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Filmrezensionen Western - Des Teufels Lohn

Des Teufels Lohn
Originaltitel: Man in the Shadow
Regie: Jack Arnold
Drehbuch: Gene L. Coon
Produktion: Albert Zugsmith
Darsteller: Jeff Chandler, Orson Welles, Colleen Miller, Ben Alexander, Barbara Lawrence
USA 1957
Laufzeit: 77 Minuten

»Des Teufels Lohn« ist ein weiterer Ausflug ins Westerngenre von B-Picture-Meister Jack Arnold. Hier haben wir jedoch keinen klassischen Cowboyfilm vor uns, sondern vielmehr eine moderne Variante von »High Noon«.

Es geht um Sheriff Sadler, der es allein mit einem mächtigen Landbaron aufnimmt, da die übrige Bevölkerung zu feige ist, etwas gegen diesen Tyrannen zu unternehmen. Der Grund von Sadlers Ermittlungen auf dem Großgrundbesitz sind Gerüchte über einen Mord an einem mexikanischen Wanderarbeiter. Trotzdem Kollegen, Mitbürger und sogar seine Frau ihn davon abhalten wollen, den Mordfall weiter zu verfolgen, läßt Sadler nicht locker. Die Konsequenzen, die er dadurch heraufbeschwört, sind alles andere als angenehm.

In »Man in the Shadow« ist es natürlich vor allem Orson Welles, der durch seine Rolle als einflußreicher Großgrundbesitzer dem Film seinen Stempel aufdrückt. Als herrschsüchtiger Kapitalist steht für ihn Geld an erster Stelle. Ihm gegenüber steht die Stadtbevölkerung, die abhängig ist von seinem Einfluss. Neben der Kapitalismuskritik durchziehen den Film Themen wie Fremdenfeindlichkeit und die Frage nach moralischen Grundwerten. Jack Arnold kreiert damit einen sehr düsteren Film, der mit ein paar Szenen aufwartet, die auch heute noch als recht hart gelten können. So z. B. als Sheriff Sadler von einem Lastwagen durch die Stadt geschleift wird.
Wie bereits in »Auf der Kugel stand kein Name«, gelingt es Arnold, eine dichte Spannung aufzubauen, die den gesamten Film über anhält. Intesniviert wird das Ganze noch dadurch, da der Film auf gewisse Weise realistisch wirkt. Vor allem in den verzweifelten Versuchen des Sheriffs, Licht in die Angelegenheit zu bringen, kommt alles andere als Idealismus auf, sondern zeigt vielmehr die Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber einem Großunternehmen. Aus diesem Grunde wirkt »Des Teufels Lohn« auch nach 50 Jahren recht aktuell.

Copyright © 2010 by Max Pechmann

 

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