nach Mahjong aussieht. Oder dass Rokuro sich so schnell mit den Piraten anfreundet und die den zur Piraterie eigentlich nicht geeigneten Schreibtischhengst in ihre Bande aufnehmen. Gut dagegen eine Szene, die einen verbohrten Nazi und einen dem Nationalsozialismus gegenüber kritisch eingestellten deutschen Offizier im Streitgespräch zeigt. Solche Highlights dürften ruhig öfter vorkommen. Die Zeichnungen sind ok, die Synchro auch, der Soundtrack ist als Opening passend rockig (wobei der Refrain dann leider in die Pop-Schiene abrutscht), das Ending ebenfalls passend langsam und melancholisch. Der Schnitt am Schluss einer jeden Episode ist allerdings miserabel, weil mitten in der Filmmelodie abgebrochen wird. An Extras bietet die Box Originaltrailer und Screensaver. Nicht gerade übermäßig viel. Der Anime basiert auf dem Manga von Rei Hiroe.

Fazit:
Absolut unrealistische Männer- und Frauenbilder und pseudocooles Gelabere. Wer sich so etwas zu eigen macht, ist selbst schuld.

Bewertung:



© Ulrike Dansauer

 

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