| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Western - Barquero | ||||
|
||||
BarqueroRegie: Gordon Douglas Drehbuch: George Schenk, William Marks Produktion: Hal Klein Darsteller: Lee van Cleef, Warren Oates, Kerwin Mathews, Mariette Hartley, Marie Gomez, Forrest Tucker USA 1970 Laufzeit: 100 Minuten Barquero ist nicht etwa der Name des Filmhelden, sondern der eines Flusses. 1970 drehte Regisseur Gordon Douglas, der u. a. den SF-Klassiker »THEM!« schuf, mit diesem Western ein knallhartes Duell zwischen einem sturen Fährmann und einem halbwahnsinnigen Gangster. Douglas selbst betrachtete seinen Film als Kritik am Vietnamkrieg. Die Auslöschung einer Siedlung durch eine Gangsterbande gleich am Anfang des Filmes unterstreicht sein Vorhaben. Die Story von »Barquero« ist in der Tat schnell erzählt. Der Gangster Remy möchte sich zusammen mit seiner verrohten Bande nach Mexiko absetzen, nachdem er etliche Säcke voll Silber gestohlen und dabei einen ganzen Ort massakriert hat. Seine Flucht endet abrupt am Ufer eines Flusses. Der Fährmann Travis weigert sich, Remy über den Fluss zu bringen. Remy gerät dadurch immer mehr außer Kontrolle. Zwischen beiden entwickelt sich ein immer bizarrer werdendes Duell. Die Trennlinie zwischen Gut und Böse erscheint in diesem Film recht vage. Zwar sind die Banditen durch ihre Kaltblütigkeit und Brutalität und ihr Anführer Remy durch seinen schwarzen Hut und schwarze Hose als böse gekennzeichnet, doch der Fährmann Travis ist keineswegs das genaue Gegenteil davon. Diese Figur erscheint zwielichtig und mysteriös. Es ist nicht bekannt, woher Travis kommt und ob er nicht vielleicht auch eine dunkle Vergangenheit hat, die er nun als Fährmann abbüßt. Überhaupt hat seine Funktion fast schon etwas Mythologisches an sich. Travis entscheidet in seiner Funktion, wer in seinem Leben weiterkommt und wer auf der Strecke bleibt. Er entscheidet auch über Leben und Tod. Remy möchte den Fährmann mit Silbermünzen bestechen, um doch noch an das andere Ufer zu gelangen. Doch Travis bleibt seiner Rolle treu. Dies bringt den Anführer an den Rand seines Verstandes. Der Fluss wird für ihn ein immer größer werdendes Hindernis. In einer der besten Szenen watet Remy völlig benommen ins Wasser und schießt auf die Wellen, nur um kurz darauf im Wahn zu rufen: »Ich habe den Fluss erschossen!« © Max Pechmann |