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Die weiße FederOriginaltitel: White Feather Regie: Robert D. Webb Drehbuch: John Prebble, Delmer Daves Produktion: Hal B. Wallis Darsteller: Robert Wagner, John Lund, Debra Paget USA 1955 Laufzeit: 98 Minuten In dem Film »Die weiße Feder« steht der Konflikt zwischen Siedlern und Indianern im Mittelpunkt. 1877 erreicht der Landvermesser Josh Tanner ein Fort in Wyoming. Die in der Gegend lebenden Cheyenne sollen dazu gebracht werden, nach Süden zu ziehen, um dadurch Platz für die Goldsuche zu schaffen. Tanner gerät in das Zentrum des Konflikts, als er sich mit den beiden Indianern Little Dog und Galloping Horse anfreundet, und soll daher als eine Art Vermittler dienen. Tanner verliebt sich jedoch in die Verlobte von Galloping Horse. Die Konsequenzen, die er damit heraufbeschwört, sind alles andere als harmlos. »Die weiße Feder« ist ein sehr gelungener Abenteuerfilm, in dem es um Freundschaft, Opferbereitschaft und tragische Konflikte geht. Josh Tanner ist dabei ein Held wider Willen. Aus einer lebensgefährlichen Begegnung mit zwei Indianern entwickelt sich eine seltsame Freundschaft, deren Bestand zudem durch den schwelenden Konflikt zwischen Goldsuchern und Indianern stark gefährdet ist. Da Tanner der Einzige ist, der somit auf das Vertrauen der Indianer bauen kann, wird er dazu auserkoren, die Cheyenne dazu zu überreden, das Gebiet zu verlassen. Ohne es zu ahnen, ist aufgrund dieses Umstands der Stamm in sich zerstritten. Die Liebe zur Schwester von Little Dog verkompliziert die Situation zusätzlich. Aus Freundschaft wird Hass, der die angespannte Lage zwischen Siedlern und Indianern noch verschärft. Robert D. Webb ist kein Freund von halben Sachen. Daher schwelgt er geradezu in Totalaufnahmen, die nicht nur die Landschaft zur Geltung bringen, sondern auch die unzähligen Statisten, die als Soldaten bzw. Indianer durch die Steppe reiten. Im Finale lässt er beide Seiten gegenübertreten, sodass man als Zuschauer mit dem Pferdezählen völlig durcheinander kommt. Die Geschichte an sich ist sehr faszinierend und spannend erzählt. Manche Kritiker haben Webb eine lieblose Inszenierung vorgeworfen. Dem kann ich nicht folgen. Die Leidenschaft, von der die einzelnen Figuren getrieben werden, springt geradezu aus den einzelnen Bildern. Die erste Begegnung zwischen Tanner und seinen beiden späteren indianischen Freunden ist fast schon surreal in Szene gesetzt. Der ganze Film ist geprägt von einer düsteren Aura, die das Handeln der Charaktere in verschiedene Arten von Verzweiflung umfunktioniert. Im Grunde genommen ist »Die weiße Feder« also das, was man schlechthin als Klassewestern bezeichnet. Copyright © 2010 by Max Pechmann |