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Filmrezensionen Western - Tote brauchen keine Dollars

Tote brauchen keine Dollars
Originaltitel: Take a hard Ride
Regie: Anthoy M. Dawson
Drehbuch: Eric Bercovici, Jerry Ludwig
Produktion: Harry Bernsen
Darsteller: Jim Kelly, Lee van Cleef, Barry Sullivan, Catherine Spaak, Jim Brown, Fred Williamson.
Italien/USA 1975
Laufzeit: 99 Minuten

»Tote brauchen keine Dollars« lief in den Kinos unter dem vielleicht etwas bekannteren Titel »Einen vor den Latz geknallt«. Es handelt sich hierbei um eine Mischung aus Italowestern und Blaxploitation, in dem der schwarze Vorarbeiter Pike von dem Rancher Morgan den Auftrag bekommt, 86.000 Dollar nach Sonora zu bringen. Die Nachricht über das viele Geld macht sogleich die Runde, und Pike ist auf seiner Reise bald nicht mehr allein. Zusammen mit einem Falschspieler und einer Prostituierten flieht er vor einem alternden Kopfgeldjäger, einem zwielichtigen Sheriff und einer Horde habgieriger Gauner.

Durch den deutschen Kinotitel ist man leicht dazu geneigt, den Film in die Trash-Ecke zu verfrachten. Besonders, wenn man weiß, dass hinter dem englischen Pseudonym des Regisseurs niemand anderes als Antonio Margheriti steckt, der Horrorfans vor allem durch »Das Schloss des Grauens« bekannt sein dürfte. Nun, vielleicht kratzt er leicht daran, aber ihn als Trash zu bezeichnen, wäre etwas ungerecht, besonders, da ihm dafür der typische 70er-Jahre-Schmuddel-Touch fehlt. Der Film nimmt die damaligen Bürgerrechtsbewegungen als Grundlage für seine Handlung und die Auswahl der Schauspieler. Mit Fred Williamson, Jim Brown und Jim Kelly wurden gleich drei schwarze Schauspieler gecastet. Während Jim Brown den ehrbaren Geldkurier spielt, ist Fred Williamson als ominöser Falschspieler zu sehen, dem in der deutschen Synchronisation ein paar Sprüche in den Mund gelegt werden, die im Original jedoch nicht auftauchen. Wie etwa: »Ist heute der Fünfzehnte? Dann müsste ich mein Rüschenhemd wechseln.« Jim Kelly schließlich versucht sich als ein Karate beherrschender Halbblutindianer, dessen Rolle allerdings im gesamten Film überflüssig wirkt. Mit viel Action, bestehend aus wilden Schießereien, Verfolgungsjagden, waghalsigen Pferdestunts und einer gewaltigen Schlussexplosion, kämpfen sich alle drei durch den Wilden Westen, wobei jeder seine eigenen Ziele verfolgt. Dadurch herrscht in der ersten Hälfte des Films kaum eine ruhige Minute. Gegen Ende der zweiten Hälfte aber zieht sich die Handlung etwas. Entschädigt wird man dafür im Finale, das noch einmal so richtig laut wird. Wer gerne eine Art Shaft im Wilden Westen sehen will, hat mit diesem Film daher sicherlich seine Freude.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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