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Filmrezensionen Western

Vier Vögel am Galgen
Originaltitel: The Spikes Gang
Regie: Richard Fleischer
Drehbuch: Irving Ravetch, Harriet Frank jr.
Produktion: Walter Mirisch
Darsteller: Lee Marvin, Gary Grimes, Ron Howard, Charlie Martin Smith.
USA 1974
Laufzeit: 93 Minuten

Regisseur Richard Fleischer ist so ziemlich in jedem Genre zu Hause. Ein Jahr, nachdem er mit »Soylent Green« einen der bekanntesten SF-Filme der 70er Jahre geschaffen hatte, wandte er sich mit »The Spikes Gang« dem Westernfilm zu.
Der Film erzählt die Geschichte dreier Jungs, die ihr eintöniges Farmleben satthaben. Sie beschließen, abzuhauen und ihr Glück in der Ferne zu suchen. Schon bald merken sie, dass das Leben kein Zuckerschlecken ist. Völlig ausgebrannt überfallen sie eine Bank, wobei ein Mann erschossen wird. Von da an sind sie auf der Flucht. Auf ihre Köpfe ist eine hohe Belohnung gesetzt. Da treffen sie auf den Banditen Harry Spikes, der aus ihnen richtige Bankräuber machen möchte.

»Vier Vögel am Galgen«, so der deutsche Titel, ist ein Westerndrama, in dem der amerikanische Traum auf den Kopf gestellt wird. Statt vom Tellerwäscher zum Millionär, geraten die drei Jungs in immer größeres Elend. Schon allein die Tatsache, dass sie Jugendliche sind, stößt bei vielen auf Misstrauen. Dadurch werden ihrer Zukunft sämtliche Wege versperrt. Ausgerechnet ein Berufsverbrecher nimmt sich ihrer an und versucht, aus ihnen »etwas« zu machen.

Fleischers Film ist ein typischer Vertreter des 70er Jahre Kinos. Die Figuren, die in den 50ern und 60ern noch eindeutig zu den Guten gezählt hätten, werden hier unsympathisch und bedrohlich dargestellt und dadurch die amerikanische Gesellschaft kritisiert. Alternative Lebenswege werden nicht geduldet. So stehen die Jugendlichen vor immer größeren Problemen.
Richard Fleischer verlegt sich jedoch nicht darauf, einen Film abzuliefern, in dem trockene Diskussionen über Moral und Unmoral für lautes Gähnen sorgen würden. Ganz im Gegenteil. »Vier Vögel am Galgen« entpuppt sich als spannender Western, dessen Hauptfiguren tragische Helden sind. Besonders interessant ist Lee Marvin als Harry Spikes, eine äußerst zwielichtigen Figur, welcher die drei Freunde zu ihrem Leidwesen blind vertrauen. Die Katastrophe scheint dadurch vorprogrammiert. Als Zuschauer hofft man jedoch, dass die drei doch noch ihren Weg finden werden.

Fazit:
Ein mit viel Action gewürztes Westerndrama. – Sehr sehenswert.

© Max Pechmann

 

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